FÜR DIE MENSCHENRECHTE – Mitteilungen an Freunde und Förderer, Nr. 04 – Mai 2026
Irak: Fachkräfte und Bleibewillen fördern

Subaz Ali ist Ärztin, weil die IGFM ihr das Studium ermöglicht hat
„Ich habe meine Sekundarschulausbildung in der Region Kurdistan mit einer Note von 98 Prozent abgeschlossen und an der Universität in Mosul ein Studium der Allgemeinmedizin aufgenommen. Als ich aufgrund meiner finanziellen Situation mein Studium nicht fortsetzen konnte, stand mir die IGFM zur Seite, insbesondere Frau Katrin Bornmüller. Dafür und für alles, was die IGFM seit 2014 für jesidische Flüchtlinge geleistet hat, möchte ich Ihnen meinen tiefsten Dank aussprechen“, sagt Subaz Ali in einer Video-Botschaft an die IGFM-Jahresversammlung im April in Bonn.
Subaz Ali ist heute Ärztin. Seit 2014 lebt sie immer noch mit ihrer Mutter und sechs Geschwistern in zwei Zelten im Lager Al-Sheikhan. Ihre Startbedingungen waren von Entbehrung und Armut geprägt, und dennoch hielt sie an ihrem Traum fest, Medizin studieren zu dürfen. Sie lernte eifrig und machte ein gutes Abitur. Doch bei der Vergabe von Stipendien für ein Studium hatten Jesidinnen nicht die gleichen Chancen. Bei einer Verteilungsaktion von humanitärer Hilfe an einer Hochschule wurde IGFM-Referent Khalil al-Rasho von Studenten auf deren schwierige Situation angesprochen: Viele, insbesondere jesidische Studentinnen, litten unter den psychischen Folgen erlittener IS-Verfolgung und nun auch wegen ihrer prekären finanziellen Situation unter Traumata. Seit dem massiven Rückzug internationaler Organisationen aus den Flüchtlingslagern in den vergangenen zwei Jahren, bei denen sich Studenten leichter und fair bezahlt etwas hinzuverdienen konnten, müssen viele jetzt unter körperlich anstrengenden Bedingungen auf Feldern arbeiten, und sie spüren, dass Arbeitgeber sie in Kenntnis ihrer Lage für nur sieben Euro am Tag ausbeuten, aber sie mangels alternativer Arbeitsangebote nichts dagegen tun können. Einzelne sagten, dass sie bereits an Selbstmord gedacht hatten.
Vor sechs Jahren nahm die IGFM mehrere Studenten mit Nachweisen über gute Semesterabschlüsse in ein Förderprogramm auf. Subaz Ali ist die zweite, die ihr Studium erfolgreich abschließen konnte. Und was der IGFM besonders wichtig ist: Subaz Ali geht nicht zwecks besserer Verdienstmöglichkeiten ins Ausland, sondern bleibt in ihrer Heimat Kurdistan, ist für ihre Mitflüchtlinge ein Anker und damit Partnerin beim Wiederaufbau ihrer Heimat. Genau diese Einstellung will die IGFM fördern und hofft dabei auf Ihre Mithilfe. Für Lebensunterhalt, Studiengebühren, weiterführende Kursangebote, Bücher und sonstige Studienmaterialien steuert die IGFM 500 Euro pro Semester für Studenten bei, die in den Flüchtlingslagern leben müssen, und dennoch zielgerichtet auf einen erstklassigen Abschluss hinarbeiten und bereit sind, ihre Leistungen nachzuweisen. Alle Spenden in jeder Höhe sind willkommen.
Dieser Artikel wurde publiziert in der Mai 2026-Ausgabe der Zeitschrift ‚Für die Menschenrechte‘
Jetzt spenden
Irak-Studenten (894)
Zum Spendenformular
Weitere Beiträge der Mai 2026-Ausgabe
Zeitschrift: Für die Menschenrechte04 - 2026
Schutz vor Zwangsehe und Verfolgung: Nach ihrer traumatischen Entführung und Flucht lebt die junge Christin Maira Shahbaz unter fortwährender Angst in Pakistan. Die IGFM unterstützt Betroffene wie sie durch die Unterbringung in „Safe Houses“ und finanzielle Soforthilfe, um minderjährige Mädchen vor Zwangsbekehrung und rechtlos legitimiertem Missbrauch zu schützen.
Zeitschrift: Für die Menschenrechte04 - 2026
Zukunftschancen statt Terror: Nach der Flucht vor islamistischen Milizen und bitterer Armut erhält die 19-jährige Agnes C. durch die IGFM und das Hilfswerk WETE die Chance auf eine Berufsausbildung in Südnigeria. Trotz der anhaltenden Gewalt gegen die christliche Bevölkerung ermöglichen diese Patenschaften jungen Frauen einen Neuanfang durch handwerkliche Ausbildung und psychologischen Beistand.
Zeitschrift: Für die Menschenrechte04 - 2026
Vom Straflager zurück ins Leben: Nach 17 Monaten ungerechtfertigter Haft und schwerer Misshandlungen in Russland konnte der Russlanddeutsche Kevin Lick durch einen Gefangenenaustausch nach Deutschland zurückkehren. Heute besucht der ehemalige politische Gefangene das Gymnasium, um sein Abitur nachzuholen und macht sich aktiv für die rund 130 verbliebenen minderjährigen Inhaftierten in seiner ehemaligen Heimat stark.
