Jahrbücher Religionsfreiheit 2025

Bei der Vorstellung der Jahrbücher „Religionsfreiheit 2025″ am heutigen Mittwoch in Berlin, plädierten die Redner dafür, den Faktor Religion in der internationalen Politik stärker zu berücksichtigen und für Religionsfreiheit weltweit zu einzutreten.

„Den Feinden der Glaubens- und Gesinnungsfreiheit das Handwerk legen!“

Rachel: Eintreten für Religions- und Weltanschauungsfreiheit wichtiger Bestandteil der Menschenrechtspolitik

Berlin / Bonn 15. Oktober 2025 – „Menschen aus unterschiedlichsten Religionen und Weltanschauungen erleiden aufgrund ihres Glaubens Diffamierung, Diskriminierung und Verfolgung. Wir wollen einen Beitrag leisten, um den Feinden der Glaubens- und Gesinnungsfreiheit das Handwerk zu legen“, erklärte Prof. Thomas Schirrmacher anlässlich der Vorstellung der Jahrbücher „Religionsfreiheit“ 2025 am heutigen Mittwoch in Berlin. Der Präsident der International Society for Human Rights (ISHR) ist auch Gründer und Herausgeber der Jahrbücher „Religionsfreiheit“ sowie „Verfolgung und Diskriminierung von Christen“

Schirrmacher weiter: „Dass im Weltmaßstab vor allem christliche Minderheiten Verfolgung erleiden, liegt daran, dass einerseits diktatorische Staaten unter Einparteien-Herrschaft wie China, Kuba oder Nordkorea Christen als eine Gefahr ansehen und daher Maßnahmen zu ihrer strikten Überwachung und Unterdrückung ergreifen. Andererseits werden Christen zum Opfer militanter politisch-religiöser Bewegungen oder Gruppen. Sie erleiden Diskriminierungen im beruflichen und gesellschaftlichen Leben, gewaltsame Übergriffe, Entführungen, Vertreibungen und Missbrauch. Sie bleiben Opfer ohne wirksamen staatlichen Schutz, da es keine Rechtsstaatlichkeit gibt. Unter solchen Verhältnissen leiden vor allem Christen in Ägypten, Syrien, Nigeria, Indien oder Myanmar. Zum Dritten sind es Staaten wie die islamischen Republiken in Afghanistan, Iran und Pakistan, die ihre gesellschaftliche Ordnung in totalitärer Weise an eine Religion gebunden haben und mit staatlichen Mitteln ihre religiös-politische Zwangsordnung rücksichtslos durchsetzen.

In allen diesen Staaten leiden Christen und mit ihnen auch andere Religionsgemeinschaften. Das darf uns nicht gleichgültig sein! Denn unser Einsatz für die Opfer kann nur glaubwürdig und letztlich erfolgreich sein, wenn sich unser Blick nicht einseitig auf eine Opfergruppe richtet, aber andere ignoriert. Zugleich müssen die Motive der Unterdrücker analysiert und öffentlich werden. Das ist es, was die Feinde der Glaubens- und Gesinnungsfreiheit am meisten fürchten und was ihnen das Handwerk legen kann.“

Faktor Religion in der internationalen Politik stärker berücksichtigen

Der Beauftragte der Bundesregierung für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Thomas Rachel, MdB, wies darauf hin, dass das Eintreten für Religions- und Weltanschauungsfreiheit wichtiger Bestandteil der Menschenrechtspolitik der Bundesregierung und stärkt wechselseitig die Menschenrechte in ihrer Gesamtheit. Darüber hinaus ist die Achtung der Religions- und Weltanschauungsfreiheit ein wichtiger Beitrag zur Stärkung von Frieden und Stabilität in der Welt. Wo diese Freiheit missachtet wird, können Konflikte und Gewalt entstehen. Auch deswegen ist der Dialog mit und zwischen den Religionsgemeinschaften von großer Bedeutung.

Wenn der Faktor Religion in der internationalen Politik stärker berücksichtig wird, kann das oft eine Chance für den Frieden sein. Im säkularisierten Europa mag das angesichts der steigenden Kirchenaustrittszahlen sowie wachsender Kritik an Kirchen befremdlich wirken – im Alltag eines Großteils der Weltbevölkerung ist Religion aber weiterhin von zentraler Bedeutung. Die dadurch zunehmenden Blindstellen in westlichen Gesellschaften bergen das Risiko, bei wichtigen außen- und menschenrechtspolitischen Fragestellungen eine zentrale Handlungsmotivation vieler Menschen nicht in die Analyse mit einzubeziehen und damit zu unvollständigen oder fehlerhaften Schlüssen zu kommen.

