Menschenrechtslage im Iran

Die Islamische Republik Iran ist ein Unrechtsstaat und missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig Berichte und informiert über die Menschenrechtssituation im Iran. 

Im Schatten der Internetblockade: Täglich neue Opfer und Hinrichtungen im Iran

133. Tag der Revolution

Berichtszeitraum: vom 12. Mai bis 18. Mai

Allgemeine Lage:

Die Menschenrechtslage im Iran bleibt seit dem 12. Mai äußerst angespannt. Laut der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) setzt das islamische Regime seine Repressionen durch Internetzensur, verstärkte Propaganda und Hinrichtungen konsequent fort. Die fortwährenden Restriktionen des Internetzugangs erschweren autonome Berichterstattung und führen zu einer zunehmenden Isolation der Bevölkerung in Bezug auf Informationen aus dem Ausland. Gleichzeitig werden aus dem Iran Berichte über weitere Hinrichtungen und verschärfte Maßnahmen gegen politische Gefangene und Regimekritiker bekannt. Staatliche Medien rechtfertigen diese Maßnahmen weiterhin mit dem Schutz der „nationalen Sicherheit“ und verstärken gezielt die Kontrolle über die öffentliche Wahrnehmung.

Opfer der Islamischen Republik: Gewalt und Todesfälle  – deren Schicksal bedingt durch die staatliche Internetblockade erst jetzt im Ausland bekannt wurde

Die 18-jährige Mahna Dokushkani stand am Freitag, dem 9. Januar 2026, vor dem Haus ihrer Tante im Stadtteil Saadi in Kermanshah (Province Kermanshah), als Regimekräfte ihr in den Rücken schossen. Ein enger Vertrauter berichtete, ihr Rücken sei mit Schrotkugeln übersät gewesen.

Kolssom Mirzaei (47) aus Rostam-Abad in der Provinz Gilan wurde am 8. Januar 2026 bei landesweiten Protesten in ihrer Stadt getötet. Sie war Mutter von drei Kindern und von Beruf Farmerin.

Mohammad Amin Majidi war ein 20-jähriger Sportler. Er wurde am 8. Januar vor dem Regierungsgebäude der Provinz Golestan in Azad-Schahr erschossen. Nach seinem Tod wurde seine Familie wochenlang bedroht, damit sie seinen Namen nicht öffentlich macht.

Willkürliche Festnahmen und Hinrichtung:

Mohammad Abbassi, einer der während der landesweiten Proteste im Dezember 2025 Festgenommenen, wurde am 13. Mai im Qezel-Hesar-Gefängnis in Karaj hingerichtet. Sein Todesurteil war kürzlich vom Obersten Gerichtshof bestätigt worden. Eine der Familie dieses politischen Gefangenen nahestehende Quelle berichtete: „Beamte des Qezel-Hesar-Gefängnisses in Karaj baten die Familie von Mohammad Abbassi, ihn im Gefängnis zu besuchen. Als diese jedoch eintraf, wurde ihr der Zugang verweigert. Nachdem die Familie das Gefängnis verlassen hatte, wurde sie telefonisch über die Hinrichtung von Mohammad Abbassi informiert.“

Die 35-jährige Bürgerrechtlerin Leila Jafarlu aus Zanjan (Province Zanjan) wurde am Freitag, dem 25. April 2026, von Regimeschergen festgenommen und an einen unbekannten Ort gebracht. Bis jetzt gibt es nach wie vor keine offiziellen Informationen über ihren Verbleib oder ihren Gesundheitszustand. Leila war bereits im Januar 2022 während der „Frau, Leben, Freiheit“-Proteste festgenommen worden. Sie wurde rund 40 Tage in Einzelhaft gehalten und nach ihrer Freilassung gegen Kaution wegen Propaganda gegen das Regime und der Weitergabe vertraulicher Dokumente zu drei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.

