Zum Inhalt springen

Menschenrechte verteidigen beginnt mit Hinsehen.

Aktuelle Fälle
IGFM Internationale Gesellschaft
für Menschenrechte
Jetzt Spenden

30. Europäischer Sozialpreis 

Am 3. Oktober erhielt Katrin Bornmüller aus Wittlich bei einem feierlichen Festakt im Rathaus der Stadt Eschweiler den 30. Europäischen Sozialpreis. Von links nach rechts: Stephan Löhmann, stellv. Vorsitzender des Europavereins; Liusiena Zinovkina, Menschenrechtsaktivistin; Peter Schmitt, IGFM-Arbeitsgruppe Wittlich, MdB Michael Brand (CDU), Staatssekretär; Katrin Bornmüller; Preisträgerin und IGFM-Ehrenvorsitzende;  Andrea Wolff, Präsidentin des Europavereins; Carmen Jondral-Schuler IGFM-Vorstandsmitglied & Leitung Arbeitsgruppe Wittlich; Patrick Nowicki, Bürgermeister Eschweiler; Dr. Stefan Meister, Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik. Bild: IGFM

Katrin Bornmüller erhält 30. Europäischen Sozialpreis 

Den 30. Europäischen Sozialpreis erhielt Katrin Bornmüller aus Wittlich am 3. Oktober bei einem feierlichen Festakt im Rathaus der Stadt Eschweiler. Ausgezeichnet wurde ihr mehr als vier Jahrzehnte währender Einsatz für Menschenrechte und humanitäre Hilfe mit der Arbeitsgruppe Wittlich der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM).

Der Europäische Sozialpreis wird jährlich vom Europaverein für GesellschaftsPolitischeBildung (GPB) e.V. an herausragende Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderem Maße für ein soziales und solidarisches Europa einsetzen. In diesem Jahr stand die Auszeichnung unter dem Motto „Menschenrechte sind das Fundament Europas“. Menschen, die sich für diese Rechte einsetzen, trügen dieses Fundament, betonte Andrea Wolff, Präsidentin des Europavereins, in ihrer Rede. Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit könnten nur bestehen, wenn Menschen bereit seien, für sie einzustehen.

Bürgermeister Patrick Nowicki würdigte den jahrzehntelangen Einsatz der Preisträgerin und ihres Teams. Die Arbeitsgruppe Wittlich habe inzwischen mehr als 600 humanitäre Hilfstransporte auf den Weg gebracht. Der Lebensweg von Katrin Bornmüller sei beispielgebend.

Von links nach rechts: Patrick Nowicki, Bürgermeister; Stephan Löhmann, stellv. Vorsitzender des Europavereins; Katrin Bornmüller, Preisträgerin; Andrea Wolff, Präsidentin des Europavereins, Bild: Harry Reimer, Film- und Fotofreunde Eschweiler

Detlef Wendt, langjähriges Mitglied des Europavereins, erinnerte daran, dass die Vision eines geeinten Europas bereits durch den Pionier und Gründer der „Paneuropa“- Bewegung Richard Coudenhove-Kalergi Anfang der 1920er Jahre begonnen habe.

Durch die Veranstaltung führte Moderator Dr. Werner Pfeil, MdL, der auch die Podiumsdiskussion leitete. Der Kgl. Kirchenchor Str. Gregorius- Kelmis sorgte für die musikalische Untermalung.

MdB Michael Brand, Staatssekretär

Detlef Wendt, Minister a.D.

Laudator Michael Brand, MdB und Staatsminister im Familienministerium, hob hervor, dass Katrin Bornmüller nicht nur für Menschen und ihre Rechte gekämpft habe. Sie habe auch dazu beigetragen, dass europäische Regierungen und Gesellschaften eine klarere und konkretere Haltung zu den Menschenrechten entwickelten. „Sie hat durch die konkrete Tat überzeugt“, so Brand.

Es sei kaum möglich, alles aufzuzählen, was die Preisträgerin und IGFM-Ehrenvorsitzende gemeinsam mit ihren Mitstreitern geleistet habe. Dazu gehörten die Gründung der Arbeitsgruppe Wittlich, die bundesweit Bedeutung erlangte, Unterstützung und Paketlieferungen an politische Gefangene in der ehemaligen DDR, an die Solidarność-Bewegung in Polen, an Bürgerrechtler der Charta 77 in der kommunistischen Tschechoslowakei sowie an Christen in Rumänien, der Einsatz für die Freiheitsbewegung im Baltikum und ihr ganz besonderer Einsatz im Irak für die jesidischen Opfer des IS-Terrors. Insofern, so Brand, gebe es kaum einen passenderen Tag für die Preisverleihung als den Tag der Deutschen Einheit, der für das Ende der Teilung Deutschlands und Europas stehe.

Zahlreiche weitere Festredner schlossen sich den anerkennenden Worten an und würdigten das Lebenswerk von Katrin Bornmüller. Im Anschluss trug sich die Preisträgerin in das Goldene Buch der Stadt Eschweiler ein.

Nr. 7 Katrin Bornmüller Demo Berlin 1981 Foto IGFM

Katrin Bornmüller bei Demonstration in West-Berlin 1981

Katrin Bornmüller, Ehrenvorsitzende der IGFM, Harry Reimer, Film- und Fotofreunde Eschweiler

In ihrer Dankesrede erinnerte Katrin Bornmüller an ihren verstorbenen Mann Hermann, ihre Kinder sowie an die zahlreichen Helferinnen und Helfer der Arbeitsgruppe Wittlich, die sie über Jahrzehnte auf ihrem Weg unterstützt haben.

