FÜR DIE MENSCHENRECHTE – Mitteilungen an Freunde und Förderer, Nr. 11 – Dezember 2025
Russland – Vor dem Absturz in die Armut rechtzeitig helfen

Putin bestraft seine Kritiker bis in die nächste Generation
Aleksej Lipzer, Wadim Kobsew und Igor Sergunin verteidigten als Rechtsanwälte den russischen Oppositionsführer Alexej Nawalny bis zu seinem weiterhin ungeklärten Tod in der Haft. Am 13. Oktober 2023 wurden sie festgenommen und wegen „Teilnahme an den Aktivitäten einer extremistischen Gemeinschaft“ (Art. 2 Abs. 282.1 des Strafgesetzbuches der Russischen Föderation) inhaftiert. Am 16. November 2023 wurden die Anwälte vom Föderalen Finanzüberwachungsdienst in die Liste der Terroristen und Extremisten aufgenommen. Weil sich Rechtsanwalt Sergunin, wohl um Haftminderung zu erreichen, für schuldig bekannt hatte, standen die Anwälte Lipzer und Kobsew unter starkem Druck, erklärten sich aber für nicht schuldig. Am 17. Januar 2025 wurden Wadim Kobsew zu fünfeinhalb Jahren und Aleksej Lipzer zu fünf Jahren Haft verurteilt.
In dem Urteil gegen diese Rechtsanwälte, die ihren Mandanten verteidigt hatten, offenbart sich die gesamte Niedertracht der russischen Rechts- und Strafjustiz im Umgang mit aussichtsreichen Gegnern und Kritikern des russischen Präsidenten Wladimir Putin und seiner Regierung. Doch die Niedertracht geht weiter: Das Eigentum der Anwälte und alle Konten, auch die privaten Konten der Ehefrauen und der Familie wurden gesperrt. Die in Russland angesehene Moskauer Rechtsanwaltsfamilie Lipzer – Aleksejs Mutter war eine bekannte Juristin und Menschenrechtsverteidigerin, sein Großvater ein angesehener Bürgerrechtler – wurde abhängig von der Unterstützung anderer. Doch wer ihnen hilft, macht sich strafbar. Inzwischen ist Familie Lipzer wie auch Familie Kobsew mittellos; sie haben kein Geld mehr für Medikamente, Lebensmittel, Kleidung für die Kinder oder um Rechnungen zu bezahlen. Ihnen droht der Absturz in die Obdachlosigkeit. Erschwerend kommt hinzu, dass finanzielle Hilfe aus dem Ausland ausdrücklich unter Strafe gestellt ist.
Dennoch gibt es Wege, und die IGFM hat sie getestet. Der Versuch, über Boten und Freunde im benachbarten Ausland 2000 Euro zu überbringen, war erfolgreich. Die Familien sind der IGFM sehr dankbar. Das Geld sei zur rechten Zeit gekommen, so lautete die Nachricht eines Überbringers. Um niemanden zu gefährden, können wir den Weg des Geldes nicht näher beschreiben, aber er ist im Moment sicher und alle Beteiligten haben dicht gehalten. Wir wollen daher das Zeitfenster, das uns bleibt, nutzen, um den Familien mit überschaubaren Beträgen nachhaltig und wirkungsvoll zu helfen. Für Spenden zur Unterstützung der Angehörigen der inhaftierten Anwälte Lipzer und Kobsew haben wir einen Fonds eingerichtet. Jede Spende ist nicht nur Hilfe, sondern auch ein Zeichen gegen die Willkür des Putin-Regimes. Bitte zeigen Sie sich großzügig.
Dieser Artikel wurde publiziert in der Dezember 2025-Ausgabe der Zeitschrift ‚Für die Menschenrechte‘
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