/Todesstrafe für Heavy Metal – Künstlerische Freiheit im Iran bedroht

Todesstrafe für Heavy Metal – Künstlerische Freiheit im Iran bedroht

Den Musikern der iranischen Heavy Metal Band „Confess“ droht ein Prozess unter anderem wegen „Blasphemie“. Sollten sie verurteilt werden, erwartet sie im schlimmsten Fall die Todesstrafe, in jedem Fall jedoch eine langjährige Gefängnisstrafe. Hintergrund ist die Veröffentlichung des Albums Pursuit of Dreams, mit Lieder wie z. B. „Teh-Hell-Ran“ oder auch „I’m your god“ – was konservative Geistliche als Gotteslästerung ansehen. Die IGFM sieht in dieser Verfolgung einen deutlichen Bruch geltender Völkerrechtsabkommen und fordert die Islamische Republik dazu auf, künstlerische Freiheiten zu achten.

Todesstrafe für Heavy Metal – Künstlerische Freiheit im Iran bedroht

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert Ende der Verfolgung von Confess-Musikern

Menschenrechte aufgrund Wirtschaftsinteressen nicht vergessen!

Im Vorfeld des Norouz im Iran (20./21. März 2016, persisches Neues Jahr) wendet sich Karl Hafen, Geschäftsführer der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in einem offenen Brief an den iranischen Botschafter. Seine Forderung ist einfach und deutlich: Die von der Todesstrafe bedrohten Musiker der Heavy Metal Band Confess dürfen nicht verfolgt und verurteilt werden. Er sieht in dem drohenden Prozess einen deutlichen Bruch internationalen Rechts.

Exzellenz,

heute informieren wir Sie darüber, dass die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) den Umgang der iranischen Behörden mit den Mitgliedern der Heavy Metal Band Confess sehr genau beobachtet. Mit großer Sorge haben wir von dem anstehenden Verfahren gegen die Musiker erfahren und bitten Sie, die Umstände des drohenden Prozesses umgehend zu prüfen. Die Einhaltung des auch für den Iran völkerrechtlich bindenden Internationalen Pakts über bürgerliche und politische Rechte sehen wir in diesem Fall nicht gewährleistet. Die drohende Verurteilung der Musiker verstößt gegen völkerrechtlich verbrieftes Recht.

Die zwei Musiker Nikan “Siyanor” Khosravi und Arash “Chemical” Illkhani wurden bereits Mitte November 2015 verhaftet. Durch ihr Album, welches Lieder mit Titeln wie z. B. „Teh-Hell-Ran“ oder auch „I’m your god now“ enthält, gerieten sie ins Visier der Behörden. Sollten sie verurteilt werden, droht ihnen im schlimmsten Fall die Todesstrafe, in jedem Fall jedoch eine langjährige Gefängnisstrafe. Auch wenn die beiden Musiker zwischenzeitlich durch Zahlung einer Kaution auf freien Fuß kamen, sind sie in Gefahr, unter Bruch von international geltendem Recht verurteilt zu werden. Sie wurden im Evin-Gefängnis in Teheran gefangen gehalten.

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte weist Sie daraufhin, dass der Umgang mit Künstlern und Musikern in Ihrem Land einen Test für die weitere Ausrichtung in der Internationalen Gemeinschaft darstellt. Ein Rechtsstaat muss auch mit anderen Meinungen und Lebensweisen umgehen können, die durch Völkerrechtsabkommen und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte garantiert werden.

Die IGFM betrachtet Herrn Khosravi und Herrn Illkhani als politische Gefangene, die ausschließlich wegen Ausübung ihres Grundrechts der freien Meinungsäußerung inhaftiert wurden. Dieses Grundrecht hat der Iran durch Ratifizierung des Internationalen Paktes über bürgerliche und politische Rechte als bindendes Völkerrecht anerkannt. Auch durch die Mitgliedschaft in den Vereinten Nationen erkennt der Iran die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als Handlungsgrundlage an.

Exzellenz, wir bitten Sie mitzuhelfen, den Musikern auch weiterhin das Recht auf freie Meinungsäußerung zu gewährleisten. Wir appellieren an Sie, Ihren Einfluss geltend zu machen, damit die Anklage gegen die Herrn Nikan “Siyanor” Khosravi und Arash “Chemical” Illkhani fallen gelassen wird.

Über einen Terminvorschlag für einen Austausch mit Ihnen freuen wir uns.

Hochachtungsvoll,

Karl Hafen
Geschäftsführer, IGFM
Frankfurt, den 7. März 2016

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Appelladressen:
Bitte schreiben Sie direkt oder über die jeweilige iranische Botschaft mit der Bitte um Weiterleitung
Briefporto aus Deutschland: 0,90 Euro)

“Führer” Ayatollah Ali Khamenei
His Excellency Ayatollah Sayed Ali Khamenei
The Office of the Supreme Leader Islamic Republic
Shahid Keshvar Doust Street,
Teheran
Islamische Republik Iran
Tel: +98 21 64412020
Fax: +98 21 64412030
E-Mail: info_leader@leader.ir

Präsident Hassan Rohani
His Excellency Hassan Rohani
The Presidency
Palestine Avenue Azerbaijan Intersection
Teheran
Islamische Republik Iran
Fax: +98 21 64454811
E-Mail: media@rouhani.ir

Leiter des Menschenrechtsrates der iranischen Justiz und einer der wichtigsten Berater des “Führers” Khamenei
Mohammad Javad Larijani
Secretary General, High Council for Human Rights
Howzeh Riassat-e Ghoveh Ghazaiyeh
Pasteur St, Vali Asr Ave.,
South of Serah-e Jomhuri
Tehran 1316814737
Islamic Republic of Iran
Fax: 0098-21-3390 4986

Vorsitzender der Judikative
Ayatollah Sadegh Larijani
c/o Public Relations Office
Number 4, 2 Azizi Street intersection, Vali Asr Ave, above Pasteur Street intersection
Tehran
Islamic Republic of Iran
E-mail: info@dadiran.ir

Adresse des Justizministeriums
Valiasr Ave, Teheran, niedriger als der Valiasr-Platz, 1638
Postleitzahlen: 1416783619 und 1416783595
Tel.: 5-88893621
Fax: 88909346
E-Mail: info@justice.ir

Menschenrechtsbüro Iran
Mohammed Dschawad Lanijani
Telefon: +98 21 2280958
Fax: + 98 21 2719130
E-Mail: larijani@ipm.ir

Iranische Botschaft in Deutschland
Botschaft der Islamischen Republik Iran
Podbielskiallee 65-67
14195 Berlin
Tel. 0049-(0)30-84353399 und 0049-(0)30-843530
Fax: 0049-(0)30-8435 3535
E-Mail: info@iranbotschaft.de

2018-12-13T10:15:42+01:00Freitag, Oktober 26, 2018|