Belarus: 848 politische Gefangene

Anlässlich des Tages der Solidarität mit politischen Gefangenen in Belarus am 21. Mai macht die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) auf ihr Schicksal und die systematische Anwendung von Folter in belarusischen Gefängnissen aufmerksam. Foto: Canva

Tag des politischen Gefangenen in Belarus

Belarus: Über 840 politische Gefangene – Regime übt Atomkrieg

IGFM fordert sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen 

Minsk/Frankfurt am Main, 20. Mai 2026  –  Während das Lukaschenko-Regime gemeinsam mit Russland neue Übungen zum Einsatz taktischer Atomwaffen abhält, sitzen weiterhin hunderte politische Gefangene unter unmenschlichen Bedingungen in belarusischen Strafkolonien. Anlässlich des Tages der Solidarität mit politischen Gefangenen in Belarus am 21. Mai macht die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) auf ihr Schicksal und die systematische Anwendung von Folter in belarusischen Gefängnissen aufmerksam. Stellvertretend für viele junge Menschen in Haft erinnert die IGFM an die 19-jährige Aliaksandra Pulinovich aus Minsk.

Aliaksandra Pulinovich, die nach ihrem Abschluss Veterinärmedizin studieren wollte, war bei ihrer Festnahme im Januar 2024 erst 16 Jahre alt und noch im letzten Schuljahr. Anderthalb Jahre später wurde sie wegen angeblicher Beteiligung an einer anarchistischen Gruppierung zu 10 Jahren und 3 Monaten Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Mit ihr wurden fünf weitere junge Menschen verhaftet.

„Der Fall von Aliaksandra Pulinovich zeigt deutlich, wie junge Menschen in Belarus kriminalisiert und mit drakonischen Strafen eingeschüchtert werden. So sichert sich dieses bei jungen Menschen unpopuläre Regime seine Zukunft“, so Valerio Krüger, Sprecher des Vorstands.

Systematische Einschüchterung regimekritischer Mitbürger 
Politische Gefangene werden in Belarus gezielt isoliert, unter Druck gesetzt und durch unmenschliche Haftbedingungen zermürbt, berichtete vor kurzem der ehemalige politische Gefangene Mikola Dziadok im Gespräch mit der IGFM. Ziel sei nicht allein Bestrafung, sondern die bewusste Entwürdigung und Einschüchterung regimekritischer Mitbürger. Nach Angaben des belarusischen Menschenrechtszentrums „Viasna“ befinden sich derzeit mindestens 848 politische Gefangene in Haft, Tausende Menschen wurden seit 2020 gefoltert und mindestens 8.000 Strafverfahren gegen sogenannte Extremisten eingeleitet.

Die IGFM fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung aller 848 belarusischen politischen Gefangenen. Die systematische Anwendung von Folter in belarusischen Gefängnissen sowie die Bereitschaft des Lukaschenko-Regimes, Russland in seinem verbrecherischen Krieg zu unterstützen, müssen auf internationaler Ebene sorgfältig dokumentiert und die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

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Beim Runden Tisch im Rathaus Gießen machten Vertreter aus Politik und Zivilgesellschaft auf das Schicksal verschleppter ukrainischer Zivilisten aufmerksam. Mehrere politische Entscheidungsträger haben bereits Patenschaften übernommen und setzen sich für deren Freilassung ein.

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