Warum eine politische Patenschaft

Gewählte Abgeordnete und weitere Mandatsträger unterstützen öffentlich willkürlich inhaftierte Menschen und setzen sich für ihre Freilassung ein. Dies lenkt mehr Aufmerksamkeit auf die Schicksale und unterstützt unsere Menschenrechtsarbeit enorm. Wir danken für den individuellen Einsatz und lassen einige der Paten und Patinnen zu Wort kommen.
Vor dem Vergessen schützen und Hoffnung geben
Patenschaften für politische Gefangene und verschleppte Zivilisten

Jonas Geissler, Mitglied des deutschen Bundestages (CSU)
„Warum ich politische Patenschaften übernehme? Weil öffentliche Solidarität schützt. Und weil wir als Abgeordnete eine Stimme haben – nicht nur für unsere Wählerinnen und Wähler, sondern auch für diejenigen, die zum Schweigen gebracht werden sollen. Unser Blick muss weiterhin auf all jene gerichtet bleiben, die noch immer wegen ihres Engagements für Demokratie, Freiheit und Menschenrechte verfolgt werden. […] Eine politische Patenschaft kann nicht alles ändern – aber sie gibt Hoffnung. Sie macht sichtbar, was Regime am liebsten im Dunkeln halten würden. Und sie zeigt den Betroffenen: Ihr seid nicht vergessen."
Bild: Büro Geissler
Fabian Ehmann, Mitglied des Landtags von Rheinland-Pfalz (Bündnis 90/Die Grünen)
„Als Landtagsabgeordneter habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, Menschen zu unterstützen, die unter Ungerechtigkeit leiden. Die Patenschaft symbolisiert nicht nur Solidarität, sondern ist ein entscheidendes Instrument, um das Schicksal politischer Gefangener weltweit sichtbar zu machen.„
Bild: Pressefoto


Martina Feldmayer, Mitglied des hessischen Landtags (Bündnis 90/die Grünen)
„Ich möchte zeigen, dass die Weltöffentlichkeit hinschaut, wenn Menschen Willkür und Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt sind. Mit der politischen Patenschaft zeige ich: ihr seid nicht vergessen. Die Übernahme meiner politischen Patenschaften hat meinen Blick geschärft für Ungerechtigkeiten in der Welt. Wir hier in Deutschland riskieren nichts, wenn wir uns für Menschenrechte einsetzen. Die Menschen in Diktaturen aber riskieren alles im Einsatz für Demokratie, freie Presse oder auch Frauenrechte wie im Iran. […] Die freie Welt vergisst die politischen Gefangenen nicht. Wir sehen, dass unschuldige Menschen festgehalten und gefoltert werden. Eine Regierung, die so mit ihren Bürgerinnen und Bürgern umgeht ist schwach, denn sie hat Angst vor freier Rede und Meinung. Wer nur mit Angst und Terror sowie Willkür agieren kann, ist schwach. "
Bild: Katrin Probst
Thomas Rachel, Mitglied des deutschen Bundestages (CDU)
„Die politische Gefangenschaft von Maria Kolesnikowa und anderen Oppositionspolitikern mahnt uns zum weltweiten Einsatz für Rechtstaatlichkeit, Demokratie und Menschenrechte! Gleichzeitig trete ich für den Schutz unserer freiheitlich- demokratischen Grundordnung und die, in ihr verankerte, Meinungsfreiheit ein. Unsere Gesellschaft lebt vom offenen Diskurs, der Möglichkeit, Kritik zu äußern, und dem Aushalten anderer Meinungen. In autoritären Diktaturen, wie dem von Putin gesteuerten Belarus, kommen Menschen dafür ins Gefängnis oder werden gar umgebracht.„
Bild: Tobias Koch


Bischof Christian Stäblein, Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
„Es gibt etliche Menschen im Iran, die im Moment in dieser Weise festgenommen worden sind, die mit großen Vorwürfen überzogen werden, zum Tode verurteilt und hingerichtet werden. Und ich glaube, diese Menschen brauchen unsere Stimme und sie brauchen die Öffentlichkeit“
Bild: Matthias Kauffmann
Dorothee Bär, Mitglied des deutschen Bundestages (CSU)
„Wir tragen als Abgeordnete Verantwortung für die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes, aber auch für das Recht und die Freiheit von Menschen in anderen Teilen der Welt.“
Bild: Bundesregierung/Steffen Kugler


