Atena Daemi und Narges Mohammadi

Die iranische Menschenrechtsverteidigerin Narges Mohammadi wurde am 23. Januar 2022 zu einer achtjährigen Haftstrafe und 70 Peitschenhieben verurteilt. Demgegenüber steht die erfreuliche Nachricht über die Freilassung der bekannten Menschenrechtlerin Atena Daemi, die wegen „Beleidigung des Obersten Führers“ über sieben Jahre ihrer Freiheit beraubt wurde.

Iran: Freilassung von Atena Daemi, neues Urteil gegen Narges Mohammadi

IGFM entsetzt über neues Urteil gegen Frauenrechtlerin

Frankfurt / Teheran, 28. Januar 2022 – Die iranische Menschenrechtsverteidigerin Narges Mohammadi wurde am 23. Januar 2022 zu einer achtjährigen Haftstrafe und 70 Peitschenhieben verurteilt. Die Trägerin des Menschenrechtspreises der Stadt Weimar war erst im Oktober 2020 aus der Haft entlassen worden. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ist über die erneute Strafe entsetzt und verurteilt diesen Akt der Willkür. Die IGFM freut sich jedoch über die Freilassung der bekannten Menschenrechtlerin Atena Daemi, die wegen „Beleidigung des Obersten Führers“ über sieben Jahre ihrer Freiheit beraubt wurde.

Mohammadis Ehemann zufolge dauerte die Gerichtsverhandlung nur fünf Minuten. Mohammadi wurde bereits am 17. November 2021 verhaftet und ins Qarchak-Gefängnis südlich von Teheran gebracht. Die ehemalige Sprecherin des iranischen Zentrums für Menschenrechtsverteidiger war im Oktober 2020 aus dem Gefängnis freigekommenDie IGFM fordert die Aufhebung des Urteils und die sofortige Freilassung der Frauenrechtlerin.

Freiheit für Atena Daemi nach sieben Jahren Gefängnis

Eine erfreuliche Nachricht ist laut IGFM hingegen die Freilassung der Menschenrechtlerin Atena Daemi nach über sieben Jahren willkürlicher Haft. Daemi wurde im Jahr 2014 verhaftet und wegen “Handlungen gegen die nationale Sicherheit” und “Beleidigung des Obersten Führers” zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie setzte sich besonders für die Rechte von Kindern sowie die Abschaffung der Todesstrafe ein. Die IGFM dankt dem Europaabgeordneten Moritz Körner, FDP, der sich seit Februar 2021 mit einer politischen Patenschaft persönlich für die Freilassung von Atena Daemi eingesetzt hat.

Verweigerte medizinische Versorgung, Hafturlaub und willkürliche Festnahmen

Wie die IGFM zudem berichtet, musste der iranische Regisseur und Menschenrechtsaktivist Mohammad Nourizad vor wenigen Tagen ins Gefängnis zurückkehren. Nourizad wurde im November 2021 aufgrund des sich verschlechternden Gesundheitszustands in den medizinischen Hafturlaub entlassen. Sein Anwalt warnte ausdrücklich, dass die medizinische Behandlung noch nicht abgeschlossen und er daher dringend auf die Verlängerung des Hafturlaubs angewiesen sei. Die Menschenrechtsorganisation aus Frankfurt fordert die iranischen Behörden auf, Mohammad Nourizad die notwendige medizinische Behandlung zu gewähren.

Gemeinsam gegen die Todesstrafe

Narges Mohammadi, Atena Daemi und Mohammad Nourizad gehören zu den prominenten Gesichtern im Kampf für die Abschaffung der Todesstrafe im Iran. Nourizad und Mohammadi beteiligten sich an der „Legam“-Kampagne, die darauf abzielt, Hinrichtungen im Iran zu verbieten. Die Bürgerrechtler kritisieren die Todesstrafe als Verstoß gegen internationale Menschenrechtsverträge und fordern ein Ende willkürlicher Verurteilungen.

Atena_Daemi

Die bekannte Menschenrechtlerin Atena Daemi

Die iranische Menschenrechtsverteidigerin Narges Mohammadi

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