Peyvand Naimi 

Der 30-jährige Bahá’í Peyvand Naimi wurde ohne Beweise festgenommen und wird unter Folter sowie Scheinhinrichtungen zu falschen Geständnissen gezwungen. Aufgrund seiner religiösen Identität droht ihm in einem unfairen Verfahren die Todesstrafe, während ihm trotz kritischen Zustands jede medizinische Hilfe verweigert wird.

Seit dem 8. Januar 2026 in Haft

Peyvand Naimi
Geburtsdatum: –

Festnahme: 8. Januar 2026

Inhaftiert in: Islamische Revolutionsgarde (IRGC) betriebenes Haftzentrum

Vorwurf: Beteiligung an Protesten, angebliche Tötung von drei Mitgliedern der Basij-Miliz

Urteil: – Drohende Todesstrafe

Peyvand Naimi ist ein 30-jähriger iranischer Bahá'í aus Kerman. Vor seiner Verhaftung arbeitete er beruflich als Hundeverhaltensspezialist und -trainer. Verwandte und Bekannte beschreiben ihn als friedliebend, mitfühlend und sehr tierlieb. Er war zudem in seinem Bekanntenkreis als talentierter Schwimmer und Wasserballspieler bekannt. Als Mitglied der Bahá'í-Gemeinde gehörte Peyvand zur größten nicht-muslimischen religiösen Minderheit im Iran, die seit der Gründung der Islamischen Republik systematisch verfolgt wird. 

Festnahme und Haft

Peyvand Naimi wurde am 8. Januar 2026 von Sicherheitskräften an seinem Arbeitsplatz festgenommen und in ein von der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) betriebenes Haftzentrum überführt. Die Behörden warfen ihm die Beteiligung an Protesten in Kerman vor, später auch die Tötung von drei Mitgliedern der Basij-Miliz während dieser Proteste. Es wurden keine Beweise vorgelegt, die zeigen, dass Peyvand Naimi Gewalt angewendet oder befürwortet hat, ebenso wenig war er in gewalttätige oder extremistische Aktivitäten verwickelt. 

Die Behörden warfen ihm zudem vor, den angeblichen Tod des ehemaligen Obersten Führers Ali Khamenei gefeiert zu haben, obwohl er zu diesem Zeitpunkt inhaftiert war und keinen Zugang zu Kommunikationsmitteln oder Nachrichten hatte. Es wurden keine glaubwürdigen Beweise zur Stützung dieser Anschuldigungen öffentlich vorgelegt.

Angehörige, Vertreter der Bahá'í und Menschenrechtsorganisationen sind der Ansicht, dass Peyvand Naimi in erster Linie aufgrund seiner religiösen Identität als Bahá'í ins Visier der Behörden genommen wurde. Es wurden nur sehr wenige Informationen über offizielle Gerichtsverfahren gegen Peyvand Naimi veröffentlicht, was an sich schon schwerwiegende Bedenken hinsichtlich eines fairen und transparenten Verfahrens aufwirft. Der Fall scheint jedoch von Sicherheits- und Justizbehörden bearbeitet zu werden, die mit den IRGC und der Justiz in der Provinz Kerman verbunden sind. 

Peyvand Naimi wurde, seit er am 8. Januar 2026 festgenommen wurde, wiederholt zwischen dem Gefängnis von Kerman und Haftanstalten der Islamischen Revolutionsgarden hin- und her verlegt, um weiteren Verhören und Folter unterzogen zu werden, insbesondere nachdem Ende Februar 2026 neue Anschuldigungen erhoben worden waren. 

Ihm wurde der unmittelbare Zugang zu einem Anwalt verweigert, und er wurde langanhaltender Einzelhaft und Verhören ausgesetzt. Das staatliche Fernsehen sendete sein erzwungenes Geständnis, noch bevor ein Gerichtsverfahren stattgefunden hatte, was gegen die menschenrechtlichen Prinzipien der Unschuldsvermutung und die Standards für ein faires Verfahren verstößt. Nach den vorliegenden Informationen zufolge gibt es keine transparenten Gerichtsverfahren und keine glaubwürdigen Beweise, die öffentlich vorgelegt wurden, die die gegen ihn erhobenen Vorwürfe stützen. 

