Nordkorea

Das Kim-Regime in Nordkorea geht immer brutaler gegen die eigene Bevölkerung vor, um von eigenen Misserfolgen abzulenken.

Zehn Jahre Kim Jong Un – ein desaströses Jahrzehnt für die Menschenrechte

IGFM fordert Nordkorea auf, humanitäre Hilfe ins Land zu lassen und Menschenrechte zu achten

Frankfurt am Main, 10. Januar 2022 – Das neue Jahr beginnt Nordkorea mit einem Raketentest, während das Volk hungert. Seit mittlerweile zehn Jahren steht Kim Jong Un an der Spitze des nordkoreanischen Staates. Wie bereits sein Vater und Großvater regiert er das Land mit äußerster Brutalität, extremem Personenkult, Einschränkung sämtlicher Freiheitsrechte und einer umfassenden Unterdrückung der Bevölkerung. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) beobachtet die Situation in Nordkorea mit großer Sorge. Im Zuge der Coronavirus-Pandemie hat Kim Jong Un die Bewegungsfreiheit der Menschen weiter eingeschränkt und die Bevölkerung noch mehr als sonst isoliert. Die IGFM fordert, dass das nordkoreanische Regime humanitäre Hilfe akzeptiert, internationale Helfer ins Land lässt und die Menschenrechte achtet.

„Kim Jong Un hat in den letzten zehn Jahren das grausige Erbe seines Vaters fortgesetzt – Nordkorea bleibt weiterhin ein Land, in dem Freiheitsrechte ein Fremdwort sind und grausame Menschenrechtsverletzungen zum traurigen Alltag gehören. Während der Führer und seine loyale Elite im Luxus leben, leidet die Bevölkerung Hunger und muss fürchten, willkürlich verhaftet und in einem der Straflager zu Tode gefoltert zu werden“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Verstärkte Grenzkontrollen und öffentliche Hinrichtungen
Seit der Machtübernahme durch Kim Jong Un geht Nordkorea noch härter gegen Menschen vor, die versuchen, das Land zu verlassen. Zudem hat China die Grenzkontrollen intensiviert und schiebt nordkoreanische Flüchtlinge rigoros ab. Von April bis Juni 2021 waren nur zwei Nordkoreaner nach Südkorea geflohen – so wenige wie nie zuvor. Früher waren es einige hundert Menschen pro Quartal. Wer beim Kontakt zu geflohenen Verwandten erwischt wird, dem drohen nach Informationen der IGFM harte Strafen im Gefangenenlager. Nordkoreanische Flüchtlinge berichteten von mindestens 23 öffentlichen Hinrichtungen während der Ära von Kim Jong Un, die an streng überwachten Orten stattfanden. Grund für sieben dieser öffentlichen Exekutionen sei das Ansehen oder die Verbreitung südkoreanischer Videos gewesen, die in Nordkorea verboten sind. Grundlage der Hinrichtungen ist das im Jahr 2020 eingeführte Gesetz, das „anti-sozialistische Gedanken und Handlungen“ unter Strafe stellt. Zuvor erwartete die Bevölkerung Lagerhaft und Zwangsarbeit, nun kann sogar die Todesstrafe öffentlich vollstreckt werden. Bei Hinrichtungen macht der brutale Diktator auch nicht vor Familienmitgliedern Halt – so ließ Kim Jong Un im Jahr 2013 seinen Onkel Jang Song Thaek und 2017 seinen Halbbruder Kim Jong Nam umbringen.

Militärische Aufrüstung statt Nahrungsmittel
Kim Jong Un beutet die nordkoreanische Bevölkerung – durch Zwangsarbeit und dem „Verleih“ an Drittstaaten – seit einem Jahrzehnt aus. Das erwirtschaftete Geld fließt nicht in Nahrungsmittellieferungen für die hungernde Bevölkerung, sondern in militärische Aufrüstung und das vermeintliche „Prestigeprojekt des Diktators“ – das Atomprogramm, das ihm internationale Aufmerksamkeit garantiert. Die Hungersnöte in Nordkorea resultieren aus Korruption, jahrzehntelanger Misswirtschaft und dem ausschweifenden Leben der Machtelite, die die Kim-Dynastie stützt. „Die internationale Gemeinschaft und die neue Bundesregierung müssen alles dafür tun, dass den Nordkoreanern nicht noch ein weiteres Jahrzehnt bevorsteht, das von Mord, Folter, willkürlicher Inhaftierung, Vergewaltigung, Zwangsabtreibungen, Hunger, Unterdrückung und Verfolgung gekennzeichnet ist“, so die IGFM.

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