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María Lourdes Afiuni Mora

Die venezolanische Rechtsanwältin und Richterin ist nach 16 Jahren Haft und Hausarrest zwar formaljuristisch frei aber in der Ausübung ihrer Rechte immer noch stark eingeschränkt. Foto: Privat

Der Preis für den Einsatz für die Unabhängigkeit der Justiz

María Lourdes Afiuni Mora
Geburtsdatum: 8. Juni 1963

Festnahme: 17. Dezember 2009

Inhaftiert in: „Instituto Nacional de Orientación Femenina“

Vorwurf: spirituell Korruption

Urteil: 16 Jahre

Sie gilt als eine der bekanntesten politischen Gefangenen des Chavismus und als unmissverständliches Symbol für die Aushöhlung der Unabhängigkeit der Justiz in Venezuela. Dr. María Lourdes Afiuni Mora, eine Richterin, die zur politischen Gefangenen eines Regimes wurde, hat bereits mehr als das Dreifache der ungerechten Haftstrafe für ein Verbrechen verbüßt, das in der venezolanischen Gesetzgebung nicht existiert und dass sie nicht begangen hat. Ihre Menschenrechte wurden systematisch verletzt, und ihre Familie wurde politisch verfolgt; auch heute noch werden ihre Menschenrechte verletzt.

María Lourdes Afiuni Mora (1963) ist eine venezolanische Rechtsanwältin und Richterin. Sie war Vorsitzende des Kontrollgerichts Nr. 31 in Caracas, bevor sie 2009 wegen Korruptionsvorwürfen verhaftet wurde, nachdem sie die Freilassung des Unternehmers Eligio Cedeño gegen Kaution angeordnet hatte. Die Richterin wurde auf ausdrücklichen Wunsch des Präsidenten der Bolivarischen Republik Venezuela, Hugo Chávez, festgenommen. Im August 2026 wurde ihr formaljuristisch die vollständige Freiheit gewährt, da die Strafe und die strafrechtliche Verantwortung erloschen waren, womit ihr Fall abgeschlossen wurde.

Während ihrer ungerechtfertigten Haft erlitt sie systematische Menschenrechtsverletzungen. Derzeit werden ihre Menschenrechte trotz ihrer rechtlichen Freiheit in der Realität weiterhin verletzt. Ihr wird das Recht auf Ausweisdokumente untersagt. Zudem wird ihr untersagt, den Anwaltsberuf auszuüben, sie darf das Land nicht verlassen, ihr Bankkonto nicht nutzen, und die Nutzung sozialer Netzwerke sowie öffentliche Äußerungen sind eingeschränkt.

Ein warnendes Beispiel für Richter und Staatsanwälte

María Afiuni wurde am 17. Dezember 2009 festgenommen. Dann wurde sie ins „Instituto Nacional de Orientación Femenina“ (Übersetzt ins Deutsche: Nationales Institut für Frauenberatung), einem Frauengefängnis am Stadtrand von Caracas, gebracht. Der Präsident der Republik, Hugo Chávez (verstorben 2013), feierte ihre Festnahme im Fernsehen und erklärte, sie solle für 30 Jahre inhaftiert werden“ – die Höchststrafe in Venezuela. Zudem nutzte er Dr. Afiuni Mora als abschreckendes Beispiel für alle Mitglieder der Justiz, die versuchen sollten, sich den Anordnungen des Chavismus zu widersetzen. Nach fast 10 Jahren, im März 2019, wurde sie wegen „spiritueller Korruption“ zu fünf Jahren Haft verurteilt – ein Delikt, das im Strafrecht des Landes nicht definiert ist.

Chronik der Menschenrechtsverletzungen gegen eine Richterin

Seit mehr als 16 Jahren in Folge ist die Richterin Dr. Afiuni Opfer systematischer Menschenrechtsverletzungen; sie wurde im Jahr 2009 zu Unrecht verhaftet und im „Instituto Nacional de Orientación Femenina“ (Übersetzt ins Deutsche: Nationales Institut für Frauenberatung), inhaftiert, zusammen mit Häftlingen, die sie selbst verurteilt hatte. Ihre Anwälte gaben bekannt, dass María Afiuni vor dem Gericht erklärt habe, wie Gefängniswärter und Beamte des Justizministeriums sie schweren Folterhandlungen, geschlechtsspezifischer Gewalt, sexueller Gewalt und anderen grausamen, unmenschlichen und erniedrigenden Behandlungen ausgesetzt und ihr den Zugang zu medizinischer Versorgung verweigert hätten. Die Beweise für Misshandlungen, Folter und sexuellen Missbrauch gegen Dr. Maria Afiuni wurden sowohl in ihrer Gerichtsakte als auch in den Akten zu Menschenrechtsverletzungen an politischen Gefangenen in Venezuela bei den Vereinten Nationen dokumentiert; letztere Organisation hat wiederholt durch ihre Experten, Berichterstatter und Kommissare Erklärungen und Verurteilungen in Bezug auf ihren Fall abgegeben.

Da sie an Krebs erkrankt war und dank des humanitären Drucks im Jahr 2011 wurde ihr eine besondere humanitäre Maßnahme gewährt, und sie wurde in Caracas unter Hausarrest gestellt. Im Jahr 2019 wurde sie aufgrund des Vergehens der „spirituellen Korruption“ zu fünf Jahren Haft verurteilt und verbüßte die Strafe unter Hausarrest, doch erst im August 2026 überreichte ihr ein Gericht die Bescheinigung über ihre vollständige Freilassung.

