Sharifeh Mohammadi

Die iranische Arbeitsrechtaktivistin Sharifeh Mohammadi wurde am 7. Dezember 2023 wegen angeblicher „bewaffneter Rebellion“ festgenommen und zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde zunächst wegen Verfahrensfehler vom Obersten Gericht aufgehoben. Am 13. Februar 2025 bestätigte das Revolutionsgericht das Todesurteil gegen Mohammadi. Das Oberste Gericht hob das Todesurteil erneut endgültig auf und verurteilte sie stattdessen zu 30 Jahren Haft.
Todesstrafe für Arbeitsrechtaktivistin aufgehoben
Sharifeh Mohammadi ist eine Arbeitsrechtaktivistin aus Rasht in der Provinz Gilan. Die gelernte Industriedesignerin und Mutter engagierte sich in einer Organisation, die unabhängige Arbeitnehmervertretungen im Iran fördert und für die Rechte von Frauen eintritt.
Festnahme und Verurteilung
Die Aktivistin wurde am 5. Dezember 2023 von Agenten des iranischen Geheimdiensts in ihrem Haus in Rasht festgenommen. Mehr als drei Monate lang hatte ihre Familie keinen Kontakt zu ihr und ihr Aufenthaltsort war unbekannt. Trotz Nachfragen ihres Ehemannes gab es keine Informationen über die Gründe oder die Anklage, die zu ihrer Festnahme geführt haben. Später wurde bekannt, dass Sharifeh zunächst im Lakan-Gefängnis in Rasht inhaftiert war, am 30. Dezember 2023 jedoch in das Sanandaj-Gefängnis in der Provinz Kurdistan verlegt wurde. Während dieser Zeit hatte sie keine Möglichkeit Kontakt zu ihrer Familie aufzunehmen und das Recht auf einen Anwalt wurde ihr verwehrt. Sharifeh wurde etwa 200 Tage in Einzelhaft gehalten und war Folter und Misshandlungen ausgesetzt.
Sharifeh Mohammadi wurde wegen der „Mitgliedschaft in einer oppositionellen Gruppe“ angeklagt, da sie Mitglied des Koordinationskomitee für die Bildung von Arbeitsorganisationen war. Darüber hinaus wurde ihr „bewaffnete Rebellion“ vorgeworfen. Ein Gericht verurteilte die Aktivistin im Juni 2024 zum Tode.
Im Oktober 2024 hob der Oberste Gerichtshof ihre Verurteilung und das Todesurteil vom Juni 2024 auf und eine Neuverhandlung wurde angeordnet. Im Wiederaufnahmeverfahren, das im Dezember 2024 stattfand, zeichnete sich ein grob unfaires Verfahren ab, das an der Rechtstaatlichkeit der Justiz der Islamischen Republik Irans zweifeln lässt. Am 13. Februar 2025 hat das Revolutionsgericht in Rasht das Todesurteil gegen Sharifeh Mohammadi erneut bestätigt.
In einer weiteren Instanz wurde das Todesurteil gegen Sharifeh Mohammadi im Oktober 2025 erneut aufgehoben und vom Obersten Gericht bestätigt. Laut ihrem Anwalt wurden die Verfahrensmängel aus dem vorherigen Prozess nicht behoben. Stattdessen wurde sie zu 30 Jahren Haft verurteilt.
Stand: Oktober 2025


