Pakistan: Angriffe auf Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde

In Pakistan wurden am 28. Februar 2025 in Daska 26 Ahmadi-Muslime, darunter zwei Kinder, beim Freitagsgebet willkürlich verhaftet. Die IGFM verurteilt diesen Vorfall und fordert die sofortige Freilassung der Inhaftierten. Die systematische Diskriminierung der Ahmadiyya-Gemeinschaft zeigt sich auch in der kürzlichen Zerstörung ihrer historischen Moschee. Die Religionsfreiheit für Ahmadis und Christen wird in Pakistan trotz verfassungsrechtlicher Garantien weiterhin massiv eingeschränkt.
Pakistan: Willkürliche Inhaftierung von 26 Ahmadi-Muslimen beim Gebet
Zerstörung von Ahmadiyya-Muslim-Moschee
Frankfurt am Main/ Daska, 6. März 2025 – Am 28. Februar wurden in der pakistanischen Stadt Daska 26 Mitglieder der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde festgenommen, darunter Kinder im Alter von 11 und 14 Jahren. Ihnen werden illegale Freitagsgebete in ihrer Gebetsstätte vorgeworfen, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Die IGFM verurteilt die willkürliche Festnahme und fordert die sofortige und bedingungslose Freilassung aller inhaftierten Personen und die Aufhebung aller Anklagepunkte.
Laut dem Sprecher der Ahmadiyya-Muslim-Gemeinde, Aamir Mahmood hatten sich 26 Gemeindemitglieder friedlich zum Gebet versammelt, als religiöse Extremisten vor dem Gebäude Drohungen ausstießen. Die Polizei nahm daraufhin 26 der bedrohten Ahmadi-Muslime fest, die aus Angst die Polizei gerufen hatten. Die Extremisten der Gruppe Tehreek-e-Labbaik Pakistan (TLP) forderten jedoch weitere Strafen. Bereits zuvor hatte eine Person die Polizei kontaktiert und die angeblich illegale Versammlung angezeigt. Unter dem Druck der religiösen Extremisten wurden die 26 Ahmadi-Muslime einem Richter vorgeführt und in das Zentralgefängnis des ostpakistanischen Distriktes Sialkot gebracht, wie die IGFM von einer Person vor Ort erfuhr.
Zerstörung von Gebetsstätten – Diskriminierung von Ahmadis und Christen in Pakistan
Erst am 16. Januar 2025 zerstörten lokale Behörden unter einem Vorwand die historische Ahmadiyya-Muslim-Jaamat Moschee in der gleichen Stadt. Ein Urteil des Obersten Gerichtshofs von Lahore bestätigt die Legalität von Gebetsstätten, die vor 1984 errichtet wurden, und untersagt deren Veränderung oder Abriss. Dieses Vorgehen verstößt eklatant gegen das Recht auf Religionsfreiheit, wie es in der pakistanischen Verfassung garantiert wird.
Die Ahmadiyya-Muslim-Gemeinschaft ist in Pakistan seit Jahrzehnten systematischer Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt. Die Behauptung, ihre Gebetspraxis sei illegal, entbehrt jeder Grundlage und stellt einen gezielten Versuch dar, ihre Religionsfreiheit zu unterdrücken. Ahmadiyya-Muslime sowie Christen sind in Pakistan zudem immer wieder Opfer von gezielt gegen sie gerichteten Blasphemie-Anklagen, zu deren Höchststrafe die Hinrichtung zählt, berichtet die IGFM.




