Iran: Zwei junge Teilnehmer der Januar-Proteste hingerichtet

Sie waren im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten im Januar 2026 festgenommen und im sogenannten Fall „Ali-Khani-Platz“ zum Tode verurteilt worden. Bildquelle: iranhr.net
Zwei weitere junge Demonstranten hingerichtet
Bereits neun von 14 Personen des Ali-Khani-Platz-Falls hingerichtet
Frankfurt am Main, 3. November 2026 – Das Regime der Islamischen Republik Iran hat heute die beiden jungen Männer Amirhossein Maleki (20) und Amirhossein Ebrahimi (19) im Dastgerd-Gefängnis in Isfahan hingerichtet. Sie waren im Zusammenhang mit den landesweiten Protesten im Januar 2026 festgenommen und im sogenannten Fall „Ali-Khani-Platz“ zum Tode verurteilt worden. Mit den heutigen Hinrichtungen steigt die Zahl der in diesem Verfahren Exekutierten auf neun. Drei weitere Angeklagte sind weiterhin von der Vollstreckung ihrer Todesurteile bedroht. Die Hinrichtungswelle gegen Menschen, die sich gegen das Regime erhoben haben, geht unvermindert weiter.
Der Fall des „Ali-Khani-Platzes“ steht beispielhaft für die systematische Kriminalisierung der Protestbewegung. Im Januar 2026 kam es auf dem gleichnamigen Platz in Isfahan zu Protesten und gewaltsamen Zusammenstößen. Die Behörden der Islamischen Republik beschuldigten die Angeklagten, für den Tod von vier „Sicherheitskräften” verantwortlich zu sein. Laut Angaben verschiedener Menschenrechtsorganisationen waren die Verfahren jedoch von schweren Rechtsverletzungen geprägt. Es kam zu Folter, erzwungenen Geständnissen und der Verweigerung rechtsstaatlicher Garantien. Die Anwältin Shahrzad Shahbazi wies zudem darauf hin, dass keiner der hingerichteten Angeklagten offiziell wegen Mordes angeklagt worden sei. Auch die UN-Sonderberichterstatterin Mai Sato äußerte schwere Bedenken hinsichtlich der Massenverfahren und der fehlenden individuellen strafrechtlichen Verantwortlichkeit.
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt die Hinrichtungen aufs Schärfste. Von den 14 im gleichen Verfahren verurteilten Personen sind bereits neun Menschen hingerichtet worden. Drei weitere Angeklagte schweben in akuter Lebensgefahr. Schweigen und diplomatische Zurückhaltung dürfen angesichts dieser systematischen staatlichen Gewalt keine Option sein. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert die Bundesregierung, die Europäische Union und die Vereinten Nationen auf, ihren politischen Druck auf Teheran deutlich zu erhöhen und sich mit aller Konsequenz für die Rettung der noch lebenden Gefangenen einzusetzen.




