Esteban Rodríguez-López

Der unabhängige Journalist Esteban Rodríguez versuchte am 30. April 2021, den eng befreundeten und zu diesem Zeitpunkt inhaftierten hungerstreikenden Künstler Luis Manuel Otero Alcántara zu besuchen, wobei er gemeinsam mit zehn weiteren Personen verhaftete wurde. Im Januar 2022 wurde er mit seinem Kollegen Hector Valdez aus Kuba verbannt. Im März 2022 wurde ihnen in den USA Asyl gewährt.

Journalist im Exil

Esteban Rodríguez ist ein unabhängiger kubanischer Journalist, Regimekritiker und politischer Gefangener. Mit seiner Ehefrau Zuleidis Gómez Cepero hat er zwei Töchter. Rodríguez wuchs mit seinem Jugendfreund, dem Musiker und Aktivisten Maykel „Osorbo“ Castillo in Havanna auf. Rodríguez wurde am 30. April 2021 in Havanna zusammen mit zehn weiteren Personen festgenommen.

Die Gruppe hatte friedlich dafür protestiert, den hungerstreikenden Luis Manuel Otero Alcántara besuchen zu dürfen. Auf Videoaufnahmen dieses Tages ist zu erkennen, wie Polizisten den Journalisten bei der Festnahme würgen.

Im Januar 2022 wurde Esteban Rodríguez zusammen mit seinem Kollegen und Freund Hector Valdez aus Kuba verbannt. Sie bestiegen ein Flugzeug nach El Salvador und erwarteten, dass Nicaragua ihr Endziel sein würde. Trotzdem verweigerte ihnen das Regime von Daniel Ortega in Nicaragua die Einreise und sie mussten in El Salvador bleiben.

Von dort aus reisten sie nach einigen Komplikationen im März 2022 nach Wayne, Michigan wo ihnen Asyl gewährt wurde. Seitdem halten sie sich in den USA auf.

Festnahme und Gesundheitszustand
Seit seiner Festnahme wurde Rodríguez viele Male in verschiedene Gefängnisse verlegt, darunter das Hochsicherheitsgefängnis der Gemeinde Guanajay, 45 Kilometer von seiner Familie und seinem Zuhause in Havanna entfernt. Nach seiner Festnahme hatte Esteban mehrere Tage lang keinen Kontakt zur Außenwelt und galt vermisst, bis er am 9. Mai erstmals Kontakt zu seiner Frau aufnehmen konnte. Er leidet an Asthma und Bluthochdruck. Im Gefängnis wurde er zeitweise in Einzelhaft isoliert, trotzdem infizierte er sich mit dem Coronavirus. Daraufhin wurde Rodríguez in die Gefängnisabteilung des Krankenhauses Salvador Allende gebracht. Nach einer Woche Behandlung und Medikamenten erholte er sich von COVID-19. Aufgrund von Misshandlungen in Haft durch das Gefängnispersonal ist sein Blutdruck um das sechsfache gestiegen.

Hintergrund
Rodríguez setzte sich zuvor viele Jahre sozial-karitativ ein, um Menschen in Armut zu helfen. Weil er sich über das erlittene Unrecht von Opfern staatlicher Repression äußerte, zog er die Aufmerksamkeit des kubanischen Regimes auf sich. Bereits am 4. August 2020 wurde Rodríguez in seinem Haus in Havanna ohne Haftbefehl festgenommen. Ihm wurden weder der Grund noch die Anklagepunkte mitgeteilt. Bei der Festnahme, die Rodriguez auf Video festgehalten hat, beschuldigten die Polizisten ihn, Anstifter von „sozialen Unruhen“ zu sein. Erst einen Tag zuvor berichtete der Journalist über die Festnahme seines Freundes und Regimekritikers Maykel „Osorbo“ Castillo.

Stand: Juli 2022.

Weitere politische Gefangene in Kuba

Oscar Luis Ortiz Arrovsmeth

Der Kubaner wurde nach der friedlichen Teilnahme an den 11J-Demonstrationen in Havanna unrechtmäßig festgenommen. Sein ursprüngliches Urteil von 24 Jahren wegen "Volksverhetzung" wurde auf 10 Jahre heruntergesetzt. Die physischen und mentalen Misshandlungen durch die kubanische Justiz bewegten ihn bereits zu einem Suizidversuch.

Fredi Beirut Matos

Der Kubaner Fredi Beirut Matos wurde nach den landesweiten Protesten im Juli 2021 in Kuba willkürlich festgenommen. Ihm werden angebliche Aufruhr und Volksverhetzung vorgeworfen und er ist zu neun Jahren Haft verurteilt worden.

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM zur Menschenrechtssituation in Kuba

2002, 2026

Kuba: Professor zu 10 Jahren Haft verurteilt

Der kubanische Professor Ariel Manuel Martin Barroso wurde wegen regierungskritischer Graffitis zu zehn Jahren Haft und einem lebenslangen Lehrverbot verurteilt. Die IGFM sieht darin ein Beispiel für die drastische Verschärfung der Repressionen in Kuba. Aktuell sind 1.207 politische Gefangene bekannt, viele davon schwer erkrankt und ohne ausreichende medizinische Versorgung.

1510, 2025

Kubanischer Oppositionsführer endlich frei

Am 13. Oktober 2025 verließ der kubanische Dissident José Daniel Ferrer García gemeinsam mit seiner Familie Kuba und reiste in die Vereinigten Staaten aus. Die Ausreise erfolgte auf Antrag der US-Regierung und mit seiner Zustimmung. Im Januar 2025 war er kurzzeitig freigelassen, wurde jedoch im April erneut inhaftiert. Nach einer Änderung der Haftmaßnahme konnte er schließlich ausreisen und kündigte an, seinen politischen Einsatz für Demokratie und Menschenrechte aus dem Exil fortzusetzen.

807, 2025

Kuba: José Daniel Ferrer im Hungerstreik – IGFM fordert Freilassung

Der inhaftierte kubanische Demokratieaktivist José Daniel Ferrer demonstriert gegen die unmenschlichen Haftbedingungen. Sein Gesundheitszustand ist besorgniserregend. Die IGFM fordert die sofortige Freilassung des Bürgerrechtlers und appelliert an die europäischen Regierungen, den Druck auf das Castro-Regime zu erhöhen.

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben