/Zur Entstehung der “Damen in Weiß”

Zur Entstehung der “Damen in Weiß”

Zur Entstehung der “Damen in Weiß”

Der kubanische „Schwarze Frühling“ im März 2003 erregte internationales Aufsehen: 75 kubanische Menschenrechtler, Journalisten und Oppositionelle wurden verhaftet und zu Haftstrafen von sechs und 28 Jahren verurteilt. Knapp zwei Wochen danach schlossen sich einige weibliche Angehörige der „Gruppe 75“ zusammen, um gegen die willkürliche Inhaftierung des Ehemannes, Sohnes oder Bruders zu protestieren. Dies war die Geburtsstunde der Gefangenenhilfsorganisation Damas de Blanco (Damen in Weiß). Ganz in weiß gekleidet, besuchen sie seitdem gemeinsam regelmäßig die Sonntagsmesse in der Wallfahrtskirche Santa Rita de Casia in Havanna, um für ihre inhaftierten Angehörigen zu beten. Danach marschieren sie schweigend durch die Straßen der kubanischen Hauptstadt, mit einer Gladiole in der einen und einem Foto des inhaftierten Angehörigen in der anderen Hand. Mit dem Tod ihrer charismatischen Mitbegründerin und Wortführerin, Laura Pollán, Ende 2011 erlitt die Organisation einen herben Verlust. Heute gehören ihr nach Angaben ihrer jetzigen Wortführerin Berta Soler über 115 Mitglieder an, die in zahlreichen Städten Kubas – wie Havanna, Santiago de Cuba, Palma Soriano und Santa Clara – Protestmärsche veranstalten. Außerhalb Kubas wird die Organisation von Blanca Reyes Castañon in Spanien und Yolanda Huerga Cedeño in den USA vertreten.

Die weiblichen Angehörigen der 75 willkürlich festgehaltenen Gefangenen schließen sich im März 2003 zusammen und fordern friedlich die Freilassung ihrer Männer.

 


Credits Vorschaubild: EL Gringo, FlickrCC BY-NC-ND 2.0