Lesbia Gutiérrez

Die katholische Christin Lesbia Gutiérrez wurde am 10. August 2024 von Sicherheitskräften zur „Befragung" abgeführt. Seither haben ihre Angehörigen keine offizielle Auskunft über den Verbleib von Lesbia Gutiérrez. Gutiérrez wurde von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA als „Gefangener des Monats" Juni 2025 ernannt. Foto: IGFM

Politisches Kalkül: Caritas-Mitarbeiterin willkürlich verhaftet

Lesbia Gutiérrez
Geburtsdatum: –

Festnahme: 10. August 2024

Inhaftiert in: „La Esperanza"

Urteil: unklar

Gefangene des Monat Juli 2025

Die Caritas-Mitarbeiterin Lesbia Gutiérrez war bei der Caritas der Diözese Matagalpa für die Förderung von Kleinproduzenten verantwortlich. Die katholische Christin wurde am 10. August 2024 von Sicherheitskräften zur „Befragung" abgeführt. Zunächst fragten zwei Polizisten in Zivil gegen zehn Uhr morgens beim Bauernhof „La Guadalupana" in der Nähe von Matagalpa nach Gutiérrez, verbunden mit der Bitte um Auskunft über das Projekt, das sie bei der Caritas verwaltet. Schließlich kamen noch weitere Beamte, darunter Bewaffnete in Uniform zu Gutiérrez und forderten sie auf, nach Managua zur Befragung mitzukommen, ohne einen Haftbefehl vorzuzeigen. Seither haben ihre Angehörigen keine offizielle Auskunft über den Verbleib der engagierten Christin von Behörden der sandinistischen Diktatur erhalten. Die Familie wurde jedoch gebeten, monatlich Lebensmittelpakete für sie an das Frauengefängnis „La Esperanza" zu senden.

Hintergrund
Der zuständige Bischof ist Rolando Álvarez Lagos, der im August 2022 festgenommen, später zu 26 Jahren Haft verurteilt und schließlich im Januar 2024 in den Vatikan abgeschoben wurde. Seit den Massenprotesten gegen die sozialistische Diktatur von Präsident Daniel Ortega und seiner Vizepräsidentin und Ehefrau Rosario Murillo im Jahr 2018 werden Kritiker massiv verfolgt, durch fingierte Vorwürfe, Inhaftierungen, Folter und Ausbürgerung. Der Verdacht, in Distanz zum Regime zu stehen, reicht dafür bereits aus. Tausende von Bürgerinitiativen, kirchliche Einrichtungen und Medien wurden für illegal erklärt.

Stand: Juli 2025

Gefangener des Monats der IGFM
Die IGFM setzt sich seit ihrer Gründung 1972 für aus Glaubensgründen Verfolgter und Menschen, die dieses wichtige Recht verteidigen ein. Als „Gefangener des Monats" wird monatlich das Schicksal einer Person vorgestellt, die aufgrund ihres Glaubens inhaftiert ist oder verfolgt wird. Mehr zu den „Gefangenen des Monats" und wie Sie sich für diese Person einsetzen können, können Sie in der Zeitschrift „Religionsfreiheit im Fokus" oder in den Portraits der Gefangenen nachlesen.

Hier geht es zur Zeitschrift „Religionsfreiheit im Fokus"

So können Sie Lesbia helfen:

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Republik Nicaragua. Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung der Gefangenen:

Präsident Daniel Ortega

c/o Botschaft der Republik Nicaragua

Prinz-Eugen Strasse 18, Stiege 1, Top 34

1010 Wien/ Österreich

Sehr geehrter Herr Präsident,
ich wende mich heute in Sorge um die katholische Christin Lesbia del Socorro Gutiérrez Poveda an Sie. Die 59-Jährige arbeitete bis zu ihrer Festnahme für die Caritas der Diözese Matagalpa. In ihren Verantwortungsbereich fiel insbesondere die Förderung von Kleinproduzenten. Sicherheitskräfte suchten sie am 10. August 2024 beim Bauernhof „La Guadalupana" in der Nähe von Matagalpa auf, um sich über diese Tätigkeit bei ihr zu informieren. Obwohl Gutiérrez laut Zeugenaussagen bereitwillig und ruhig antwortete, kamen weitere Beamte zur Verstärkung hinzu und sie wurde zur weiteren Befragung abgeführt und wohl nach Managua gebracht. Ein Haftbefehl wurde dazu nicht vorgelegt. Seither haben ihre Angehörigen keine offizielle Auskunft über den Verbleib Lesbia Gutiérrez' erhalten. Die Familie wurde jedoch gebeten, monatlich Lebensmittelpakete für sie an das Frauengefängnis „La Esperanza" zu senden. Bitte veranlassen Sie eine offizielle Auskunft über den Aufenthaltsort und den Gesundheitszustand Lesbia Gutiérrez'. Ich bitte um ihre sofortige Freilassung.

Hochachtungsvoll

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