Verschleppte Zivilisten 

Die Verschleppung und Gefangennahme von ukrainischen Zivilisten war und ist eines der drängendsten Probleme des Angriffskriegs Russlands gegen die Ukraine. Das Ukrainische Einheitsregister für vermisste Personen unter besonderen Umständen verzeichnet derzeit etwa 42.000 vermisste Ukrainer, darunter Militärangehörige, ukrainische Zivilisten und Kinder (Stand: Juli 2024). Dabei könnte die Dunkelziffer deutlich höher liegen, weil in dem Register keine Personen vermerkt sind, die nicht offiziell als vermisst gemeldet wurden. Dazu zählen u.a. Personen, die keine Angehörigen haben oder in den besetzten Gebieten leben, wo es keinen Zugang zu den staatlichen ukrainischen Registern gibt. Das Schicksal tausender Zivilisten ist unklar, die IGFM steht in Kontakt mit Familien und setzt sich für die Freilassung ein.

Ljudmila Kolesnikowa

Ljudmila Kolesnikowa wurde im Juni 2024 nach der Beerdigung ihrer an Krebs verstorbenen Mutter auf der besetzten Krim festgenommen. Ein russisches Besatzungsgericht verurteilte die ukrainische Zivilistin wegen angeblichen Hochverrats zu 17 Jahren Haft.

Bohdan Ziza

Bohdan Ziza wurde am 16. Mai 2022 wegen seiner proukrainischen Haltung gefangen genommen. Er bespritzte das Rathaus von Jewpatorija mit gelber und blauer Farbe als symbolischen Protest gegen den Krieg, unter Einsatz seiner Freiheit. Bohdan wurde zu 15 Jahren Haft in einer Hochsicherheitsstraflager verurteilt.

Oleksandr Borysov

Oleksandr Borysov wurde am 6. Januar 2021 wegen seiner proukrainischen Haltung gefangen genommen. Er half Ukrainern, unter Einsatz seines Lebens, in das von der Ukraine kontrollierte Gebiet zu fliehen. Oleksandr wurde zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Einsatz für verschleppte ukrainische Zivilisten

Die IGFM setzt sich mit Öffentlichkeitsarbeit, Appellen und Patenschaften für verschleppte ukrainische Zivilisten ein. Ende 2022 wandte sich die Schwester eines entführten Zivilisten an die IGFM, mit der Bitte, ihrem Bruder zu helfen. Das Ziel ist seitdem, gemeinsam mit den Angehörigen, auf die Situation der verschleppten Ukrainer aufmerksam zu machen.

Werden auch Sie aktiv, indem Sie Appelle an die russische Botschaft in Deutschland schreiben und die sofortige Freilassung der Entführten fordern. Je stärker der Druck der deutschen Gesellschaft auf die russischen Behörden ist, desto größer sind die Chancen, dass die Gefangenen die Gefangenschaft überleben. Die Briefe zeigen den russischen Behörden, dass die Gefangenen nicht vergessen sind und ihr Schicksal aufmerksam verfolgt wird.

Das Patenschaftsprogramm der IGFM verfolgt ebenfalls das Ziel, auf die Schicksale von politischen Gefangenen aufmerksam zu machen und den Druck auf Regierungen zu erhöhen. Dieses Programm wurde 2011 von der IGFM ins Leben gerufen und vermittelt Gefangene aus verschiedenen Ländern an Abgeordnete aus Deutschland, die sich mit einer politischen Patenschaft für ihre Freilassung einsetzen. Abgeordnete wie Martina FeldmayerMoritz KörnerMax LucksVanessa GronemannBeate Müller-Gemmeke und Sara Nanni setzen sich mit politischen Patenschaften für die Freilassung der ukrainischen Zivilisten ein.

Schreiben Sie Postkarten der Hoffnung an verschleppte Zivilisten!
Briefe und Postkarten an die verschleppten ukrainischen Zivilisten sind kleine, aber wirkungsvolle Gesten, die die Isolation der Gefangenschaft durchbrechen und die Menschen daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind.

Ausführliche Informationen finden Sie im PDF-Infoblatt zum Download über das Foto oder den Link!

Russische Strafkolonien und Untersuchungsgefängnisse

Berichten zufolge werden mehr als 16.000 ukrainische Zivilisten, die von der russischen Armee illegal entführt wurden, in Gefangenenlagern in Russland oder in den besetzten Gebieten festgehalten – darunter etwa 2.000 Menschen über 65 Jahre. Die genaue Anzahl ist unklar.

Ukrainische Zivilisten werden vom russischen Militär illegal und gewaltsam verschleppt und unter unmenschlichen Bedingungen festgehalten. Sie werden schlecht ernährt, medizinisch nicht versorgt und schlafen auf dem Boden. Es kommt vor, dass sie im Schlaf von Ratten gebissen werden. Die Zivilgefangenen kehren teils mit schweren Verletzungen, Knochenbrüchen und Gehirnerschütterungen aus der Gefangenschaft zurück und berichten von physischem, sexuellem und psychischem Missbrauch.

Untersuchungsgefängnis Nr. 2 in Wjasma, Region Smolensk

Untersuchungsgefängnis Nr. 2 in Nowosybkow, Region Brjansk

Untersuchungsgefängnis Nr. 1 in Kursk, Region Kursk

Strafkolonie Nr. 4 in Alekseewka, Region Belgorod

Untersuchungsgefängnis Nr. 2 in Staryj Oskol, Region Belgorod

Untersuchungsgefängnis Nr. 3 in Belgorod, Region Belgorod

Strafkolonie Nr. 12 in Kamensk-Schachtinskij, Region Rostow

Untersuchungsgefängnis Nr. 1 in Rostow-na-Donu, Region Rostow

Strafkolonie Nr. 1 in Donskoj, Region Tula

Strafkolonie Nr. 6 in Nowomoskowsk, Region Tula

Gefängnis Nr. 2 („Wladimirskij Zentral“) in Wladimir, Region Wladimir

Strafkolonie Nr. 7 in Pakino, Region Wladimir

Strafkolonie Nr. 3 in Skopin, Region Rjasan

Strafkolonie Nr. 10 in Udarny, Republik Mordowien

Strafkolonie Nr. 8 in Ulan-Ude, Republik Burjatien

Interview mit Liusiena Zinovkina, Ehefrau des verschleppten ukrainischen Zivilisten Kostiantyn Zinovkin

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