Wiktar Babaryka

Wiktar Babaryka wurde am 18. Juni 2020 gemeinsam mit seinem Sohn Eduard festgenommen – kurz nach Bekanntgabe seiner Präsidentschaftskandidatur. Am 6. Juli 2021 wurde er zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Dezember 2025 wurde er gemeinsam mit 122 anderen politischen Gefangenen freigelassen. Photo: Viasna96

Belarusischer Präsidentschaftskandidat nach fünf Jahren Haft freigelassen

Wiktar Babaryka
Geburtsdatum: 9. November 1963

Festnahme: 18. Juni 2020

Vorwurf: „Geldwäsche“, „Bestechung“, „Steuerhinterziehung“

Urteil: 14 Jahren Haft

Seit 13. Dezember 2025 endlich frei!

Wiktar Babaryka war einer der aussichtsreichsten Herausforderer von Alexander Lukaschenko bei der Präsidentschaftswahl in Belarus im Jahr 2020. Der Banker und langjährige Vorstandsvorsitzende der Belgazprombank kündigte im Mai 2020 seine Kandidatur an – innerhalb kurzer Zeit sammelte er über 400.000 Unterstützungsunterschriften. Ab 2000 leitete Wiktar Babaryka die Belgazprombank, die unter seiner Führung nicht nur wirtschaftlich erfolgreich war, sondern sich auch im kulturellen Bereich engagierte – etwa bei der Rückführung belarusischer Kunstwerke aus dem Ausland.

Sein Eintreten für Transparenz, Kulturförderung und soziale Verantwortung machten ihn zu einer bekannten Figur im Land. Seine Entscheidung, für das Präsidentenamt zu kandidieren, war ein Signal für Wandel – das vom Regime mit brutaler Härte unterdrückt wurde. Die Bank wurde durchsucht, mehrere Mitarbeiter verhaftet. Am 18. Juni 2020 wurde Babaryka gemeinsam mit seinem Sohn Eduard festgenommen. Ihm wurden unter anderem „Geldwäsche“, „Bestechung“ und „Steuerhinterziehung“ vorgeworfen – Vorwürfe, die von internationalen Beobachter und Menschenrechtsorganisationen als politisch motiviert eingestuft werden. Im Dezember 2025 wurde Wiktar Babaryka gemeinsam mit 122 politischen Gefangenen freigelassen.

Verurteilung und Inhaftierung
Am 6. Juli 2021 wurde Wiktar Babaryka vom Obersten Gerichtshof in Minsk zu 14 Jahren Haft in einer Strafkolonie mit verschärftem Regime verurteilt. Zusätzlich wurde eine Geldstrafe in Höhe von über 18 Millionen belarusischen Rubel gegen ihn verhängt. Der Prozess fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Verteidigung und unabhängige Beobachtung wurden systematisch behindert, was einen schweren Verstoß gegen rechtsstaatliche Prinzipien darstellt.

Zunächst befand sich Wiktar Babaryka in Untersuchungshaft im berüchtigten KGB-Gefängnis in Minsk. Später wurde er in die Strafkolonie Nr. 1 in Nowopolotsk verlegt. Seit April 2023 ist sein Gesundheitszustand besorgniserregend: Berichten zufolge wurde er in der Haft schwer verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert. Seitdem gibt es keinen verlässlichen Kontakt zu seiner Familie oder seinem Rechtsbeistand.

123 politische Gefangene freigekommen
Am 13. Dezember 2025 wurden 123 politische Gefangene in Belarus freigelassen, darunter Menschenrechtsaktivisten wie Ales Bialiatski, Oppositionelle wie Maria Kalesnikava sowie Staatsangehörige anderer LänderBerichten zufolge wurden die meisten Freigelassenen bereits nach Litauen und die Ukraine gebracht. Die Freilassungen stehen im Zusammenhang mit einer diplomatischen Annäherung an die USA und der Aufhebung von bestimmten Sanktionen. Die Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja warnt jedoch und erinnert an die Nähe des Machthaber Lukaschenkos zu Russland. In Belarus werden weiterhin Hunderte Journalisten, Aktivisten, Oppositionelle und andere Gegner des Regimes festgehalten. 

Stand: Dezember 2025

Wiktar Babaryka sitzt während seiner Anhörung hinter Gittern. Foto: https://belsat.eu/80725094/viktara-babaryku-znou-na-10-sodnyau-zmyastsili-u-shiza

Weitere politische Gefangene in Belarus

Frei: Wiktar Babaryka

Wiktar Babaryka war einer der prominentesten Oppositionskandidaten bei der Präsidentschaftswahl 2020 in Belarus – bis ihn das Regime verhaften ließ. Er wurde wegen angeblicher Steuerhinterziehung zu 14 Jahren Haft verurteilt. Im Dezember 2025 wurde er freigelassen.

Frei: Sergej Tichanowski

Der belarusische Blogger Sergej Tichanowski wurde 2020 verhaftet, weil er öffentlich Missstände im Land anprangerte und seine Frau bei der Präsidentschaftswahl unterstützte. Er saß eine drakonische 18-jährige Haftstrafe ab – isoliert, ohne Kontakt zur Außenwelt. Am 22. Juni 2025 wurde er freigelassen.

Frei: Juri Bubnow

Der Soziologe Juri Bubnow wurde am 12. Januar 2023 festgenommen und später zu zwei Jahren Haft verurteilt. Ihm wird die vermeintliche "Verleumdung" des belarusischen Präsidenten vorgeworfen. Hintergrund ist ein von Bubnow veröffentlichter Artikel über die Protestbewegungen im Jahr 2020.

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