Beistand für IS-Befreite

Viele Geflohene waren auch Gefangene des IS – sie haben schlimmste körperliche und psychische Gewalt erfahren müssen und benötigen dringend Beistand. Durch Beschäftigung, verschiedene Kurse und seelischen Beistand versucht die IGFM sie wieder in ein normaleres Leben zurück zu führen.
Die IGFM macht ehemalige Opfer zu aktiven Helfern in ihrer Heimat
Alle Opfer des Islamischen Staates wollen so weit wie möglich weg von dessen Grenzen. Doch nicht alle können sich ein Leben in der Fremde vorstellen. Einige möchten bei ihren überlebenden Familienangehörigen im kurdischen Nordirak bleiben. Eine Reihe dieser ehemaligen Sklavinnen engagiert sich dort im Team der IGFM und beteiligt sich an den Hilfseinsätzen in Flüchtlingslagern und „wilden“ Flüchtlingsunterkünften, vor allem bei der Verteilung von Hilfsgütern. Sie freuen sich, dass sie auf diese Weise nicht mehr „Opfer“ und passiv sind, sondern dass sie aktiv anderen Menschen helfen können und dazu beitragen etwas für ihre alte oder neue Heimat im Nordirak zu tun.


Die IGFM hilft geflohenen Familienangehörigen in ihrer Heimat
Einige der Mädchen und Frauen haben alle ihre Angehörigen verloren – ermordet durch den Islamischen Staat. Oder die überlebenden Angehörigen sind noch immer in der Hand der Islamisten. Viele haben aber Familienangehörige, die überlebt haben und nun in Freiheit in Flüchtlingslagern im kurdischen Nordirak leben. Ihnen hilft die IGFM im Rahmen ihrer humanitären Hilfe im Nordirak. Mehr dazu erfahren Sie hier:
Die IGFM hilft, dass ehemalige Sklavinnen legal den Irak verlassen können
Das Land Baden-Württemberg hat im Rahmen eines Sonderprogramms 1.000 Frauen und Mädchen, die vom Islamischen Staat versklavt wurden, Aufnahme in Deutschland gegeben. Außerdem ihren Kindern – sofern sie Kinder haben und diese die Sklaverei überlebt haben. Bisher sind 1.100 Frauen und Kinder aufgenommen worden. Obwohl das Kontingent ausgeschöpft ist, werden über Ausnahmeregelungen weiter einzelne ehemalige Sklavinnen aufgenommen. Auch Niedersachsen hat inzwischen 60 von ihnen aufgenommen. Sie sollen die Chance erhalten, mit Therapien ihre Traumata zu überwinden. Ein Sonderbleiberecht soll ihnen Möglichkeiten eröffnen, ein selbstbestimmtes neues Leben zu beginnen. Die überwiegende Zahl der bisher aufgenommenen Frauen sind Jesidinnen, aber es gibt auch sehr vereinzelt Christinnen und Schiitinnen, die von IS-Kämpfern missbraucht und ausgebeutet wurden.
Die IGFM hatte zuvor bei zahlreichen Entscheidungsträgern für eine solche Möglichkeit geworben. Immer noch sind über 3.000 Frauen und Mädchen in der Hand des IS. Und daher wirbt die IGFM weiterhin dafür, dass auch andere Bundesländer diesen besonders gequälten Frauen Schutz und medizinische Hilfe anbieten
Die IGFM hilft, beim Neustart in Deutschland
Die Frauen und Mädchen sind in Deutschland zwar sicher, sie stehen aber schwer lösbaren Problemen gegenüber. Die meisten sind durch die Gefangenschaft, Misshandlungen, Missbrauch, den Verlust von Geschwistern, Eltern, Ehemännern und/oder Kindern hochgradig traumatisiert und bräuchten dringend psychotherapeutische Hilfe. Doch durch die Sprachbarriere ist die Zahl der in Frage kommenden Psychologinnen und Psychologen winzig. Traumata, Fremdheit und Sprachbarriere führen auch zu Isolation und einer gefühlten Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit. Jesidische Ehrenamtliche der IGFM versuchen daher so gut wie möglich Beistand zu geben und Kontakte zu vermitteln. Vor allem hören sie ihnen zu und notieren ihre Erlebnisse und Erfahrungen. Sie helfen darüber hinaus, wenn möglich, bei praktischen Problemen und helfen mit Gütern, die ihnen aus ihrer Heimat heraus bekannt sind. Die IGFM hat zu etwa 300 Frauen Kontakt und betreut in einem engeren Verhältnis etwa 40 dieser Frauen und Mädchen.
Die IGFM gibt Opfern eine Stimme
Einige wenige haben ihr Trauma soweit unter Kontrolle, dass sie bereit sind, über ihre Erfahrungen und den an ihnen verübten Verbrechen zu berichten. Einige jedoch wollen ausdrücklich, dass die Öffentlichkeit weiß, was im Herrschaftsgebiet des Islamischen Staates vor sich geht, wie die Islamisten denken und wie sie ihre Verbrechen rechtfertigen. Die IGFM veröffentlicht daher ihre Aussagen und gibt denjenigen, die dies wünschen, ein Forum, z.B. bei Pressekonferenzen, bei Gesprächen mit Politikern und auf Veranstaltungen. Darüber hinaus informiert die IGFM über die Hintergründe der Sklaverei durch den Islamischen Staat. Die IGFM bemüht sich darüber hinaus, Islamische Autoritäten dafür zu gewinnen, öffentlich die Sklaverei des IS und dessen theologische Begründung zu verurteilen, wie dies bereits der namhafte sunnitische Geistliche Khaled Al-Mulla im irakischen Fernsehen getan hat.
