Politische Patenschaft

Die Bundestagsabgeordnete Ye-One Rhie (SPD) hat eine Patenschaft für Fariba Adelkhah übernommen. Die seit Mai 2019 inhaftierte Forscherin aus Paris wurde wegen „Verschwörung gegen die nationale Sicherheit” und „Propaganda gegen den Staat” zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt.
Neue Patenschaft für inhaftierte Anthropologin Fariba Adelkhah
Frankfurt am Main / Aachen, 7. Dezember 2022 – Die Bundestagsabgeordnete Ye-One Rhie hat eine politische Patenschaft für Fariba Adelkhah übernommen. Die französisch-iranische Anthropologin von der Pariser Universität Sciences Po wurde während einer Iranreise im Mai 2019 wegen angeblicher Spionage zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Am 3. Oktober 2020 wurde sie in den Hausarrest entlassen, musste aber Januar 2022 wieder in das berüchtigte Evin-Gefängnis zurück. Ye-One Rhie engagiert sich im Rahmen des Patenschaftsprojekts der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) für die Freilassung von Fariba Adelkhah und ihre Rückkehr nach Frankreich.
Im April 2020 war Adelkhah zwar vom Vorwurf der Spionage freigesprochen, aber wegen „Verschwörung gegen die nationale Sicherheit” und „Propaganda gegen den Staat” zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt worden. Davon muss die Forscherin fünf Jahre absitzen. Das französische Außenministerium verurteilte die Haftstrafe in einer Erklärung vom Mai 2020 und bezeichnete sie als politisch motiviert. Die international anerkannte Forscherin und Lehrkraft der Pariser Elite-Universität Science Po ist Spezialistin für Sozialanthropologie und politische Anthropologie des postrevolutionären Irans. Anfänglich arbeitete sie zum Thema Frauen und Islamische Revolution, während sie aktuell zu schiitischen Klerikern in Afghanistan, Iran und Irak forscht.
Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM, freut sich über die Patenschaft der Sozialdemokratin und hebt hervor: „Dieses Engagement ist deshalb so wertvoll, da Deutschland für den Iran politisch und wirtschaftlich ein außerordentlich bedeutendes Land ist. Die Patenschaft für eine inhaftierte Frau im Iran ist gerade in dieser Zeit das richtige Signal.“
Die Islamische Republik Iran missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehöriger ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierung ausgesetzt: Immer wieder kommt es zu willkürlichen Festnahmen, Verurteilungen ohne faire Gerichtsprozesse sowie zu Misshandlungen und Hinrichtungen von Andersdenkenden, wie die IGFM kritisiert. Insbesondere Personen mit doppelter Staatsbürgerschaft werden vom iranischen Regime als politisches Druckmittel gegen andere Staaten eingesetzt.
Fariba Adelkhah wurde wegen angeblicher Spionage verhaftet und zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.
Die Bundestagsabgeordnete Ye-One Rhie (SPD) übernimmt politische Patenschaft im Zuge des Patenschaftsprojekt der IGFM