Für die sprechen, deren Stimme nicht gehört wird

Lars Rohwer, Vorsitzender des Stephanuskreises der CDU/CSU-Bundestagsfraktion unterstrich: „Für mich, als Bürger, der unsere demokratische Ordnung schätzt, ist eines klar: Die Freiheit, die wir genießen, verpflichtet uns auch. Denn Deutschland hat eine Stimme in der Welt – und diese Stimme sollte für die sprechen, die selbst nicht gehört werden. Religionsfreiheit bedeutet, dass jede Religion und jede Weltanschauung ihren Platz hat.

Jeder Mensch darf selbst entscheiden, woran er glaubt – oder ob er keinen Glauben annehmen möchte. Dass dieses Recht weltweit unter Druck gerät, darf uns nicht gleichgültig lassen. Dort, wo Religion frei gelebt werden kann, entstehen Kräfte, die das Miteinander aller stärken. Manchmal muss man dafür gar nicht in die Ferne schauen. Oft reicht der Blick vor die eigene Haustür – als wertvolles Beispiel dafür, was Religion in Gemeinschaften bewirken kann.

In Sachsen, meiner Heimat, ist die religiöse Bindung seit den Jahren der DDR schwach geblieben. Nach der Wende setzten sich diese säkularen Entwicklungen fort und verfestigten sich. Heute verzeichnen gerade in Ostdeutschland populistische Parteien besonders hohe Wahlergebnisse. Ist das ein Zufall? Vielleicht. Aber ich frage mich, ob das Fehlen eines gemeinsamen geistlichen Fundaments nicht auch Raum schafft für Misstrauen, Angst und Spaltung. Ein lebendiger Glaube verankert Werte – nicht nur in politischen Debatten, sondern tief im Herzen – und kann damit Populismus den Boden entziehen und weniger anfällig machen für Stimmen, die einfache Antworten versprechen.“

Der Kreml missbraucht die Russische Orthodoxe Kirche als politisches Instrument

Der Politikbeauftragte der Deutschen Evangelischen Allianz, Johann Matthies, weist auf das Leiden der ukrainischen Christen hin: „In den letzten drei Jahrzehnten haben ukrainische Christen maßgeblich zur Bildung der nationalen Identität beigetragen, indem sie historische und kulturelle Traditionen mit einem lebendigen Glauben verbanden.

Das friedliche Miteinander orthodoxer, katholischer und protestantischer Denominationen förderte den religiösen Pluralismus und verhinderte, dass eine Kirche eine beherrschende Stellung erlangte – im Gegensatz zu Russland, wo der Kreml die Russische Orthodoxe Kirche als politisches Instrument missbraucht. Nach der Besetzung der Krim und Teilen des Donbas im Jahr 2014 begannen die russischen Behörden mit der systematischen Verfolgung religiöser Gemeinschaften, die unabhängig von Moskau agierten – insbesondere Christen, die evangelischen Freikirchen angehörten. Trotz repressiver Gesetze und ständiger Bedrohung hielten viele Gläubige heimlich an ihrem Glauben fest und zeigten außergewöhnliche Standhaftigkeit.

In den besetzten Gebieten der Süd- und Ostukraine zielen russische Besatzungsbehörden gezielt auf ukrainische Glaubensgemeinschaften: Sie drängen Kirchen zur Zusammenarbeit oder zerstören sie bei Weigerung. Spätestens Ende 2022 wurden alle Kirchen, die humanitäre oder missionarische Arbeit leisteten, verboten. Pastoren durften weder Gottesdienste feiern noch neue Gemeinden registrieren. Mitte 2023 waren nahezu alle unabhängigen Glaubensgemeinschaften in den Regionen Saporischschja und Cherson geschlossen – mit Ausnahme jener, die zwangsweise der Russischen Orthodoxen Kirche unterstellt wurden.“

Iran’s police chief announced the arrest of at least 1,800 people in recent months over alleged links to opposition groups, online activities, and protests.
Read more in HRANA’s report:
https://ow.ly/H62U50YMq4E

„Im russisch besetzten Süden der Ukraine entfaltet sich derzeit eine weitgehend unbeachtete humanitäre Katastrophe – in der Region Cherson, insbesondere in Oleschky und am linken Ufer von Cherson. Dort sitzen Zivilisten unter einer Art Belagerung durch Drohnen fest, ohne Nahrung,

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Lasst uns ihre Stimme sein. Wiederholen wir ihre Namen, schreiben wir über sie, teilen wir ihre Geschichten und fordern wir Menschenrechtsorganisationen sowie

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