FÜR DIE MENSCHENRECHTE – Mitteilungen an Freunde und Förderer, Nr. 9 – Oktober - 2026

Russland: „Je mehr wir für unsere Überzeugungen leiden, desto mehr sind sie uns wert“

Nadeschda Rossinskaja verbiegt sich nicht  

Nadeschda Rossinskaja, Fotografin und Fotomodell in Russland, unterstützte nach Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine mit der von ihr gegründeten „Armee der Schönheiten“ – eine Bewegung gleichgesinnter Frauen – Flüchtlinge aus den vom russischen Militär besetzten Gebieten der Ukraine. Wegen ihres aktiven Eintretens gegen den russischen Angriffskrieg und für seine Opfer wurde sie am 20. Juni 2025 zu 22 Jahren Haft und einer Geldstrafe verurteilt. (Wir berichteten erstmals über sie in der Ausgabe März 2026 dieser Mitteilungen.) Sie verbüßt ihre Strafe in der Strafkolonie IK-6 in Altai im Südosten Russlands, rund 3.000 Kilometer von ihrer Heimat entfernt. Wegen eines formellen Verstoßes gegen die Gefängnisordnung wurde Anfang September 2026 gegen sie eine Disziplinarmaßnahme mit strenger Einschränkung ihres Kontakts zur Außenwelt angeordnet. Kurz davor meldete sich Rossinskaja bei einem Anwalt: „Ich habe niemanden geschlagen, nichts Explosives veranstaltet, nichts kaputtgemacht, niemanden beschimpft, nicht zur Revolution aufgerufen.“ Und dann berichtete sie über die Verschlechterung ihrer Gesundheit und ständige Zahnschmerzen, für die ihr die notwendige Hilfe nicht gewährt wird. Nadeschda ist nicht nur eine politische Gefangene, sie ist eine mutige Bürgerrechtlerin. Und davon gibt es etliche in Russland, die unsere Unterstützung benötigen.

Dieser Artikel wurde publiziert in der Oktober - 2026-Ausgabe der Zeitschrift ‚Für die Menschenrechte‘

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