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Prostitution auf Kuba

Sextourismus auf Kuba boomt

Wenn die Freier kommen, sind die Prostituierten schon da. In vielen Bars und Nobelhotels Kubas bieten junge Frauen dezent zurückhaltend, aber kaum übersehbar ihre Dienste an. (Bild: Eric Parker, FlickrCC BY-NC 2.0)

Havanna. Prostitution ist auf Kuba offiziell verboten. Inoffiziell boomt das Sex-Geschäft wie kaum ein anderes.Viele mexikanische und spanische Zuhälter organisieren den Sextourismus in den nobleren Hotels von Havanna und anderen Grossstädten Kubas. Auch Kanadier, Russen und Italiener stecken hinter dem Mega-Deal. Für 60 bis 100 kubanische Pesos, etwa 45 bis 75 Euros,  bieten die Profi-Huren in vielen Bars kaum übersehbar ihre Dienste an. Im Vergleich zum durchschnittlichen Monatsverdienst einer Lehrerin oder eines Arztes von rund 20 kubanischen Pesos ist das extrem viel Geld.

Den Prostituierten bleibt davon freilich nur ein kleiner Teil übrig. Der Löwenanteil geht in den Rachen der Banden, die dafür mehr oder weniger versteckt die Staatsbediensteten in den Hotels schmieren, einen Taxiverkehr stellen, Hotelzimmer anmieten und Schutzbedienstete fur die Mädchen organisieren und die Prostituierten selbst mit gutem Essen in den Hotels bei Laune halten.

 

Hauptprofiteur: Der Staat

Viele Hotels unterstehen dem Verteidigungsministerium. Hauptprofiteur des Geschäfts ist deshalb letztlich der Staat selbst. Oft treibt die Frauen schiere Not zu ihrer speziellen Art von Dienstleistung an. Auch viele Studentinnen und Akademikerinnen sind im Geschäft. Wie wenig auf Kuba Menschenrechte zählen, hat Fidel Castro vor wenigen Jahren selbst auf den Punkt gebracht. “Unsere Huren haben wenigstens Hochschulabschluss”, sagte er vor internationalen Staatsgästen.

Die auf Kuba “jinetera” (Reiterinnen) genannten Prostituierten gehen jedoch ein extrem hohes Risiko ein. Wenn ihr Geschäft auffliegt, droht ihnen eine Gefängnisstrafe von bis zu 15 Jahren. Wer sich auf dieses Geschäft einlasst, ist praktisch vom Staat erpressbar. Vorerst scheint der Staat jedoch die Augen vor dem Sex-Geschäft zu verschliessen. Denn Kuba, das rund 80 Prozent seiner Nahrungsmittel importieren muss, ist faktisch pleite und braucht dringend Deviseneinnahmen, die nicht zuletzt über den Sextourismus in das bettelarme Land kommen.

2018-12-15T17:23:34+01:00Mittwoch, November 7, 2018|