Solidaritätskundgebung für Iran

Hunderte Menschen versammelten sich auf dem historischen Römerberg in Frankfurt am Main, um anlässlich des Jahrestages der Ermordung von Jina Mahsa Amini, ein Ende der Verbrechen der islamischen Republik zu fordern und für Freiheit und Demokratie für das iranische Volk zu kämpfen.

Freiheit und Demokratie für das iranische Volk

An 16. September 2023 jährte sich die Ermordung der 22-jährigen Jina Mahsa Amini und in ganz Deutschland fanden Kundgebungen statt, um der kurdischen Iranerin und all jenen zu gedenken, die durch das brutale Regime verhaftet, gefoltert und getötet wurden. Dieser Tag markiert ein Jahr Revolution und unaufhaltsame Stärke der Iraner und Iranerinnen.

Gemeinsam versammelten wir uns am Römerberg, um auf die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen aufmerksam zu machen und unsere uneingeschränkte Solidarität mit den Menschen im Iran zu zeigen. Zu der von einem breiten Bündnis organisierten Veranstaltung, versammelten sich rund 500 Teilnehmer am Römerberg, 100 weitere vor dem Konsulat und 250 am Opernplatz. Als Sprecherinnen und Sprecher nahmen die Bürgermeisterin Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Günter Burkhardt von Pro Asyl, Valerio Krüger von der IGFM, Monika Wittkowsky von Amnesty International, die ukrainische Künstlerin Tania Vorzheva sowie die frühere afghanische Ministerin Dr. Alema an der Kundgebung am Römerberg teil.

Dr. Nargess Eskandari-Grünberg, Bürgermeisterin und ehemalige politische Gefangene

Die iranisch-stämmige Bürgermeisterin und ehemalige politische Gefangene Nargess Eskandari-Grünberg bezeichnete in ihrer inspirierenden Rede Jina Mahsa Amini als „Tochter des Iran und als Heldin“ und betonte, dass sie die Familie Amini niemals vergessen werde. Sie verurteilte die Verbrechen des Regimes und informierte die Teilnehmenden, dass der Vater Aminis, der am Jahrestag seiner Tochter an ihrem Grab eine Zeremonie abhalten wollte, verhaftet wurde. Sie forderte ein sofortiges Ende der Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und der Islamischen Republik. Man „schüttelt keine blutigen Hände“, so Eskandari-Grünberg.

Der Ausruf „Jin, Jiyan, Azadi“ und „Zan, Zendegi Azadi“ (Frau, Leben, Freiheit) erntete viel Beifall. Alle Sprecher und Sprecherinnen demonstrierten ihre Solidarität mit dem nach Freiheit strebenden iranischen Volk und erinnerten an den Beginn der Proteste im vergangenen Jahr. Valerio Krüger, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der IGFM, erinnerte in seiner Rede die Zuhörer daran, dass der Terror des Regimes sich über viele Teile der Welt erstrecke – sogar bis nach Europa. Die deutsche Regierung müsse mit konkreten Maßnahmen gegen die Menschenrechtsverletzungen und die Propaganda der Islamischen Republik aktiv werden und dürfe nicht den Verlust einer vermeintlichen „Stabilität“ fürchten. Er betonte, dass sich das Regime vor seinen Bürgern fürchtete und forderte „Freiheit für alle politischen Gefangenen“.

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Valerio Krüger, Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Die Menschenrechtsaktivistin Shanaz Morattab fasste nochmals alle wichtigen Forderungen zusammen: Der Boykott der Regierung in Teheran, die Schließung von Konsulaten und religiösen Zentren, die durch das Regime finanziert werden und die Freiheit aller politischen Gefangenen.

Zusätzlich zu den Ansprachen fanden Tanz- und Gesangsaufführungen statt. Neben dem durch einen gemischten Farsi-singenden Chor widmete auch die ukrainische Sänger Tania Vorzheva ihr Lied „Freiheit“ allen Unterdrückten und Gefangenen.

Tania Vorzheva, ukrainische Künsterin

Mozhdeh, Tänzerin und ehemalige Geflüchtete

Behrouz Asadi, Leiter des Malteser Migrationsbüro und Mitorganisator der Veranstaltung

Vier Bäume für die Todesopfer

Zum Ende der Veranstaltung auf dem Römerberg machte sich der Demonstrationszug auf den Weg zum Mainufer, um vier Bäume im Zeichen des friedlichen Widerstands und in Gedenken an die Todesopfer zu pflanzen. Frauendezernentin Rosemarie Heilig und viele weitere beteiligten sich mit Ansprachen an dieser nahegehenden Zeremonie, die tausender Opfer gedachte. Die Bäume seien eine ewige Gedenkstätte für die Menschen um keinen Tod unvergessen zu lassen.

Ein gepflanzter Baum in Gedenken an Jina Mahsa Amini und alle durch das Regime getöteten Menschen

Die Ermordung von Jina Mahsa Amini

Jina Mahsa Amini starb am 16. September 2022 in Polizeigewahrsam, nachdem sie drei Tage vorher von der Sittenpolizei verhaftet und massiv misshandelt wurde. Ihr Tod durch das Regime, löste Empörung und Entsetzen auf der ganzen Welt aus und führte zur Frau, Leben, Freiheit-Bewegung. Tausende Menschen schlossen sich den Protesten im Iran an und riskierten verhaftet, gefoltert und getötet zu werden. Die Straßen des Irans haben sich seither insbesondere für Frauen in einen Platz des zivilen Ungehorsams verwandelt. Frauen stehen an vorderster Front der Proteste gegen die repressive Politik, legen ihre Kopftücher ab und weigern sich, den frauenfeindlichen Regeln des Regimes zu folgen. Die Islamische Republik fürchtet den Widerstand ihrer Bürger und Bürgerinnen und geht mit verschärfter Gewalt gegen Demonstrierende, Aktivisten und religiöse Minderheiten vor. Monate vor dem Todestag Jina Mahsa Aminis kam es zu Verhaftungswellen und Drohungen gegen Familien der Todesopfer. Das Regime intendierte so das Gedenken zu unterdrücken.

Die Arbeit der IGFM

Die Menschenrechtsverletzungen im Iran und die Vielzahl politischer und Glaubensgefangenen sind seit Jahren ein wichtiger Schwerpunkt der Arbeit der IGFM. Seit 2009 hat die IGFM hunderte politische Patenschaften initiiert und in einigen Fällen gemeinsam mit Abgeordneten sogar Hafterleichterungen und Freilassungen erzielt. Wöchentlich veröffentlicht die IGFM aktuelle Berichte zu der Menschenrechtssituation im Iran und leistet Einzelfallarbeit zu politischen Inhaftierten. Als Menschenrechtsorganisation fordern wir die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen im Iran – darunter auch inhaftierte deutsche Staatsbürger und das Ende der falschen Appeasement-Politik der deutschen Außenpolitik.

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