Juan Carlos Marrufo

Der venezolanisch-italienische Staatsbürger Juan Carlos Marrufo Capozzi wurde zu 30 Jahren Haft verurteilt, befindet sich inzwischen seit über sieben Jahren in Haft und hat schwere gesundheitliche Probleme. Foto: Privat
Venezuela: Elektroingenieur Juan Carlos Marrufo
Der venezolanisch-italienische Staatsbürger Juan Carlos Marrufo Capozzi wurde zu 30 Jahren Haft verurteilt, befindet sich inzwischen seit über sieben Jahren in Haft und hat schwere gesundheitliche Probleme. Die Festnahme des heute 56-Jährigen erfolgte im Zusammenhang mit der Suche nach einem Familienangehörigen. Dieser soll laut der venezolanischen Behörden an dem Drohnenanschlag vom 4. August 2018 auf den damaligen Staatschef Nicolás Maduro beteiligt gewesen sein. Eine UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen ist zu dem Schluss gekommen, dass die Inhaftierung von Juan Carlos Marrufo willkürlich ist und forderte seine unverzügliche Freilassung.
Mehrfache Verhaftungen
Juan Carlos Marrufo gehörte früher den venezolanischen Streitkräften an, befand sich zum Zeitpunkt seiner Festnahme jedoch bereits im Ruhestand und arbeitete in seinem zivilen Beruf als Elektroingenieur. Eine politische Tätigkeit oder die Zugehörigkeit zu einer politischen Organisation ist nicht bekannt. Marrufo und seine Ehefrau María Auxiliadora Delgado Tabosky wurden in Valencia im Bundesstaat Carabobo von Angehörigen des militärischen Geheimdienstes DGCIM festgenommen.
Zunächst wurde gegen das Ehepaar wegen des Verdachts der Terrorismusfinanzierung und der Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung ermittelt. Am 7. Juni 2019 wurde ihre Freilassung angeordnet. Erst am 2. Oktober 2019 kamen Marrufo und Delgado frei, um nur zwei Stunden später wieder festgenommen zu werden. Die Begründung: Er soll doch etwas mit dem Drohnenanschlag von 2018 zu tun gehabt haben. Im Dezember 2022 wurde er schließlich zu 30 Jahren Haft verurteilt.
Juan Carlos Marrufo leidet an einer Prostataerkrankung mit erheblichen Schwierigkeiten beim Wasserlassen, unter Bluthochdruck und Diabetes Typ 2. Die notwendige fachärztliche Untersuchung wurde ihm bis lang verweigert wie auch eine Verlegung in eine medizinische Einrichtung . Seine Familie und seine Anwälte fordern eine unverzügliche medizinische Versorgung und appellieren an die italienischen Behörden, ihre diplomatischen Bemühungen in seinem Fall zu verstärken.
Die IGFM betont, dass nach mehr als sieben Jahren Haft und angesichts seines sich verschlechternden Gesundheitszustands im Fall von Juan Carlos Marrufo dringendes Handeln erforderlich ist.
September 2026


