Tony Alberto Bruno Smith

Tony Alberto Bruno Smith von der indigenen Volksgruppe der Mayangna verbüßt 25 Jahre Haft in Nicaragua unter schlechten Haftbedingungen und eingeschränktem Kontakt zur Familie.
Indigener Mayangna unter schweren Haftbedingungen in Nicaragua
Tony Alberto Bruno Smith gehört dem indigenen Volk der Mayangna an und stammt aus der Gemeinde Musawas im autonomen Karibikgebiet Nicaraguas. Er ist ein Neffe von Rodrigo Bruno Arcángel und Cousin von Olvier und Evertz Antonio Bruno Palacios. Wie andere Mitglieder seiner Familie engagierte er sich als freiwilliger Parkranger und Verteidiger des indigenen Territoriums im Mayangna-Sauni-As-Gebiet des Biosphärenreservats Bosawás, wo er illegale Landnahmen durch bewaffnete Siedler dokumentierte.
Am 13. August 2023 wurde Tony Alberto Bruno Smith im Zuge eines nächtlichen Polizeieinsatzes in der Gemeinde Musawas festgenommen. Berichten zufolge drangen Polizeikräfte gewaltsam in das Haus der Familie ein, zerstörten Teile der Unterkunft und misshandelten mehrere Familienmitglieder. Die Behörden beschuldigten ihn später, an der sogenannten Masacre de Kiwakumbaih beteiligt gewesen zu sein.
Am 5. Februar 2024 wurde Tony Alberto Bruno Smith gemeinsam mit anderen Familienmitgliedern wegen organisierter Kriminalität, illegalen Waffenbesitzes und weiterer Delikte zu 25 Jahren Haft verurteilt. Internationale Beobachter kritisierten das Verfahren, unter anderem weil es ausschließlich auf Spanisch geführt wurde, obwohl seine Muttersprache Mayangna ist und kein Dolmetscher zur Verfügung stand.
Tony Alberto Bruno Smith ist derzeit im Hochsicherheitsgefängnis Jorge Navarro Maximum Security Penitentiary („La Modelo“) inhaftiert.
Festnahme und Haftbedingungen
Seit seiner Inhaftierung wird Tony Alberto Bruno Smith unter äußerst schwierigen Bedingungen festgehalten. Er befindet sich in einer Hochsicherheitszelle, die er mit seinem Cousin Evertz Antonio Bruno Palacios teilt. Die Zellen stehen unter permanenter Video- und Audioüberwachung, und den Gefangenen wird untersagt, in ihrer indigenen Sprache Mayangna zu sprechen.
Berichten zufolge sind die Haftbedingungen äußerst prekär:
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Die Gefangenen müssen auf dem Boden schlafen, ohne Matratzen oder Decken.
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Sie erhalten nur eine Mahlzeit pro Tag in kleinen Portionen.
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Der Zugang zu Trinkwasser ist eingeschränkt.
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Die Zellen sind von Insekten befallen und extremen Temperaturen ausgesetzt.
Außerdem wird berichtet, dass die Gefangenen nur selten ihre Zellen verlassen dürfen und ihre Kommunikation mit anderen Gefangenen stark eingeschränkt ist. Familienbesuche sind selten, kurz und werden streng überwacht.
Über den Gesundheitszustand von Tony Alberto Bruno Smith gibt es nur begrenzte Informationen, da seine Familie nur schwer Zugang zu ihm hat. Sein Vater ist älter und gesundheitlich angeschlagen und kann die lange Reise zum Gefängnis kaum bewältigen. Daher stammen die wenigen Informationen über seine Situation meist von Mitgefangenen oder Familienmitgliedern anderer Inhaftierter.
Verurteilung
Am 5. Februar 2024 wurde Tony Alberto Bruno Smith vom Fünften Strafgericht in Managua zu 25 Jahren Haft verurteilt. Ihm wurden unter anderem organisierte Kriminalität, Drohungen mit Waffen sowie illegaler Waffenbesitz vorgeworfen.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren das Verfahren wegen möglicher Verletzungen grundlegender Verfahrensrechte, darunter mangelnder Zugang zur Verteidigung, fehlende Dolmetscher und eingeschränkter Zugang zu den Prozessakten.
Im Februar 2026 stellte die Interamerikanische Menschenrechtskommission (CIDH) fest, dass das Leben, die körperliche Unversehrtheit und die Gesundheit von Tony Alberto Bruno Smith ernsthaft gefährdet sind, und ordnete Schutzmaßnahmen an.
Hintergrund
Tony Alberto Bruno Smith gehört zu einer Gruppe indigener Gemeindemitglieder aus der Region der nicaraguanischen Karibikküste, die sich gegen zunehmende Gewalt und Landnahmen durch bewaffnete Siedler in indigenen Territorien einsetzen.
Menschenrechtsorganisationen sehen in seiner Festnahme und der seiner Verwandten ein Beispiel für die Kriminalisierung indigener Landverteidiger im Zusammenhang mit Konflikten um indigene Territorien.
Stand: März 2026