Urteilsverkündung 

Bislang wurde noch kein endgültiges Urteil öffentlich verkündet. Familienangehörige und die IGFM befürchten, dass die Behörden auf der Grundlage von durch Folter erzwungenen Geständnissen die Todesstrafe verhängen könnten. 

Misshandlung 

Nach Angaben von bekannten Quellen und Angehörigen wurde er wiederholt geschlagen, dem Schlaf entzogen, langwierigen Verhören unterzogen, in Einzelhaft gehalten und ihm wurden Nahrung und Wasser vorenthalten. Berichten zufolge waren seine Hände und Füße 48 Stunden lang gefesselt, während er zusätzlich an einer Wand angebunden war. 

Besonders alarmierend ist, dass Peyvand bis jetzt mindestens zwei Scheinhinrichtungen ausgesetzt war. Berichten zufolge legten die Verhörenden ihm eine Schlinge um den Hals und drohten mit einer unmittelbar bevorstehenden Hinrichtung, um ihn zu einem Geständnis zu zwingen. Bei einem Vorfall wurde der Hocker unter ihm beinahe weggetreten. 

Medizinische Versorgung 

Angehörige berichten, dass er nach der Folter und der lang andauernden Einzelhaft unter unkontrollierbarem Augenzucken, Magen-Darm-Problemen, Erschöpfung und den Folgen der schweren psychischer Belastung litt. Trotz seines Zustands haben ihm die Behörden eine angemessene medizinische Versorgung verweigert. 

Bekannt ist, dass Peyvand aus einer Bahá'í-Familie in Kerman stammt und engen Kontakt zu Verwandten unterhält, die wiederholt tiefe Sorge um seine Sicherheit und sein Wohlergehen geäußert haben. Einige Verwandte, die außerhalb des Iran leben, haben öffentlich über seinen Zustand in Haft und die Folter, die er erdulden muss, gesprochen. Berichten zufolge wurde Peyvand lediglich sehr begrenzt Kontrakt zu seiner Familie erlaubt seit seiner Verhaftung im Januar. Es gibt keine bestätigten Informationen darüber, dass er verheiratet ist oder Kinder hat. 

 

Helfen Sie Peyvand Naimi !

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Islamischen Republik Iran und den iranischen Justizchef in Teheran, Gholamhossein Mohseni-Ejei. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen Peyvand Naimi:

Iranische Botschaft in Deutschland
Botschafter: Herr Majid Nili Ahmadabadi
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
E-Mail: info@iranbotschaft.de

Iranischer Justizchef
Chief Justice Gholamhossein Mohseni-Ejei
The judiciary
Valiasr Avenue, Pastor Avenue, In front of Jami police station
Tehran
Islamic Republic of Iran

Wie schreibe ich einem Gefangenen?

Sehr geehrter Herr Botschafter / Sehr geehrter Herr Justizchef,

ich schreibe Ihnen, um meine tiefe Sorge um das Leben des am 8. Januar 2026 festgenommenen Peyvand Naimi auszudrücken.

Der 30-jährige Hundetrainer und Sportler wird ohne glaubwürdige Beweise festgehalten. Es gibt Berichte über Folter, Einzelhaft und Scheinhinrichtungen, um Geständnisse zu erzwingen. Zudem wird ihm trotz seines kritischen Gesundheitszustands medizinische Hilfe verweigert. Es steht zu befürchten, dass Herr Naimi allein aufgrund seiner Zugehörigkeit zum Bahá’í-Glauben verfolgt wird.

Machen Sie in den sozialen Medien auf Peyvand Naimi aufmerksam und nutzen Sie diese Hashtags:

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