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Europäischer Sozialpreis für Ehrenvorsitzende

Katrin Bornmüller; Fotoquelle: privat.

Katrin Bornmüller erhält 30. Europäischen Sozialpreis zu Eschweiler

Die Ehrenvorsitzende der IGFM engagiert sich seit Jahrzehnten für Menschenrechte und humanitäre Hilfe

Frankfurt am Main/Eschweiler, 29. September 2026 – Der Europaverein GPB e.V. zeichnet am 3. Oktober die Ehrenvorsitzende der IGFM, Katrin Bornmüller aus Wittlich, mit dem Europäischen Sozialpreis aus. Unter dem Motto „Menschenrechte sind das Fundament Europas“ würdigt der Verein das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement der 86-Jährigen für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und ihren Einsatz für Menschen in Not – in Europa und im Nahen Osten.

„Katrin Bornmüller steht beispielhaft für eine Menschenrechtsarbeit, die nicht wegschaut, sondern handelt. Sie hat Menschenrechtsverletzungen öffentlich gemacht und gleichzeitig dort geholfen, wo Menschen unmittelbar auf Unterstützung angewiesen waren. Wir sind stolz auf ihren jahrelangen unermüdlichen Einsatz, sie hat diesen Preis verdient “, sagt Edgar Lamm, Vorsitzender der IGFM.

Katrin Bornmüller

Tief beeindruckt von den Menschenrechtsverletzungen und den politischen Verhältnissen in der ehemaligen DDR trat Katrin Bornmüller im März 1981 der IGFM bei. Aus ihrem Verständnis von christlicher Nächstenliebe wurde es ihr zu einem persönlichen Anliegen, Menschenrechtsverletzungen nicht nur öffentlich anzuprangern, sondern die humanitäre Not der Betroffenen auch ganz konkret zu lindern.

Im Laufe ihres langjährigen Engagements, davon 44 Jahre als Vorsitzende der Arbeitsgruppe Wittlich der IGFM, und auch als Vorsitzende der deutschen Sektion von 2005 bis 2014, erlebte Bornmüller tiefgreifende politische Veränderungen und die damit verbundenen humanitären Krisen. Ihr Grundsatz: Solidarität dürfe nicht bei Worten enden. Hilfe müsse die Menschen erreichen, ihre Würde achten und ihnen eine Perspektive auf ein selbstbestimmtes Leben geben.

Ihr Engagement führte sie zu 10 KSZE-Konferenzen, in Krisen- und Kriegsgebiete. Der Einsatz für Menschen, die vor Verfolgung, Krieg und religiöser Gewalt fliehen müssen, wurde zum Schwerpunkt ihrer Arbeit. Die Überzeugung, dass Menschenrechte nicht nur auf dem Papier gelten dürfen, sondern auch für Menschen in Flüchtlingslagern und Krisengebieten verwirklicht werden müssen, hat Bornmüller immer wieder zum Handeln bewegt. Neben ihrem vielfältigen Engagement war sie diejenige, die einige Sektionen der IGFM mitbegründet und den Internationalen Rat maßgeblich vorangetrieben hat.

Demo Katrin Bornmüller mit Jutta Gallus bei KSZE Helsinki 1985 Foto IGFM
Demo Katrin Bornmüller mit Jutta Gallus bei KSZE Helsinki 1985 Foto: IGFM
Nr. 7 Katrin Bornmüller Demo Berlin 1981 Foto IGFM
Katrin Bornmüller Demo Berlin 1981 Foto: IGFM

Lag der Schwerpunkt ihrer humanitären Hilfstransporte in Europa, verlagerte sich daneben ab 2015 ein Fokus ihrer Arbeit in die autonome Region Kurdistan-Irak. Bis zur Übergabe der Arbeitsgruppe Wittlich an ihre Nachfolgerin Carmen Jondral-Schuler im Jahr 2025 hat die Preisträgerin insgesamt 587 Hilfstransporte mit dem Team in Wittlich auf den Weg gebracht. Dort setzte sie sich jahrelang auch vor Ort für Menschen ein, die vor der Terrororganisation „Islamischer Staat“ (IS) fliehen mussten, insbesondere Angehörige der religiösen Minderheit der Jesiden.

