Menschenrechtslage im Iran

Die Islamische Republik Iran ist ein Unrechtsstaat und missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig Berichte und informiert über die Menschenrechtssituation im Iran. 

Unterstützung wird immer dringender

59. Tag der Revolution

Berichtszeitraum: 17. bis 24. Februar

Überblick: 

Im Zeitraum vom 17. bis 24. Februar 2026 bleibt die Menschenrechtslage im Iran weiterhin angespannt. Trotz massiver Repressionen kam es in mehreren Städten erneut zu Studierendenprotesten, bei denen Hunderte Studierende auf dem Gelände mehrerer Universitäten demonstrierten oder Solidaritätsbekundungen für politische Gefangene abhielten. Regimeschergen reagierten in Teilen mit Verhaftungen und dem Einsatz von Gewalt, insbesondere an Hochschulen in Teheran und Isfahan. Parallel dazu sind weiterhin Zehntausende Menschen inhaftiert oder verschwunden. Zudem bleibt die Informationsfreiheit stark eingeschränkt, und unabhängige Berichterstattung über die Lage wird durch digitale Blockaden behindert.

Die Zeitung The Guardian und weitere gut informierte Quellen meldeten sogar über 30.000 Todesopfer. Aufgrund der anhaltenden Einschränkungen der Berichterstattung geht die IGFM davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer deutlich höher ist, als die von der Nachrichtenagentur HRANA bestätigte Zahl.

Das Foto wurde mit der folgenden Beschreibung versehen: „Montag, 23. Feb., in der Nähe der Enghelab-Straße, nahe der Universität Teheran“. 

Opfer der Islamischen Republik: Gewalt und Todesfälle

Payam Kouhestani (35) war ein junger Vater aus Chalus im Norden des Iran. Er wurde am 8. Januar von islamistischen Terroristen erschossen, als er sich heldenhaft bemühte, einen verwundeten Demonstranten in sein Restaurant zu bringen und zu retten.

Der 15-jährige Ilya Jafari aus Maschhad wurde am 8. Januar bei den landesweiten Demonstrationen vom islamischen Regime des Iran getötet.

Die 13-jährige Aynaz Rahimi Hajji Abadi wurde am 8. Januar 2026 in Najafabad in der Provinz Isfahan von den repressiven Kräften der Islamischen Republik mit einem Schuss in den Rücken direkt ins Herz getötet. In ihrer Traueranzeige schrieb die Familie: „Wir sind keine Trauernden, wir haben [Aynaz] diesem Land geschenkt.“

Willkürliche Festnahmen und Hinrichtungsgefahr

Mobin Baziyar, ein gehörloser iranischer Bürger, wurde am 29. Januar gewaltsam von seinem Arbeitsplatz in Rasht (Provinz Gilan) entführt. Er arbeitete in einer Autowerkstatt. Berichten zufolge sieht er sich schweren Anklagen wie „Moharebeh („Krieg gegen Gott“) ausgesetzt. Er kann sich nicht verteidigen und hat keinen Zugang zu einem unabhängigen Anwalt. Ein faires Verfahren gibt es nicht.

Die 16-jährige Diana Taherabadi wurde am 8. Januar in Gohardasht, Karaj in der Provinz Teheran verhaftet und zum Tode verurteilt. Sie wuchs bei ihrer Großmutter auf, da ihre Eltern verstorben sind. Sie hat niemanden, der sich um ihren Fall kümmert.

Taymaz Aagh ist 16 Jahre alt und stammt aus der Provinz Gonbad-e-Kavous in Golestan. Er wurde am 3. Januar verhaftet. Um ihn unter Druck zu setzen, nahmen die Regimeschergen zuerst seinen Vater mit. Grund dafür waren einige kritische Beiträge, die Taymaz auf seinem Instagram-Account gepostet hatte. Er wurde gefoltert und stundenlang an den Füßen aufgehängt. Ihm wird vorgeworfen, Proteste angeführt zu haben und im Besitz von Schusswaffen zu sein. Seine Folterer forderten ihn auf, ihnen die Namen anderer Demonstranten zu nennen, was er jedoch ablehnte. Jetzt sitzt er ohne fairen Prozess im Gefängnis.

Am Morgen des 11. Februars 2026 durchsuchten Zivilbeamte eines Geheimdienstes der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) die Wohnung eines Belutschen im Gebiet Sarkur, Bezirk Sarbaz, in der Provinz Sistan und Belutschistan. Die Regimeschergen verhafteten ihn, ohne einen richterlichen Haftbefehl vorzulegen oder die Anklagepunkte mitzuteilen. Auch nach zehn Tagen gibt es keine Informationen über seinen Haftort oder seinen Gesundheitszustand. Halvash, eine NGO, die sich für die Belutschen im Iran einsetzt, hat die Identität des Verhafteten bestätigt. Es handelt sich demnach um den 19-jährigen Mohsen Ahourani.

Nirvana Torbati Nezhad und ihre Mutter, Saya Amirkhani, wurden am Sonntag, dem 22. Februar, von Polizisten und islamistischen Kräften in Gorgan verhaftet. Die beiden Bürgerinnen wurden während der Gedenkfeier zum 40. Todestag von Hossein Soleimani, einem der Opfer der Proteste im Dezember, in der Stadt Gorgan von Geheimagenten des islamischen Geheimdienstes der Provinz Golestan festgenommen.

Studierendenproteste ab dem 21. Februar 2026

Zum Beginn des neuen akademischen Semesters am 21. Februar 2026 kam es an zahlreichen iranischen Universitäten zu erneuten Studierendenprotesten. An Hochschulen (Elite-Hochschulen) wie der Sharif University of Technology (AryaMehr), der Amirkabir University of Technology, der Universität Teheran, der Iran University of Science and Technology und der Ferdowsi University in Mashhad versammelten sich große Gruppen von Studierenden. Sie gedachten der im Januar getöteten Kommilitoninnen und Kommilitonen und demonstrierten gegen staatliche Repression.

Die Studierenden skandierten regimekritische Parolen wie „Tod dem Diktator” und „Freiheit” und forderten die Freilassung politischer Gefangener. In mehreren Fällen kam es zu Zusammenstößen mit staatlichen bewaffneten Einheiten oder regimetreuen Milizen (Basij).

Berichten zufolge wurden auch Rufe nach umfassender politischer Veränderung laut. Die Aktionen setzten sich über mehrere aufeinanderfolgende Tage hinweg fort und wurden von Studierenden an Universitäten im ganzen Land getragen. Trotz hoher Repressions- und Einschüchterungsmaßnahmen gingen sie weiter auf die Straße. Sie hissen die Löwen- und Sonnenflagge – die alte Flagge des Iran vor der islamischen Revolution – und verbrennen gleichzeitig die Flagge der Islamischen Republik mit islamischen Symbolen.

Bisherige Berichte, nach Datum sortiert

Politische Gefangene im Iran sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Informieren Sie sich über ihre Schicksale und wie sich Abgeordnete für ihre Freilassung einsetzen.

Manouchehr Bakhtiari

Manouchehr Bakhtiari ist der Vater des Aktivisten Pouya, der am zweiten Tag der landesweiten Proteste 2019 ermordet wurde. Seit dem Tode seines Sohns stellte sich Manochehr öffentlich gegen das Regime der Islamischen Republik und wurde mehrfach verhaftet.

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