Oleksandr Zarivnyi

Der ukrainische Zivilist Oleksandr Zarivnyi in russischer Gefangenschaft

Am 17. März 2022 wurde Oleksandr aus seiner Wohnung von bewaffnetem russischem Militär verschleppt. Oleksandr leidet an chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenproblemen. Während seiner Inhaftierung im Jahr 2022 erlitt Oleksandr einen Armbruch und einen Herzanfall. Sein gegenwärtiger Gesundheitszustand ist unbekannt.

Russisches Militär verschleppt ukrainischen Staatsbeamten

Oleksandr Zarivnyi (ru. Александр Заривный)
Geburtsdatum: 17. Dezember 1968

Verschleppt seit: 17. März 2022

Letzter Aufenthaltsort: Stadt Oleschky, Region Cherson

Vor seiner russischen Gefangenschaft arbeitete Oleksandr als Leiter der Abteilung für humanitäre Angelegenheiten in der staatlichen Verwaltung der Stadt Cherson. Oleksandr ist ausgebildeter Lehrer für Chemie und Biologie. Er arbeitete 8 Jahre lang als Chemielehrer an einer Schule. Später wurde Oleksandr Direktor des Waisenhauses für Waisenkinder in der Stadt Oleschky, wo er 15 Jahre lang tätig war. Nach der Schließung des Waisenhauses arbeitete er als Leiter der Bildungsabteilung des Bezirks Oleschky.

Verschleppung
Am 17. März 2022 erschienen bewaffnete russische Militärs in Oleksandrs Wohnung. Sie legten ihm gewaltsam Handschellen an, führten ihn aus der Wohnung und brachten ihn an einen unbekannten Ort. Oleksandr wurde zunächst in Cherson festgehalten und am 28. März 2022 in das Untersuchungsgefängnis in Simferopol gebracht.

Am 30. Dezember 2022 klagt ein Gericht in Simferopol Oleksandr der Spionage an. Am 29. November 2023 wurde Oleksandr gemäß Artikel 276 des Strafgesetzbuchs der Russischen Föderation zu 13 Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Derzeit befindet er sich in der Strafkolonie Nr.10 in der Stadt Saratow (Russische Föderation).

Gesundheitszustand
Oleksandr leidet an chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Er hat eine ischämische Herzkrankheit, leidet an diffuser Kardiosklerose, permanentem Vorhofflimmern, Herzinsuffizienz und arteriellem Bluthochdruck. Oleksandr hat auch Nierenprobleme: Er hat Urolithiasis und chronische Pyelonephritis. Er benötigt ständig Medikamente und muss regelmäßig ärztlich untersucht werden.

Während seiner Inhaftierung im Jahr 2022 erlitt Oleksandr einen Armbruch und einen Herzanfall. Sein gegenwärtiger Gesundheitszustand ist unbekannt.

Stand: April 2025

So können Sie Oleksandr helfen:

Briefe und Postkarten sind kleine, aber wirkungsvolle Gesten, die die Isolation der Gefangenschaft durchbrechen und die Menschen daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind. Schreiben Sie aufmunternde Worte an die verschleppten Zivilisten.

Wichtig: Der Inhalt darf nicht politisch sein oder sich auf den Krieg/die Verschleppung beziehen, sonst wird der Brief eingezogen.


Textvorschlag – der Text muss auf Russisch verfasst sein, damit er die Zensur passieren kann.

Дорогой …, (männliche Person)
Дорогая …, (weibliche Person)

Посылаю тебе лучи света и добра! Я горжусь твоей силой и стойкостью. Помни, что самая темная ночь – перед рассветом. Желаю тебе крепкого здоровья и душевных сил. Мы помним о тебе и с нетерпением ждем твоего возвращения.

Обнимаю тебя!

[Name], [Land aus dem man schreibt]

Deutsche Übersetzung
Lieber …,
Liebe …,
ich sende dir Strahlen des Lichts und der Güte. Ich bin stolz auf deine Stärke und Tapferkeit. Denke daran, dass die dunkelste Nacht immer vor der Morgendämmerung liegt. Ich wünsche dir gute Gesundheit und geistige Stärke. Wir denken an dich und freuen uns auf deine Rückkehr.
Ich umarme dich!


Für die Adresse wenden Sie sich bitte an patenschaften@igfm.de, da der genaue Aufenthaltsort der verschleppten Person nicht immer bekannt ist oder sich schnell ändern kann. 

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte"). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  info@russische-botschaft.de 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Tatjana H. Moskalkowa
Smolenskij, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf Russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung des ukrainischen Zivilisten Oleksandr Zarivnyi“ 

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Moskalkowa, 

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft des ukrainischen Zivilisten Oleksandr Zarivnyi (geb. 17.12.1968) aufmerksam zu machen, der am 17. Dezember 2022 in der Stadt Oleschky (Region Cherson) unschuldig verschleppt und verhaftet wurde.

Am 17. März 2022 erschienen bewaffnete russische Militärs in Oleksandrs Wohnung. Sie legten ihm gewaltsam Handschellen an, führten ihn aus der Wohnung und brachten ihn an einen unbekannten Ort. Am 30. Dezember 2022 klagt ein Gericht in Simferopol Oleksandr der Spionage an. Am 29. November 2023 wurde Oleksandr gemäß Artikel 276 des Strafgesetzbuchs der Russischen Föderation zu 13 Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt. Derzeit befindet er sich in der Strafkolonie Nr.10 in der Stadt Saratow (Russische Föderation).

Besonders beunruhigend empfinde ich die Berichte über Folter und Misshandlungen von Gefangenen in russischen Straflagern und Untersuchungsgefängnissen. Oleksandr Zarivnyi ist ein unschuldiger Zivilist, der ohne legitime rechtliche Grundlage gefangen gehalten wird. Die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen müssen in vollem Umfang respektiert und geschützt werden. 

 Ich appelliere an Sie, sich für eine rechtmäßige und humane Behandlung aller zivilen Gefangenen in Russland, insbesondere der verschleppten Ukrainer, einzusetzen. Bitte ermöglichen Sie ihm den Kontakt zu seiner Familie und stellen einen Rechtsbeistand für ihn bereit.  

Hochachtungsvoll 

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