Begleitend zum Festakt war eine von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte konzipierte Ausstellung über verschleppte ukrainische Zivilisten zu sehen. Liusiena Zinovkina, Ehefrau des verschleppten Kostiantyn Zinovkin, berichtete eindrücklich über die Situation ihres Mannes. Dieser war kürzlich in Russland zu 28 Jahren Straflager verurteilt worden, nachdem er 2023 im besetzten Melitopol gegen die Okkupation demonstriert hatte.

Von links nach rechts: Peter Schmitt, IGFM-Arbeitsgruppe Wittlich; Carmen Jondral-Schuler, Vorstandsmitglied der IGFM; Michael Brand MdB, Staatssekretär; Liusiena Zinovkina, Menschenrechtsktivistin; Dr. Stefan Meister, Leiter des Zentrums für Ordnung und Governance in Osteuropa, Russland und Zentralasien der DGAP; Dr. Werner Pfeil, Moderator der Preisverleihung, Harry Reimer, Film- und Fotofreunde Eschweiler

Dr. Stefan Meister von der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) berichtete über die zivilgesellschaftliche Opposition in Russland und im Ausland und betonte die Bedeutung ihrer Unterstützung.

Unter den Gästen aus Politik und Gesellschaft waren auch mehrere Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen Jahre, darunter Dr. Kateryna Kravchenko von Blau-Gelbes Kreuz e.V. Städteregion Aachen. Linda Mai, Vorsitzende von Blau-Gelbes Kreuz e.V. und Honorarkonsulin der Ukraine, war mit einem Informationsstand vertreten.

Auch der Vorsitzende der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Edgar Lamm, Vorstandsmitglied und Sprecher Valerio Krüger, Schatzmeister Andreas Weisang sowie Khalil Al Rasho, Koordinator für Humanitäre Hilfe, freuten sich über die Auszeichnung von Katrin Bornmüller.

„Wir sind sehr stolz auf unsere Gründerin und Preisträgerin und sehen den Preis zugleich als Anerkennung für das gesamte Team“, sagte Carmen Jondral-Schuler, Leiterin der Arbeitsgruppe Wittlich und Beisitzerin im Vorstand der IGFM Deutschen Sektion.

Im Anschluss an den Festakt nutzten die Gäste bei einem Glas Wein und kleinen Speisen die Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung.

Von links nach rechts: Andreas Weisang, Schatzmeister der IGFM; Carmen Jondral-Schuler, Vorstandsmitglied IGFM; Katrin Bornmüller, Preisträgerin; Edgar Lamm, Vorsitzender der IGFM; Valerio Krüger, Sprecher des Vorstands der IGFM; Patrick Nowicki, Bürgermeister; Andrea Wolff, Präsidentin des Europavereins; Michael Brand, MdB und Staatssekretär, Harry Reimer, Film- und Fotofreunde Eschweiler

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

210, 2026

Online-Pressegespräch Iran: Im Iran enteignet und entrechtet, aus Deutschland finanziert?

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) lädt am 7. Oktober 2026 um 11 Uhr gemeinsam mit iranischen Experten, Menschenrechtsaktivisten und Angehörigen von Betroffenen zu einem Gespräch über Menschenrechtsverletzungen, Festnahmen und Repressionen im Iran. Im Mittelpunkt steht der Bericht von Atossa Najafi über das Schicksal ihres Bruders Parsa Najafi.

110, 2026

Katrin Bornmüller erhält 30. Europäischen Sozialpreis zu Eschweiler

Der Europaverein GPB e.V. zeichnet am 3. Oktober die Ehrenvorsitzende der IGFM, Katrin Bornmüller aus Wittlich, mit dem Europäischen Sozialpreis aus. Unter dem Motto „Menschenrechte sind das Fundament Europas“ würdigt der Verein das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement der 86-Jährigen für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und ihren Einsatz für Menschen in Not – in Europa und im Nahen Osten.

3009, 2026

Peruaner im Krieg: „Sklaven der Russen“

In einem Pressegespräch der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichteten Angehörige über internationale Netzwerke, die Peruaner für die russische Armee rekrutieren. Mit hohen Gehaltsversprechen gelockt, werde die Reise nach Russland organisiert, dort würden unter Druck oder in völliger Unkenntnis über den Inhalt, Verträge unterzeichnet, sich den russischen Streitkräften anzuschließen.

2809, 2026

Gemeinsame Erklärung von Menschenrechtsorganisationen und der Zivilgesellschaft

Die Auslieferung von Mansur Mowlajew und Julia Emelianova nach Russland wird zu politisch motivierter Strafverfolgung, langjähriger Haft und Misshandlung führen. Daher fordert die IGFM und 149 weitere Unterzeichner Kasachstan auf, die Auslieferung zu stoppen und seine völkerrechtlichen Verpflichtungen einzuhalten.

2409, 2026

Ukraine/Russland: 28 Jahre Haft für verschleppten ukrainischen Zivilisten

Der ukrainische Ingenieur Kostiantyn Zinovkin ist am 22. September 2026 von einem Militärgericht in Rostow am Don zu 28 Jahren Haft verurteilt worden. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt das Urteil auf das Schärfste und fordert seine sofortige Freilassung.

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben