Hinrichtungen und Verhaftungen 

Die islamischen Behörden haben in den letzten Tagen mehrere politische Gefangene hingerichtet. Am Morgen des 2. Aprils töteten sie den 18-jährigen Amirhossein Hatami (siehe Bild). In den letzten Tagen kam es zu hunderten weiteren Festnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit Online-Aktivitäten oder dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit „feindlichen Akteuren”.  Am Abend des 1. Aprils wurde auch die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh verhaftet, die Gründe und weitere Informationen sind unklar. Zugleich bleibt der nahezu landesweite Internet-Blackout weitgehend bestehen oder wird gezielt aufrechterhalten. Der Zugang zu Kommunikationsmitteln ist stark eingeschränkt – bereits seit mehr als 750 Stunden am Stück.

 

18-Jähriger hingerichtet – Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotoudeh festgenommen

Systematischer Terror der Islamischen Republik Iran

Frankfurt / Teheran, 2. April 2026 – Mit rücksichtsloser Brutalität demonstriert die Islamische Republik Iran ihre Macht. Am Donnerstagmorgen wurde der 18-jährige Amirhossein Hatami im Ghezel-Hesar-Gefängnis hingerichtet. Hinrichtungen und Verhaftungen sind auch während des Kriegs Teil der systematischen Repression, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Zu den Opfern der Repression zählt auch Nasrin Sotoudeh, Menschenrechtsanwältin und Sacharow-Preisträgerin, sie wurde gestern Abend in ihrer Wohnung in Teheran verhaftet.

„Trotz des anhaltenden kriegerischen Konflikts setzt die Tötungsmaschinerie des Regimes ihre grausame Praxis unvermindert fort, unterdrückt die Bevölkerung und will sie zum Schweigen bringen – durch Internetabschaltungen und durch Hinrichtungen“, erklärt Valerio Krüger, Sprecher des Vorstands der IGFM.

Der 18-jährige Amirhossein Hatami wurde wegen „Moharebeh“ („Feindschaft gegen Gott“) verurteilt, nachdem ihm vorgeworfen worden war, während der Proteste in Teheran im Januar 2026 eine Basij-Basis in Brand gesetzt zu haben. Die Hinrichtung, die vom Obersten Gericht nach einem schnellen und unfairen Verfahren bestätigt wurde, verdeutlicht die Gleichgültigkeit des Regimes gegenüber menschlichem Leben sowie die Entschlossenheit, die Proteste zur Sicherung seiner Macht gewaltsam zu unterdrücken. Wie in vielen anderen Fällen, wurde das „Geständnis“ von Amirhossein Hatami erzwungen, berichtet die IGFM.

In den letzten Tagen wurden weitere politische Gefangene hingerichtet. Nach den Massentötungen und Massenverhaftungen im Januar drohen weitere Hinrichtungen. Die IGFM wiederholt, dass ein solches Regime nicht reformierbar ist und aus Gründen des Machterhalts über Tausende Leichen geht. Ein Ende des Krieges mit einem Fortbestehen des Regimes wird den bereits bestehenden Staatsterror gegen die Zivilbevölkerung um ein Vielfaches ansteigen lassen, warnt die IGFM.

Nach Ehemann Reza Khandan auch Nasrin Sotoudeh wieder verhaftet
Neben der Verhaftung am Abend des 1. Aprils, beschlagnahmten die Behörden auch die elektronischen Geräte Sotoudehs sowie die ihres Ehemanns Reza Khandan, der sich bereits seit Monaten in Haft befindet. Wegen ihrer Arbeit als Anwältin politischer Gefangener und Aktivistin für Frauenrechte wurde sie im Jahr 2018 zu über 30 Jahren Haft verurteilt. Seit Juli 2021 war sie mit zwei Unterbrechungen im Hafturlaub und berichtete diversen Medien über die Lage im Iran. Ihre erneute Verhaftung ist ein eindeutiger Beweis, dass die Herrschaft der Mullahs vollständig auf Angst und nicht auf Legitimität beruht.

Systematischer Terror, um Freiheitswillen einer Nation zu brechen
Trotz anhaltender Proteste, wirtschaftlichen Niedergangs und externen Drucks unterdrückt die Islamische Republik weiterhin gewaltsam den Willen der iranischen Bevölkerung. Statt nachzugeben, verschärft das Regime die Unterdrückung durch die Internetblockade, Verhaftungen und Folter, um die Zivilgesellschaft zum Schweigen zu bringen.

Die IRAN-Berichte der IGFM

Iran’s police chief announced the arrest of at least 1,800 people in recent months over alleged links to opposition groups, online activities, and protests.
Read more in HRANA’s report:
https://ow.ly/H62U50YMq4E

„Im russisch besetzten Süden der Ukraine entfaltet sich derzeit eine weitgehend unbeachtete humanitäre Katastrophe – in der Region Cherson, insbesondere in Oleschky und am linken Ufer von Cherson. Dort sitzen Zivilisten unter einer Art Belagerung durch Drohnen fest, ohne Nahrung,

In ihrem Grußwort an die IGFM betonte Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann @strackzimmermann, Vorsitzende des Ausschusses für Sicherheit und Verteidigung, die enge Verbindung von Sicherheit und Menschenrechten sowie die wachsenden globalen Herausforderungen durch Kriege und

Diese jungen Frauen sind in Gefahr, jederzeit von den Behörden der Islamischen Republik #Iran hingerichtet zu werden.

Lasst uns ihre Stimme sein. Wiederholen wir ihre Namen, schreiben wir über sie, teilen wir ihre Geschichten und fordern wir Menschenrechtsorganisationen sowie

Mehr IGFM-Tweets laden

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

1205, 2026

Thomas Rachel übernimmt Patenschaft für zwei junge Iraner

Der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel, fordert die sofortige Freilassung von Peyvand Naimi und Borna Naimi. Die beiden jungen Sportler und Bahá’í wurden willkürlich festgenommen, Scheinhinrichtungen ausgesetzt und unter Folter zu falschen Geständnissen gezwungen.

2904, 2026

Pressegespräch in Gießen: Verschleppte ukrainische Zivilisten sichtbar machen

Beim Runden Tisch im Rathaus Gießen machten Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft auf das Schicksal verschleppter ukrainischer Zivilisten aufmerksam. Mehrere politische Entscheidungsträger haben bereits Patenschaften übernommen und setzen sich für deren Freilassung ein.

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben