Oleksandr Kurdin

Oleksandr Kurdin wurde am 22. März 2022 vom russischen Militär festgenommen und in Handschellen an einen unbekannten Ort gebracht. Heute liegen Informationen vor, dass Oleksandr Kurdin möglicherweise in der Strafkolonie Nr. 1, Region Tula, inhaftiert ist.

Willkürliche Festnahme von ukrainischem Zivilisten

Politische Patin: Bundestagsabgeordnete Sara Nanni (B90/Die Grünen)

Oleksandr Kurdin (ru. Александр Курдин)
Geburtsdatum: 5. Juni 1986

Verschleppt seit: 22. März 2022

Letzter Aufenthaltsort: Stadt Butscha, Region Kyjiw

Oleksandr Kurdin hat eine Hochschulausbildung. Vor seiner russischen Gefangenschaft arbeitete er als Technologe.

Verschleppung
Zu Beginn der großangelegten Invasion befand sich Oleksandr in Butscha, Region Kyjiw. Ende Februar 2022 wurde die Stadt Butscha von russischen Truppen besetzt. Während Oleksandrs Aufenthalt in Butscha, hielt seine Frau telefonischen Kontakt zu ihm. Seit 22. März 2022 konnte sie Oleksandr jedoch nicht mehr erreichen. Nach der Befreiung der Stadt Butscha erfuhr seine Frau, dass Oleksandr vom russischen Militär verschleppt worden war.

Zeugen berichteten später, wie russische Soldaten Oleksandr in Handschellen abführten. Seine Ehefrau wandte sich sofort an die Behörden – ein Strafverfahren wurde eingeleitet und dem ukrainischen Sicherheitsdienst übergeben. Über den Zentralen Suchdienst des Internationalen Roten Kreuzes bestätigte schließlich auch Russland, Oleksandr gefangen zu halten.

Trotz seiner Aufnahme in das ukrainische Register vermisster Personen verweigert die russische Seite jegliche Auskunft über Oleksandrs Verbleib. Zunächst war er im Untersuchungsgefängnis Nr. 2 in Nowosybkow inhaftiert, später möglicherweise in der Strafkolonie Nr. 1 in der Region Tula verlegt worden.

Gesundheitszustand
Oleksandr hatte schon vor seiner Gefangenschaft gesundheitliche Probleme. Er klagte über Magenschmerzen und Störungen des Nervensystems. Außerdem hatte er einen Fersensporn. Heute ist sein Gesundheitszustand unbekannt.

Stand: Juni 2025

So können Sie Oleksandr helfen:

Briefe und Postkarten sind kleine, aber wirkungsvolle Gesten, die die Isolation der Gefangenschaft durchbrechen und die Menschen daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind. Schreiben Sie aufmunternde Worte an die verschleppten Zivilisten.

Wichtig: Der Inhalt darf nicht politisch sein oder sich auf den Krieg/die Verschleppung beziehen, sonst wird der Brief eingezogen.


Textvorschlag – der Text muss auf Russisch verfasst sein, damit er die Zensur passieren kann.

Дорогой …, (männliche Person)
Дорогая …, (weibliche Person)

Посылаю тебе лучи света и добра! Я горжусь твоей силой и стойкостью. Помни, что самая темная ночь – перед рассветом. Желаю тебе крепкого здоровья и душевных сил. Мы помним о тебе и с нетерпением ждем твоего возвращения.

Обнимаю тебя!

[Name], [Land aus dem man schreibt]

Deutsche Übersetzung
Lieber …,
Liebe …,
ich sende dir Strahlen des Lichts und der Güte. Ich bin stolz auf deine Stärke und Tapferkeit. Denke daran, dass die dunkelste Nacht immer vor der Morgendämmerung liegt. Ich wünsche dir gute Gesundheit und geistige Stärke. Wir denken an dich und freuen uns auf deine Rückkehr.
Ich umarme dich!


Für die Adresse wenden Sie sich bitte an patenschaften@igfm.de, da der genaue Aufenthaltsort der verschleppten Person nicht immer bekannt ist oder sich schnell ändern kann. 

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte"). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  info@russische-botschaft.de 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Tatjana H. Moskalkowa
Smolenskij, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf Russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung des ukrainischen Zivilisten Oleksandr Kurdin“

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Moskalkowa, 

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft des ukrainischen Zivilisten Oleksandr Kurdin (geb. 5.06.1986) aufmerksam zu machen, der am 22. März 2022 in der Stadt Butscha (Region Kyjiw) unschuldig verschleppt und verhaftet wurde.

Zu Beginn der großangelegten Invasion befand sich Oleksandr in Butscha, Region Kyjiw. Ende Februar 2022 wurde die Stadt Butscha von russischen Truppen besetzt. Oleksandrs Frau hielt telefonischen Kontakt zu ihm. Am 22. März 2022 konnte sie ihn jedoch nicht mehr erreichen. Nach der Befreiung der Stadt Butscha erfuhr seine Frau, dass Oleksandr vom russischen Militär verschleppt worden war. Januar 2023 wurde bekannt, dass Oleksandr Kurdin im Untersuchungsgefängnis Nr. 2 in der Stadt Nowosybkow, Region Brjansk, inhaftiert ist. Heute liegen Informationen vor, dass Oleksandr Kurdin möglicherweise in der Strafkolonie Nr. 1, Region Tula, inhaftiert ist.

Besonders beunruhigend empfinde ich die Berichte über Folter und Misshandlungen von Gefangenen in russischen Straflagern und Untersuchungsgefängnissen. Oleksandr Kurdin ist ein unschuldiger Zivilist, der ohne legitime rechtliche Grundlage gefangen gehalten wird. Die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen müssen in vollem Umfang respektiert und geschützt werden. 

 Ich appelliere an Sie, sich für eine rechtmäßige und humane Behandlung aller zivilen Gefangenen in Russland, insbesondere der verschleppten Ukrainer, einzusetzen. Bitte ermöglichen Sie ihm den Kontakt zu seiner Familie und stellen einen Rechtsbeistand für ihn bereit.  

Hochachtungsvoll,

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