Aliaksandra Pulinovich

Die belarusische Aktivistin Aliaksandra Pulinovich wurde im Januar 2024 festgenommen, nachdem staatliche Medien sie als Mitglied der anarchistischen Gruppe „Schwarze Nachtigallen“ dargestellt hatten. Im Oktober 2025 wurde sie wegen Vorwürfen wie „Vorbereitung von Terrorakten“ und „illegaler Handlungen mit Feuerwaffen und Sprengstoffen“ zu 10 Jahren und 3 Monaten Haft in einer Strafkolonie verurteilt.
10 Jahre Haft wegen angeblicher Beteiligung an den „Schwarzen Nachtigallen“
Aliaksandra wuchs in Minsk auf und war zum Zeitpunkt ihrer Festnahme am 12. Januar 2024 Schülerin im letzten Schuljahr. Sie liebt Tiere, hat zwei Katzen und hatte den Plan, nach der Schule Veterinärmedizin an einer landwirtschaftlichen Universität zu studieren. Ihr wurde vorgeworfen, gemeinsam mit fünf weiteren inhaftierten Jugendlichen, Teil einer anti-belarusischen Gruppierung (“Die schwarzen Nachtigallen”) gewesen zu sein. Aus diesem Grund wurde sie 2025 zu 10 Jahren und 3 Monaten Haft verurteilt.
Festnahme, Anklage und Prozess
Aliaksandra wurde unter anderem wegen „Vorbereitung von Terrorakten“ (Art. 289) sowie „Vorbereitung illegaler Handlungen im Zusammenhang mit Feuerwaffen und Sprengstoffen“ (Art. 295) angeklagt. Die belarusischen Behörden nutzten diese Vorwürfe, sowie den Vorwurf der „Entweihung von Gebäuden“ (Art. 341), um Aliaksandra als Teil einer abgegrenzten, geplanten, kriminellen Organisation darzustellen. Das juristische Konstrukt der „organisierten Gruppe“ dient dazu, Strafen zu verschärfen und die Personen als gefährliche, koordinierte Gefahr für den Staat zu inszenieren. Im Oktober 2025 wurde sie zu 10 Jahren und 3 Monaten Freiheitsstrafe in einer Strafkolonie (IK‑4 nahe Gomel) verurteilt.
Fall der “Schwarzen Nachtigallen”
Die staatlichen Medien in Belarus veröffentlichten im April 2024 einen Propaganda-Film, in dem behauptet wurde, dass Aliaksandra Teil einer anarchistischen Gruppierung (“Die schwarzen Nachtigallen”) sei, deren Ziel die Sabotage von Belarus und Russland ist. Dem Film zufolge stand die Organisation in Verbindung mit der “People’s Liberation Army of Ukraine” und dem Sicherheitsdienst der Ukraine. Den Behörden zufolge soll sich die Gruppe in einer Wohnung in Baranovičy getroffen haben, um einen Sprengkörper zusammenzubauen und später zu testen – zugleich verbreiteten sie aber Parolen wie „Tod der Diktatur“ oder „Lang lebe Belarus“. Neben ihr wurden fünf weitere junge Menschen in Zusammenhang mit den “schwarzen Nachtigallen” festgenommen: Mariya Misyuk, Siarhei Zhyhaliou, Dzmitry Zakharoshko, Anastasia Klimenko, and Trafim Barysau.
Stand: April 2026