Simon Rock, Mitglied des nordrhein-westfälischen Landtags (Bündnis 90/Die Grünen)
„Demokratie und das Einstehen für Menschenrechte endet nicht an Landesgrenzen. Als Abgeordneter trage ich Verantwortung – nicht nur gegenüber meinen Wählerinnen und Wählern, sondern auch gegenüber der Stärkung freier und pluralistischer Demokratien und damit auch all jenen, die weltweit unterdrückt, verfolgt und zum Schweigen gebracht werden. […] Eine Patenschaft ist kein zusätzlicher Termin im vollen Kalender, sondern vielmehr ein politisches Zeichen für die Werte, die wir Parlamentarierinnen und Parlamentarier leben. Ich würde jeder Kollegin und jedem Kollegen sagen: Traut euch. Es ist ein kleiner Schritt mit großer Wirkung. Es zeigt, dass Parlamentarier*innen Haltung zeigen können – nicht nur im eigenen Land, sondern auch dort, wo Menschen unsere Stimme brauchen. Eine politische Patenschaft verbindet und schafft den Raum für kulturellen Austausch.“
Bild: Michael Lübke
»Niemand darf willkürlich festgenommen, in Haft gehalten oder des Landes verwiesen werden.«
Art. 9 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte
Die IGFM setzt sich seit ihrer Gründung 1972 für die weltweite Achtung von Menschenrechten und Grundfreiheiten ein. Vor diesem Hintergrund setzt sich die IGFM gezielt für die Freilassung politischer Gefangener und verschleppter ukrainischer Zivilisten ein, die aufgrund ihrer politischen Überzeugungen unterdrückt werden. Mit Öffentlichkeitsarbeit, Appellen und politischen Patenschaften soll auf die Schicksale der willkürlich Inhaftierten aufmerksam gemacht werden.
Werden auch Sie aktiv und unterstützen uns bei unserem Einsatz für politische Gefangene und verschleppte Zivilisten!

Das Patenschaftsprogramm der IGFM vermittelt politische Gefangene aus verschiedenen Ländern und Zivilgefangene aus der Ukraine an Abgeordnete aus Deutschland, die sich mit einer politischen Patenschaft für ihre Freilassung einsetzen. Werden Sie ein Teil unserer Menschenrechtsarbeit!
Mehr zum Patenschaftsprogramm hier.
Worte von ehemaligen Abgeordneten

„Politische Patenschaften sind wichtig – weil wir die Menschen, die verhaftet oder verschleppt wurden, nicht allein lassen dürfen. Wenn Menschenrechte verletzt werden, müssen wir laut sein. Patenschaften helfen, weil sie das Schweigen durchbrechen – und Unrecht sichtbar machen.“

„Das Schlimmste, was den Opfern von Menschenrechtsverletzungen passieren kann, ist unsere Gleichgültigkeit.“

„Es besteht die berechtigte Hoffnung, mit jedem einzelnen Fall etwas zu bewirken und den Menschenrechten und denjenigen, die sie verteidigen, wieder etwas mehr Raum zu geben. Hinzu kommt der Wunsch, auch den Menschen in Deutschland bewusst zu machen, wie die Situation anderswo ist und ihnen Möglichkeiten aufzuzeigen, sich zu engagieren – nicht nur als Politikerin oder Politiker.“

„Als Abgeordnete sehe ich es als Teil der mir übertragenen Verantwortung, mich weltweit für Menschenrechte einzusetzen. Darum übernehme ich seit Jahren immer wieder politische Patenschaften und setze mich dadurch für gewaltlose politische Gefangene ein, die dringend Hilfe benötigen.“

„Aus meiner Sicht ist das [die politische Patenschaft] ein Instrument, um zu sagen, dass uns jede Person wichtig ist und dass jede Biografie einzigartig ist. Und vor allem, dass wir diese Personen nicht vergessen. Das heißt, man hat hier eine Person, man spricht über die Person, man schafft Öffentlichkeit für diese Person. Das heißt, es geht darum, diesen Menschen noch mal ein Gesicht zu geben.“

„In unserem Land sollten wir andere große internationale Herausforderungen – wie die Abschaffung der Todesstrafe sowie die Wahrung der Menschenrechte – nicht aus den Augen verlieren. Diese Themenschwerpunkte ziehen sich wie ein roter Faden durch meine Arbeit, aus diesem Grund übernehme ich die politische Patenschaft für den zum Tode verurteilten Amir Hossein Moradi.“

„Einsatz, Fürbitte und ein langer Atem lohnen sich im Kampf um die Freiheit politischer Gefangener. Erst kürzlich wurde nach Jahren der Haft der iranische Pastor Nadarkhani freigelassen. Viele hatten nicht mehr daran geglaubt, dass Yousef Nadarkhani jemals seine ihm zustehende Freiheit wiedererhält. Das gibt Ansporn und Zuversicht!“

„Gerne habe ich eine Patenschaft für die im Iran inhaftierte Frauenrechtlerin Narges Mohammadi übernommen. Ihr Schicksal und das Schicksal vieler weiterer willkürlich Inhaftierten darf uns nicht kalt lassen. Ich bin der IGFM sehr dankbar, dass sie mit Aktionen und stetiger Öffentlichkeitsarbeit dafür sorgt, dass diese Menschen nicht in Vergessenheit geraten. Das ist Lobbyarbeit im bestmöglichen Sinne. Wer die Axt an Meinungs-, Presse-, Versammlungs- oder Religionsfreiheit anlegt, der tritt unsere Werte mit Füßen und dem müssen wir uns entschieden entgegenstellen.“
Hilft Menschenrechtsarbeit überhaupt?
JA auf jeden Fall!
Immer wieder erhält die IGFM positive Nachrichten, die durch Menschenrechtsarbeit erwirkt werden konnten, z.B. Haftverbesserungen bis hin zur Freilassung politischer Gefangener.