/Die wichtigsten Erfolge und Entwicklungen der Damen in Weiß

Die wichtigsten Erfolge und Entwicklungen der Damen in Weiß

Die wichtigsten Erfolge und Entwicklungen der Damen in Weiß

Vorläufige Haftentlassung von Sonia Garro nach 2 Jahren und 8 Monaten

 

Kubanische Polizisten umstellten und stürmten am 18. März 2012 das Haus, in dem Sonia Garro Álfonso, ihr Ehemann und ihre inzwischen volljährige Tochter wohnten. Die Beamten verhafteten die Familie unter heftigem Gewalteinsatz. Rund eineinhalb Jahre lang erhoben die Behörden noch nicht einmal eine offizielle Anklage. Am 9. Dezember 2014, nach zwei Jahren und acht Monaten, wurden Sonia Garro und ihr Ehemann Ramón Alejandro Muñoz González vorläufig aus dem Gefängnis entlassen.

 

 

Großer Erfolg für die Damen in Weiß: Die Freilassung der „Gruppe 75“

Einer der größten Erfolge der Damen in Weiß war die Freilassung von 52 der 75 politischen Gefangenen im Juli 2010, darunter des Ehemannes der damaligen Wortführerin Laura Pollán, Hector Maseda. Obwohl im März 2011 auch die letzten Angehörigen der „Gruppe 75“ freigelassen wurden, beschlossen die Damen in Weiß, auch weiterhin auf den Straßen Kubas die Freilassung aller politischen Gefangenen einzufordern. „Unsere ursprüngliche Mission war die Freilassung der 75 politischen Gefangenen. Als wir aber merkten, dass sie nicht die einzigen politischen Gefangenen auf Kuba waren, erweiterten wir unsere Mission“, so Laura Pollán.

 

 

Auszeichnung des Europäischen Parlaments

Im Dezember 2005 wurden die Damen in Weiß gemeinsam mit der Organisation „Reporter ohne Grenzen“ und der nigerianischen Menschenrechtsanwältin Huawa Ibrahim mit dem Sacharow-Preis für Geistige Freiheit des Europäischen Parlaments ausgezeichnet. Fünf Damen in Weiß, darunter Laura Pollán und Berta Soler, sollten stellvertretend den Preis in Straßburg entgegennehmen. Doch am Tag der Preisverleihung blieben ihre Stühle leer: „Administrative Hürden“ in Kuba hätten die Teilnahme der Kubanerinnen verhindert, so der damaligen Präsident des Europäischen Parlaments, Josep Borrell. Borrell würdigte die Preisträger mit den Worten: ” Sie haben den Preis verdient, denn Sie verkörpern den Kampf für die Menschenrechte, gegen Regimes, die willkürlich Menschen inhaftieren und gegen unmenschliche Gesetze. Sie verkörpern den Kampf für das Recht auf Information und gegen Terroristen, die unsere Demokratie zerstören wollen.“ Im April 2013 konnte Berta Soler dank der neuen Ausreisebestimmungen endlich ausreisen, Martin Schulz Parlamentspräsident im April 2013, überreichte ihr die hohe Auszeichnung persönlich. 2012 und 2013 waren die „Damen in Weiß“ außerdem für den Friedensnobelpreis nominiert.

Berta Soler nimmt den Sacharow-Preis für Geistige Freiheit des Europäischen Parlaments nach einigen Hindernissen entgegen. Überreicht wird er vom Europaparlamentspräsidenten Martin Schulz. © UN-Photo

 

Der Tod Laura Polláns

Laura Polláns Tod, die am 14. Oktober 2011 im Alter von 63 Jahren plötzlich verstarb, war ein schmerzlicher Verlust für die Damen in Weiß. Die pensionierte Literaturprofessorin soll nach offizieller Darstellung einen Herzinfarkt erlitten haben. Mitglieder der Damen in Weiß und andere Regimekritiker befürchten aber, dass die Krankenhausleitung mit dem Tod der unbeugsamen Menschenrechtlerin zu tun haben könnte.

 

Enttäuschender Papstbesuch

Der mit Spannung erwartete Besuch Papst Benedikt XVI. von 26. – 28. März 2012 verlief für die „Damen in Weiß“ wie für die meisten kubanischen Dissidenten enttäuschend. Die Mitglieder der Gefangenenhilfsorganisation hatten um eine Audienz bei dem Papst gebeten, um ihm die Lage der kubanischen Opposition begreiflich zu machen. Eine Minute hätte dazu ausgereicht, so Sprecherin Berta Soler. Leider konnte Papst Benedikt XVI. die Delegation der „Damen in Weiß“ aber aus „Zeitgründen“ nicht empfangen, stattdessen kam es vor und während des Papstbesuches zu verstärkten Angriffen und einer regelrechten Verhaftungswelle gegen die Bürgerrechtsorganisation. Zahlreiche „Damen in Weiß“ wurden bereits Wochen vor dem Papstbesuch in ganz Kuba mit Drohungen, Schlägen, Misshandlungen, Verhaftungen und gesperrten Kircheneingängen davon abgehalten, die Messen zu besuchen. Auch von den Papstmessen versuchte die kubanische Regierung die „Damen in Weiß“ mit allen Mitteln fernzuhalten. Berta Soler wurde am 28. März gemeinsam mit ihrem Ehemann auf dem Weg zur Messe in Havanna von Sicherheitskräften aufgehalten und verhaftet. „Der Papst fährt nach Hause und nichts hat sich verändert“, bringt Soler die enttäuschende Bilanz dieses Besuches auf den Punkt.

 

Neue Ausreisebestimmungen: Berta Soler besucht Europa

Die seit Anfang 2013 geltenden neuen Ausreisebestimmungen geben den Damen in Weiß die Möglichkeit, ihre Anliegen auch in Europa und den USA zu vertreten. Berta Soler reiste im März 2013 nach Spanien und traf dort mit wichtigen Vertretern der spanischen Regierung zusammen. Sie informierte über die unverändert schlechte Menschenrechtslage auf Kuba. „Im Namen des kubanischen Volkes, der politischen Gefangenen und der Damen in Weiß werde ich die kubanische Regierung anklagen“, so Berta Soler bei ihrer Ankunft in Madrid. Soler appellierte in offiziellem Rahmen an die Europäische Union, ihre in der „Common Position“ von 1996 festgeschriebene Kuba-Politik beizubehalten. Die von Kuba als „Einmischung in innere Angelegenheiten“ abgelehnte „Common Position“ zielt darauf ab, einen Übergang zur Demokratie auf der Insel einzuleiten und Respekt für Menschenrechte und fundamentale Freiheiten des kubanischen Volkes zu erreichen. „Wenn der Kampf für die Menschenrechte gewonnen ist, kann die „Common Position“ geändert werden, bis dahin sollte sie beibehalten werden“, so Berta Soler.