FÜR DIE MENSCHENRECHTE – Mitteilungen an Freunde und Förderer, Nr. 10 – November 2025
Iran – Regime richtet sich brutal gegen Andersgläubige

Zeigen Sie den Verfolgten, dass sie nicht vergessen sind!
„Laleh Saati ist zum Christentum übergetreten. Das Regime nahm sie fest und brachte sie ins Evin-Gefängnis. Es geht ihr dort psychisch schlecht“, so berichtet eine Exil-Iranerin der IGFM. Nach der Festnahme der 46-jährigen iranischen Christin am 13. Februar 2024 im Haus ihres Vaters folgte ein Schnellverfahren: Am 16. März wurde es eröffnet und acht Tage darauf erging das Urteil des berüchtigten Richters Iman Afshari vom Revolutionsgericht in Teheran: 24 Monate Haft wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ durch angebliche Verbindungen zu zionistisch-christlichen Organisationen. Saati hatte während eines Aufenthaltes in Malaysia dem Islam den Rücken gekehrt und sich taufen lassen. Seit 2017 lebt sie – in Sorge um ihre betagten Eltern – wieder in ihrer iranischen Heimat.
Ihrem Antrag auf eine Aussetzung der Strafe auf Bewährung gab das Gericht nicht statt. Stattdessen versuchte man, sie zu einem falschen Geständnis zu drängen, drohte ihr mit weiteren Anklagen und verweigerte ihr die notwendige medizinische Behandlung. Menschenrechtsorganisationen wie die IGFM appellierten an das Regime, die Christin endlich freizulassen: Im Februar 2025 stellten wir sie – zusammen mit der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA – als „Gefangene des Monats“ vor. Der weltweite Einsatz zeigte Wirkung, wenn auch verzögert: Am 31. Mai kam sie endlich nach 15 Monaten Haft frei.
Was Laleh Saati widerfuhr, erleben zunehmend mehr Menschen im Iran: Im Jahr 2024 bereits stiegen dort die Inhaftierungen von Christen um das Sechsfache. Beobachtern zufolge geht es dem Mullah-Regime darum, die wachsende Gemeinschaft jener Bürger einzuschüchtern, die den Islam verlassen und Christen werden. Mit äußerster Brutalität versucht der Staatsapparat, diese Entwicklung einzudämmen. Der IGFM sind noch viele weitere Schicksale von Glaubens- und Gewissensgefangenen sowie politischen Häftlingen im Iran bekannt; wir lassen nichts unversucht, ihre Lage zum Besseren zu wenden. Es bedarf gründlicher Recherchen, Kontaktpflege, Aufbereitung von Informationen für die breite Öffentlichkeit sowie für Paten (Abgeordnete des EU-Parlaments, des Deutschen Bundestags sowie der Landtage und andere Persönlichkeiten), um den Inhaftierten zu zeigen, dass sie nicht vergessen sind und nicht weiter über die Verbrechen dieser radikalislamischen Diktatur hinweggesehen wird. Damit wir diese Arbeit mit der gleichen Intensität fortsetzen können, erbitten wir Ihre Hilfe. Wir rechnen mit einem Mehraufwand im letzten Quartal 2025 von 6.000 Euro.
Dieser Artikel wurde publiziert in der November 2025-Ausgabe der Zeitschrift ‚Für die Menschenrechte‘
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