Borna Naimi

Der Sportler Borna Naimi wurde aufgrund seiner Bahá’í-Zugehörigkeit inhaftiert und durch Elektroschocks, Scheinhinrichtungen sowie Drohungen gegen seine kleine Tochter zu einem falschen Geständnis gezwungen.
Seit dem 1. März 2026 in Haft
Borna Naimi ist ein 29-jähriger iranischer Bahá’í aus Kerman. Er ist verheiratet und Vater einer dreijährigen Tochter. Vor seiner Festnahme war Borna als erfolgreicher Karate-Sportler bekannt, der bei nationalen und internationalen Wettkämpfen Goldmedaillen gewann. Verwandte und Bekannte beschreiben ihn als friedlich, familienorientiert und seinen religiösen Überzeugungen verbunden. Vor seiner Verhaftung war Borna Naimi nicht in gewalttätige, extremistische oder bewaffnete Aktivitäten verwickelt. Naimi wurde am 1. März 2026 an seinem Arbeitsplatz in Kerman von sechs maskierten Beamten des Geheimdienstes der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) festgenommen. Er wurde in ein Haftzentrum der IRGC überführt.
Die Behörden warfen Borna vor, gemeinsam mit seinem Cousin Peyvand Naimi an der Tötung von drei Mitgliedern der Basij-Miliz, während der Proteste im Januar 2026 beteiligt gewesen zu sein. Berichten zufolge zwangen die Verhörbeamten Borna, ein vorformuliertes Geständnis zu unterzeichnen, das beide Männer in die mutmaßlichen Tötungen verwickelte. Es wurden keine glaubwürdigen Beweise zur Stützung der Vorwürfe öffentlich vorgelegt, und es fand kein transparentes Gerichtsverfahren statt.
Der wahre Grund für die Inhaftierung
Angehörige, Vertreter der Bahá’í und Menschenrechtsorganisationen sind der Ansicht, dass Borna Naimi in erster Linie aufgrund seiner religiösen Identität als Bahá’í und wegen seiner familiären Verbindung zu Peyvand Naimi ins Visier genommen wurde.
Gerichtsverfahren
Es wurden nur sehr wenige Informationen über das offizielle Gerichtsverfahren gegen Borna Naimi veröffentlicht. Der Fall scheint von Sicherheits- und Justizbehörden bearbeitet zu werden, die mit dem IRGC und der Justiz in der Provinz Kerman verbunden sind. Verfügbaren Berichten zufolge wurde Borna der Zugang zu einem Anwalt seiner Wahl verweigert, und er wurde langanhaltender Einzelhaft und wiederholten Verhören ausgesetzt. Den vorliegenden Informationen zufolge gibt es kein transparentes Gerichtsverfahren und es wurden keine glaubwürdigen Beweise öffentlich vorgelegt, um die gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu untermauern.
Urteilsverkündung
Bislang wurde noch kein endgültiges Urteil öffentlich verkündet. Menschenrechtsorganisationen und Familienangehörige befürchten, dass die Behörden auf der Grundlage von durch Folter erzwungenen Geständnissen die Verhängung der Todesstrafe anstreben könnten.
In den ersten Tagen seiner Haft wurde er Berichten zufolge wiederholt auf Rippen, Brust, Flanken und Rücken geschlagen. Er wurde in einem speziellen Gefängnisbereich festgehalten, der angeblich als „Todesflügel“ bekannt ist und in dem Gefangene untergebracht werden, die auf ihre bevorstehende Hinrichtung warten. In diesem Bereich wurde er angeblich allein in einer sehr kleinen Zelle eingesperrt, in der er zwischen Tag und Nacht nicht unterscheiden konnte. Borna wurde Berichten zufolge mit mindestens zwei Scheinhinrichtungen unter Druck gesetzt. Außerdem wurde er mit Elektroschocks gefoltert, die so stark waren, dass sie Verbrennungen an seinen Beinen und Füßen verursachten. Darüber hinaus drohten die Verhörbeamten wiederholt seiner Frau und seiner dreijährigen Tochter, unter anderem damit, dass sein Kind in ein staatliches Waisenhaus gegeben werden wird, sollte er sich weigern zu kooperieren.
Medizinische Versorgung
Berichten zufolge erlitt Borna Naimi während der Haft Verletzungen und Verbrennungen durch Elektroschocks und Schläge. Es bestehen ernsthafte Annahmen zur Sorge hinsichtlich seines körperlichen und psychischen Zustands. Trotz dieser Bedenken haben die Behörden, Berichten zufolge Borna Naimi eine angemessene medizinische Versorgung verweigert.
Borna Naimi hat eine sehr enge emotionale Bindung zu seinem Kind. Berichten zufolge wurde er während der Verhöre wiederholt in die Nähe seines Familienhauses gebracht, um den psychischen Druck zu verstärken. Seit seiner Inhaftierung wurde ihm nur begrenzter Kontakt zu seiner Familie gestattet.