Der in Sabzevar (Provinz Razavi-Chorasan) ansässige Rechtsanwalt Javad Alikordi wurde zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt. Er war am Abend des 12. Dezembers 2025 festgenommen worden, nachdem er ein Protestvideo veröffentlicht hatte, in dem er sich auf die massenhaften Festnahmen von Teilnehmern der Gedenkfeier zum siebten Todestag seines Bruders Khosrow Alikordi bezog. Sein Bruder war Rechtsanwalt und starb plötzlich unter verdächtigen Umständen, während er sich gegen das Regime engagierte.

Arshia Gheysar Beigi, ein Einwohner von Sarableh in der Provinz Ilam, wurde am 5. Mai 2026 von Sicherheitskräften gewaltsam festgenommen. Ihm werden „Moharebeh“ (Feindschaft gegen Gott) und „Korruption auf Erden“ vorgeworfen. Er befindet sich in einer Haftanstalt in der Verhöre in Einzelhaft stattfinden, und erhält keine angemessene medizinische Versorgung.

Weitere Menschenrechtsverletzungen:

Während seit das Internet im Iran seit mehr als 80 Tagen abgeschaltet ist, werden die sozialen Medien mit regierungsfreundlichen Inhalten überschwemmt. Denn Iraner, die einen Zugang über die Whitelist erhalten möchten, müssen eine Quote an täglichen Propaganda-Beiträgen erfüllen, die von KI überwacht wird.
In den letzten Tagen haben die staatlichen Amts-, Polizei- und Justizbehörden der Islamischen Republik den Bürgern wiederholt gedroht, keine Aufnahmen der Luftangriffe zu machen oder diese zu veröffentlichen. Gleichzeitig gibt es Berichte über verschärfte Kontrollen des Regimes in der ganzen Stadt. In einigen Gebieten wurden zahlreiche Kontrollpunkte eingerichtet, an denen auch Mobiltelefone durchsucht werden Diese Maßnahme ist illegal und erfolgt ohne jegliche rechtliche Grundlage.

Tägliche Internetausfälle verursachen der iranischen Wirtschaft direkte Schäden in Höhe von 30 bis 40 Millionen Dollar und indirekte Schäden von 80 Millionen Dollar pro Tag. Der iranische Kommunikationsminister hat erklärt, dass rund zehn Millionen Menschen für ihren Lebensunterhalt auf das Internet angewiesen sind und die Fortsetzung der Beschränkungen ihre Arbeitsplatzsicherheit gefährdet. Gleichzeitig gibt es Berichte über Entlassungen bei großen Digitalunternehmen. Parallel zu dieser Krise hat sich der Schwarzmarkt für den Verkauf von VPNs und „Internetkonfigurationen“ ausgeweitet. Dieser unregulierte Markt hat nicht nur zu steigenden Preisen geführt, sondern begünstigt auch Betrug, Datendiebstahl und die Verbreitung von schädlicher Software.

Bisherige Berichte, nach Datum sortiert

Politische Gefangene im Iran sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Informieren Sie sich über ihre Schicksale und wie sich Abgeordnete für ihre Freilassung einsetzen.

Politische Gefangene der Iran Revolution

Die Islamische Republik Iran ist ein Unrechtsstaat und missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig kurze Portraits von iranischen Zivilisten, die im Zuge der Iran Revolution 2026 willkürlich festgenommen wurden und u.a. die Hinrichtung droht.

Peyvand Naimi

Der 30-jährige Bahá’í Peyvand Naimi wurde ohne Beweise festgenommen und wird unter schwerer Folter sowie Scheinhinrichtungen zu falschen Geständnissen gezwungen. Aufgrund seiner religiösen Identität droht ihm in einem unfairen Verfahren die Todesstrafe, während ihm trotz kritischen Zustands jede medizinische Hilfe verweigert wird.

Borna Naimi

Der Karate-Sportler Borna Naimi wurde aufgrund seiner Bahá’í-Zugehörigkeit inhaftiert und durch Elektroschocks, Scheinhinrichtungen sowie Drohungen gegen seine kleine Tochter zu einem falschen Geständnis gezwungen. Ohne Beweise oder rechtlichen Beistand droht dem Familienvater nun die Todesstrafe, während ihm die notwendige medizinische Behandlung seiner Folterverletzungen verweigert wird.

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