Kubanischer Unabhängigkeitstag

Zum kubanischen Unabhängigkeitstag am 20. Mai 2026 zeichnet die IGFM ein düsteres Bild: Das Land steckt in der schwersten Krise seiner jüngeren Geschichte. Die menschenrechtliche Lage ist katastrophal. Die IGFM fordert die sofortige Freilassung von über 1.200 politischen Gefangenen, die unter unmenschlichen Bedingungen leiden. Foto: Canva.
20. Mai – Kubanischer Unabhängigkeitstag
Kuba: Armut, Hunger & Repression zum Jahrestag
IGFM fordert Freilassung von über 1.200 politischen Gefangenen in Kuba
Havanna/Frankfurt am Main, 19. Mai 2026 – Die menschenrechtliche und versorgungstechnische Lage auf Kuba ist katastrophal und spitzt sich täglich zu. Bevölkerung und politische Gefangene leiden an Unterernährung, Oppositionelle landen im Gefängnis, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) anlässlich des kubanischen Unabhängigkeitstags, der sich am 20. Mai zum 124. Mal jährt. Über 1.200 politische Gefangene sind im Gefängnis "unmenschlichen, wahrhaft höllischen Bedingungen" ausgesetzt, schildert der ehemalige politische Gefangene José Daniel Ferrer.
Als „die schwerste Krise in seiner jüngeren Geschichte" beschrieb der Gründer der Bürgerbewegung UNPACU, José Daniel Ferrer, vor kurzem gegenüber der IGFM die aktuelle Lage auf Kuba. Ferrer, der jahrelang Opfer von Repressionen und Haft war, betonte, dass die Krise in der systematischen Verweigerung grundlegender Freiheiten begründet ist. „Ein demokratischer Wandel in Kuba ist nicht nur notwendig – er ist dringend", erklärte der Bürgerrechtler.
Die IGFM berichtet von anhaltenden Repressalien gegen Angehörige politischer Gefangener. Im Mai 2026 wurde Saylí Navarro im Frauengefängnis La Bellotex in Matanzas bestraft, nachdem sie über die Misshandlung ihres Vaters, des politischen Gefangenen Félix Navarro, im Gefängnis von Agüica berichtet hatte. Er soll von einem Gefängniswärter angegriffen und in Isolationshaft gesteckt worden sein. Nach der Enthüllung verlor Saylí Navarro zuvor gewährte Strafmilderungen. Die IGFM fordert die sofortige Freilassung beider Gewissensgefangenen.
Willkürliche Inhaftierung und unmenschliche Haftbedingungen
Tausende Kubaner sind politischer Verfolgung, willkürlicher Inhaftierung und unmenschlichen Haftbedingungen ausgesetzt, weil sie friedlich ihre abweichende Meinung zum Ausdruck gebracht haben. Einem Bericht von Prisoners Defenders zufolge leiden 447 politische Gefangene unter schweren gesundheitlichen Problemen. Weitere 34 Gefangene gelten als unmittelbar gefährdet, darunter Minderjährige, Mütter und Schwerkranke.
Die IGFM appelliert an die europäischen Regierungen, ihre Beziehungen zum kubanischen Regime grundlegend zu überprüfen. Politische und wirtschaftliche Kooperationsabkommen, wie das Abkommen über Politischen Dialog und Zusammenarbeit (PDCA), könnten nicht mit einer Regierung aufrecht erhalten werden, die ihr eigenes Volk unterdrückt und grundlegende Freiheiten verweigert, so die IGFM.




