Pakistan: Student Sunny Waqas

Der pakistanische Christ Sunny Waqas wurde gemeinsam von der IGFM und der Evangelischen Nachrichtenagentur idea zum "Gefangenen des Monats Mai 2020" ernannt.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte hat gemeinsam mit der evangelischen Nachrichtenagentur idea den pakistanischen Christen Sunny Waqas zum „Gefangenen des Monats Mai 2020“ ernannt. Er wurde am 29. Juni 2019 wegen angeblicher Blasphemie verhaftet.

Jungem Christen droht Todesstrafe wegen angeblicher Blasphemie

Zum „Gefangenen des Monats Mai 2020“ haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den pakistanischen Christen Sunny Waqas benannt. Sie rufen dazu auf, sich für den 20-jährigen Studenten einzusetzen. Er hat Gesundheitswissenschaften an der High School in Bahawalnagar in der Provinz Punjab studiert und seine Freizeit verbrachte er gerne mit Cricket. Seine Leidenschaft für das in Pakistan beliebte Schlagballspiel wurde ihm wohl zum Verhängnis: Am 29. Juni 2019 spielte er gerade hinter dem Haus eines Freundes, als er verhaftet wurde. Daraufhin hatte er für mehrere Tage keine Möglichkeit, seine Familie zu verständigen, die sich bereits Sorgen um ihn machte.

Einige Tage zuvor hatte es einen Streit mit Mitspielern gegeben, darunter auch mit Bilal Ahmad, einem Nachbarn. Wie sich später herausstellte, hatte dieser Nachbar daraufhin Waqas wegen der Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed angezeigt, was dem pakistanischen Strafrechtsparagraphen 295 C zufolge als schweres Delikt gilt und mit dem Tode bestraft wird. Der junge Christ habe Flugblätter mit blasphemischen Inhalten in einer Tasche mit sich geführt, behauptete Ahmad gegenüber den Ermittlern. Sunny Waqas gilt in seinem Umfeld hingegen als intelligenter Student, der in interreligiösen Beziehungen als rücksichtsvoll aufgefallen ist.

An den
Präsidenten der
Islamischen Republik Pakistan
Herrn Arif Alvi
c/o Botschaft der Islamischen Republik Pakistan
Schaperstraße 29
10719 Berlin
Fax: 030-21244210

Sehr geehrter Herr Präsident,

ich wende mich wegen des pakistanischen Christen Sunny Waqas an Sie, der wegen des angeblichen Verstoßes gegen Paragraf 295 C des pakistanischen Strafgesetzbuchs inhaftiert ist. Am 29. Juni verschwand er beim Cricketspiel hinter dem Haus eines Freundes. Seine Familie machte sich daraufhin Sorgen und erfuhr erst einige Tage darauf, trotz Nachfragen bei der örtlichen Polizei, dass er wegen Blasphemie verhaftet worden war.

Einige Tage zuvor hatte es einen Streit mit Mitspielern gegeben, darunter auch mit Bilal Ahmad, einem Nachbarn. Wie sich später herausstellte, hatte dieser Nachbar daraufhin Waqas wegen der Beleidigung des islamischen Propheten Mohammed angezeigt. Der junge Christ habe Flugblätter mit blasphemischen Inhalten in einer Tasche mit sich geführt, behauptete Ahmad gegenüber den Ermittlern. Sunny Waqas gilt in seinem Umfeld hingegen als intelligenter Student und in interreligiösen Beziehungen als rücksichtsvoll.

Deutliche Anhaltspunkte weisen darauf hin, dass es hier weniger um den Mangel an Respekt vor dem Islam geht als vielmehr um Rache infolge einer persönlichen Kränkung. Daher bitte ich Sie, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, damit sich das zuständige Gericht mit dem Fall zügig auseinandersetzt und ihn freisprechen kann. Ich halte eine sofortige Freilassung und Unterbringung an einem sicheren Ort für dringlich, um das Leben und die körperliche Unversehrtheit von Sunny Waqas zu schützen.

Hochachtungsvoll

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