FÜR DIE MENSCHENRECHTE – Mitteilungen an Freunde und Förderer, Nr. 1 – Januar 2026
Nigeria: Serie von Gewalt gegen Christen setzt sich fort

Vivian C. ist froh darüber, dass die Initiative „Women Empowerment through Education“ (WETE) ihr den Ausbildungsplatz ermöglicht hat. Foto: WETE
Hoffnung auf einen Neuanfang
„Viele christliche Mädchen stehen Schlange, um ein Stipendium für eine Ausbildung in der Nazareth-Schule in Enugu zu erhalten. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Die Zahl ist überwältigend. Ich wäre sehr dankbar, wenn IGFM uns helfen könnte“, schreibt Schwester Mary Rose-Claret Ogbuehi, Gründerin des Hilfswerks WETE („Women Empowerment through Education“) am 14. Januar 2026 an die IGFM. Die Schule hat einen ausgezeichneten Ruf, weil viele ihrer Absolventinnen nach ihrem Abschluss erfolgreich auf eigenen Beinen stehen, sei es durch eine feste Anstellung oder durch einen eigenen Kleinbetrieb. Die guten Berufsaussichten sind jedoch nicht der einzige Grund für die große Nachfrage, sondern vor allem die Hoffnung auf einen Neuanfang: „Viele Menschen fliehen und kommen aus Angst um ihr Leben nach Enugu. Sie kommen mit leeren Händen“, schildert Schwester Claret die aktuelle Lage. Die Familien flüchten vor Attacken durch dschihadistische Banden, die sich gezielt gegen Christen richten.
Neueste Meldungen zeigen, dass die US-Luftangriffe auf Stellungen der Terrorgruppe „Islamischer Staat“ die lange Serie von Überfällen auf Christen nicht abreißen lässt. Denn häufig werden die Attacken von Hirtennomadenbanden aus der Ethnie der Fulani verübt, die sich radikalisiert haben, wie am 12. Januar 2026 im Dorf Otobi Akpa (Bezirk Otukpo im Bundesstaat Benue), wo vier Christen und neun weitere Bewohner in der Nacht erschossen wurden: Bereits um den Jahreswechsel wurden wieder viele christliche Dörfer zur Zielscheibe von Gewalt, mit Dutzenden Todesopfern als Folge.
Zu dem Vorgehen der Täter gehören Überfälle auf Schulen (wie im November im Bundesstaat Niger) und Kirchen; insbesondere christliche Geistliche wurden zu Opfern von Mord und Entführung. Die Familien und Gemeindemitglieder werden dabei gezwungen, ihr Eigentum an Land und Vieh zu verkaufen, um die immensen Lösegeldforderungen zu erfüllen – allein in der Hoffnung, den Verschleppten damit das Leben retten zu können. Trotzdem kommt es nicht selten vor, dass die Entführten nie mehr lebend gesehen werden.
„Einige der Familien, deren Angehörige entführt wurden, kommen auch nach Enugu, um Hilfe zu suchen“, berichtet Schwester Claret. Mit ihrer Initiative „Women Empowerment through Education“ (WETE) setzt sich für Überlebende dieser religiös motivierten Gewalt ein, indem sie Mädchen und jungen Frauen durch eine ein- bis zweijährige handwerkliche oder kaufmännische Berufsausbildung hilft. So werden sie in die Lage versetzt, nicht nur für sich allein zu sorgen, sondern ihre Familien aus dem Elend herauszuholen. Die IGFM unterstützt das Hilfswerk. Wir bitten Sie um Ihren Beitrag dazu.
Dieser Artikel wurde publiziert in der Januar 2026-Ausgabe der Zeitschrift ‚Für die Menschenrechte‘
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