Festakt in Eschweiler

Der 30. Europäische Sozialpreis wird am 3. Oktober 2026 um 17 Uhr im Ratssaal der Stadt Eschweiler verliehen. Einlass ist ab 16.30 Uhr. Die Laudatio hält Staatssekretär und IGFM-Mitglied Michael Brand (CDU). Zu den weiteren Rednern gehört unter anderem der Bürgermeister der Stadt Eschweiler, Patrick Nowicki, der zugleich Schirmherr des Europäischen Sozialpreises ist. Im Anschluss an die Preisverleihung besteht Gelegenheit zu Begegnung und Austausch mit der Preisträgerin und den Gästen.

Der Europäische Sozialpreis wird seit 1997 an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderer Weise für soziale Belange, gesellschaftliche Verantwortung und die europäischen Grundwerte einsetzen. Andrea Wolff, Präsidentin des Europavereins, ordnet in der Festschrift den Sozialpreis mit folgenden Worten ein: „Für ein Europa der Freiheit. Für ein Europa der Menschlichkeit. Für ein Europa der Solidarität. Und vor allem: Für ein Europa, dessen Fundament die Menschenrechte sind.”

Eindrücke vom Wirken von Katrin Bornmüller und der AG Wittlich

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

3009, 2026

Peruaner im Krieg: „Sklaven der Russen“

In einem Pressegespräch der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichteten Angehörige über internationale Netzwerke, die Peruaner für die russische Armee rekrutieren. Mit hohen Gehaltsversprechen gelockt, werde die Reise nach Russland organisiert, dort würden unter Druck oder in völliger Unkenntnis über den Inhalt, Verträge unterzeichnet, sich den russischen Streitkräften anzuschließen.

2809, 2026

Gemeinsame Erklärung von Menschenrechtsorganisationen und der Zivilgesellschaft

Die Auslieferung von Mansur Mowlajew und Julia Emelianova nach Russland wird zu politisch motivierter Strafverfolgung, langjähriger Haft und Misshandlung führen. Daher fordert die IGFM und 149 weitere Unterzeichner Kasachstan auf, die Auslieferung zu stoppen und seine völkerrechtlichen Verpflichtungen einzuhalten.

2409, 2026

Ukraine/Russland: 28 Jahre Haft für verschleppten ukrainischen Zivilisten

Der ukrainische Ingenieur Kostiantyn Zinovkin ist am 22. September 2026 von einem Militärgericht in Rostow am Don zu 28 Jahren Haft verurteilt worden. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt das Urteil auf das Schärfste und fordert seine sofortige Freilassung.

2309, 2026

Peru/Russland: Tödlicher Stellen-Schwarzmarkt

Hunderte peruanische Staatsbürger sollen mit falschen Stellenangeboten nach Russland gelockt und dort zum Dienst in den russischen Streitkräften gedrängt oder gezwungen worden sein. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert eine umfassende Aufklärung der mutmaßlichen Rekrutierungsnetzwerke und den Schutz der Betroffenen.

2109, 2026

Kuba: Roilán Álvarez Rensoler in Haft misshandelt

48 Tage Hungerstreik, schwere gesundheitliche Folgen und wiederholte Misshandlungen: Der kubanische Menschenrechtsaktivist Roilán Álvarez Rensoler sitzt seit Januar 2026 in Haft. Er soll ein regimekritisches Plakat angebracht haben. Die IGFM fordert die sofortige Freilassung von ihm und von mehr als 1.200 weiteren Menschen, die in Kuba wegen ihres friedlichen Engagements verfolgt werden.

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