
„Stimmen des Krieges“ ist ein Projekt der Charkiwer Menschenrechtsgruppe, das darauf abzielt, Material und Interviews mit Augenzeugen der russischen Besatzung und der russischen Kriegsverbrechen in der Ukraine zu sammeln. Das Projekt ist Teil der globalen Initiative „Tribunal für Putin“, deren Gründung im Februar 2022 von drei ukrainischen Menschenrechtsorganisationen – der Ukrainischen Helsinki-Union für Menschenrechte, der Charkiwer Menschenrechtsgruppe und dem Zentrum für bürgerliche Freiheiten – initiiert wurde. Ziel ist, die Verantwortlichen für Verbrechen im Rahmen der bewaffneten Aggression der Russischen Föderation gegen die Ukraine zur Rechenschaft zu ziehen.
Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) beteiligte sich bis Februar 2025 an der Übersetzung und Verteilung der Projektmaterialien von „Stimmen des Krieges“ ins Deutsche und Englische, damit möglichst viele Menschen außerhalb der Ukraine wissen, welche Gräueltaten die russische Armee in der Ukraine begangen hat und weiterhin begeht.
Interviews
„Unser Haus wackelte, als der Freiheitsplatz von einer Rakete getroffen wurde“
Der Weg zum Supermarkt könnte für die Menschen in Charkiw den Tod bedeuten. Jeden Tag wird bombardiert, die Zivilbevölkerung bleibt nicht verschont. Natalija erzählt ihre Geschichte - vom Krieg und Flucht.
„Putin sollte begraben werden – dann gibt es keinen Krieg“
Alinas dreijähriger Sohn spielt Verstecken und schaut Feuerwerke am Himmel. Seine Eltern sagen ihm nicht, dass sie sich gerade in Wahrheit vor Bomben- und Raketenangriffen schützen und die Feuerwerke Luftabwehrsysteme sind.
„Mit den Russen kann man weder verhandeln noch ihnen vertrauen“
Mariupol war eine Ruine, als Vitalij beschloss, dass er die Stadt verlassen muss. Zerstörung bedeutet auch Glasscherben, Krater, brennende Häuser und viel Leid. So beschreibt er die täglichen Bombenangriffe und berichtet über seine Tage in der zerstörten Stadt.
„Ich schaute ihn an und sah, dass er keinen Arm mehr hatte…“
Jurij kann nur hilflos zuschauen, als sein Enkel durch eine russische Rakete stirbt. Die Bombardierungen hinterlassen nicht nur an Gebäude und Häusern ihre Spuren. Der Rentner berichtet über die schmerzhaft grausame Realität des Krieges.
„Männer saßen in der Küche und tranken Tee. Eine Granate fiel dort ein und sie wurden einfach zerrissen“
Mykola pflegt seinen Garten. Er ist in Rente und glücklich. Doch der Krieg zerstörte alles - jeden Morgen kam ein Flugzeug und bombardierte sein Dorf. Der Rentner erzählt, wie der Krieg auch seinen Alltag zerstört hat.
„Russische Soldaten überfuhren das Brot mit ihrem Auto“
Anton aus Cherson ging auf die Suche nach Essen. Als er wieder nach Hause kam, fand er statt seines Hauses nur Schutt und Asche vor. Er berichtet über seine Erfahrungen mit der russischen Besatzung - über Hunger, Ausplünderungen und Angst vor kriminellen Handlungen von russischen Soldaten.