Aus dem Gefängnis, aber noch nicht frei!

September 2026

So können Sie María helfen:

Bitte schreiben Sie an die Venezolanische Botschaft in Berlin und setzen Sie sich für Maria ein.  

Venezolanische Botschaft in Deutschland

Botschafter: Herr Ramon Orlando Maniglia Ferreira
Botschaft der Bolivarischen Republik Venezuela
Schillerstraße 10,
10785 Berlin
E-Mail: [email protected] 

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung von Maria Lourdes Afiuni Mora“ 

Sehr geehrter Herr Ramon Orlando Maniglia Ferreira,

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen gegen die venezolanische Richterin und Rechtsanwältin Frau Dr. María Lourdes Afiuni Mora aufmerksam zu machen, die 2009 auf ausdrücklichen Wunsch des damaligen Präsidenten Hugo Chávez festgenommen und 2019 wegen sogenannter „spiritueller Korruption“ zu fünf Jahren Haft verurteilt wurde. Es liegen weder Anhaltspunkte vor, die den Tatbestand beweisen, noch ist der in dieser Form gesetzlich definiert.

Während ihrer Haft und ihres Hausarrests war sie schweren und systematischen Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt. Auch ihre Familie wurde politisch verfolgt. Obwohl ihr im August 2026 die vollständige Freiheit gewährt wurde und ihre strafrechtliche Verantwortung erloschen ist, bestehen weiterhin erhebliche Einschränkungen ihrer Grundrechte. Sie erhält keine Ausweisdokumente, darf ihren Anwaltsberuf nicht ausüben, das Land nicht verlassen oder ihr Bankkonto nutzen; zudem sind ihre Nutzung sozialer Netzwerke und öffentliche Äußerungen eingeschränkt.

Daher möchte ich die folgenden Forderung zum Ausdruck bringen:

  • die sofortige Aufhebung aller verbleibenden Einschränkungen ihrer Freiheit und Grundrechte;
  • die uneingeschränkte Gewährleistung ihres Rechts auf Ausweisdokumente, Berufsausübung, Freizügigkeit und Ausreise
  • den vollständigen Zugang zu ihrem Bankkonto und rechtmäßigen Vermögenswerten
  • die Achtung ihrer Meinungs-, Kommunikations- und Pressefreiheit, einschließlich der Nutzung sozialer Netzwerke und öffentlicher Äußerungen
  • den Schutz von Frau Dr. Afiuni Mora und ihrer Familie vor weiterer politischer Verfolgung, Einschüchterung oder Vergeltung
  • eine unabhängige und wirksame Untersuchung der Vorwürfe von Folter, sexueller Gewalt und anderer grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung
  • die konsequente Wahrung der Unabhängigkeit der Justiz und der Rechtsanwaltschaft in Venezuela.

Der Fall María Lourdes Afiuni Mora darf nicht vergessen werden. Ihre vollständige strafrechtliche Freiheit muss auch tatsächliche Freiheit im Alltag bedeuten.

Ich appelliere an Sie, sich für Frau Dr. María Lourdes Afiuni Mora einzusetzen und sicherzustellen, dass ihre vollständige Freiheit nicht nur rechtlich, sondern auch tatsächlich gewährleistet wird. Alle verbleibenden Einschränkungen ihrer Grundrechte müssen aufgehoben und die Vorwürfe von Folter und sexueller Gewalt unabhängig untersucht werden. Die Achtung ihrer Menschenrechte sowie die Unabhängigkeit der Justiz müssen gewährleistet werden.

Hochachtungsvoll,

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#MariaLourdesAfiuni

#freeallpoliticalprisonersinVenezuela

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Weitere politische Gefangene in Venezuela

María Lourdes Afiuni Mora

Die venezolanische Rechtsanwältin und Richterin wurde 2009 verhaftet; ihrer Inhaftierung ging eine öffentliche Intervention des damaligen Präsidenten der Republik, Hugo Chávez, voraus. Im Jahr 2019 wurde sie in einem Strafverfahren wegen „spirituell Korruption“ verurteilt. Ihr Fall wurde zum Symbol für politische Verfolgung und die Aushöhlung der richterlichen Unabhängigkeit in Venezuela. Während ihrer ungerechtfertigten Freiheitsentziehung erlitt sie schwere und systematische Menschenrechtsverletzungen.

Juan Carlos Marrufo

Der venezolanisch-italienische Staatsbürger Juan Carlos Marrufo Capozzi sitzt seit über sieben Jahren in Venezuela in Haft und wurde 2022 zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Die UN-Arbeitsgruppe für willkürliche Inhaftierungen bewertete seine Inhaftierung als willkürlich und forderte seine Freilassung. Zugleich leidet Marrufo unter schweren gesundheitlichen Problemen, erhält jedoch bislang nicht die dringend notwendige fachärztliche Behandlung.

Carlos Julio Rojas

Nach fast 21 Monaten Haft im berüchtigten venezolanischen SEBIN-Gefängnis El Helicoide wurde der Journalist und Menschenrechtsverteidiger Carlos Julio Rojas im Januar 2026 freigelassen. Internationale Menschenrechtsorganisationen bewerteten seine Inhaftierung als willkürlich und dokumentierten erhebliche Verletzungen seiner Verfahrensrechte. Trotz seiner Freilassung ist Rojas weiterhin strafrechtlicher Verfolgung ausgesetzt – seine physische Freiheit bedeutet daher nicht die vollständige Wiederherstellung seiner Rechte.

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