Iranische Schriftsteller in Gefahr

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Die iranischen Schriftsteller und Mitglieder der Iranian Writers Association Arash Gandji, Keyvan Bajan (1. und 2. von links) und Reza Khandan Mahabadi (ganz rechts) sind auch nach Baktash Abtins Tod weiterhin im Evin-Gefängnis inhaftiert. Auch Reza Khandan Mahabadi hat sich im Dezember 2021 erneut mit dem Coronavirus angesteckt und wurde wegen seines schlechten gesundheitlichen Zustands in ein Krankenhaus verlegt. Gemeinsam mit der politischen Patin Mirjam Schmidt (MdL Hessen, Grüne) setzt sich die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte für die Freilassung der inhaftierten Künstler ein.

Nach Tod von iranischem Schriftsteller

Baktash Abtins Schicksal darf kein Regelfall werden!

Frankfurt am Main / Teheran, 13. Januar 2021 – Der iranische Dichter und Filmemacher Baktash Abtin ist am Samstag, 8. Januar, an den Folgen seiner Corona-Erkrankung verstorben. Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) erklärt, war er trotz bekannter Corona-Infektion erst viel zu spät vom Gefängnis in ein Krankenhaus verlegt worden. Sein Tod sei vom Gefängnispersonal bewusst in Kauf genommen worden. Gemeinsam mit Abtins politischer Patin, der hessischen Landtagsabgeordneten Mirjam Schmidt, appelliert die IGFM an die iranische Regierung, weitere inhaftierte Schriftsteller zu schützen.

Trotz COVID-19-ähnlichen Symptomen verweigerte die Gefängnisaufsicht Abtin jegliche medizinische Behandlung und gewährte ihm erst nach mehreren Wochen Mitte Dezember eine Verlegung ins Krankenhaus. Aufgrund seines kritischen Zustands wurde er dort am 1. Januar schließlich in ein künstliches Koma versetzt. Der Vorsitzende der Iranian Writers Association, die für ihre deutliche Regimekritik und den Einsatz für Meinungsfreiheit bekannt ist, hatte sich bereits im Frühjahr 2021 mit dem Coronavirus infiziert. Damals wurde er kurzzeitig im Krankenhaustrakt des Gefängnisses behandelt.

Gezielte Verfolgung der Iranian Writers Association

Neben Abtin sind weitere Mitglieder Schriftsteller und Mitglieder der Iranian Writers Association, Reza Khandan Mahabadi (ebenfalls Vorsitzender), Keyvan Bajan und Arash Gandji (beide ehemalige IWA-Führungsmitglieder) inhaftiert. Bajan und Khandan Mahabadi wurden wegen «Propaganda gegen den Staat» zu dreieinhalb bzw. fünf Jahren Haft verurteilt, als «Beweise» wurden explizit die Mitgliedschaft und Dokumente der IWA genannt. Bei Gandji wurde die Übersetzung des Buches «A Small Key Can Open A Large Door: The Rojava Revolution» als Grundlage für die fünfjährige Haftstrafe verwendet. Alle drei sind aktuell im Evin-Gefängnis inhaftiert, Khandan Mahabadi, der sich im Dezember ebenfalls mit Corona infiziert hatte, wird aktuell in einem Krankenhaus behandelt.

«Politische Gefangene müssen geschützt werden!»

Seit Beginn der COVID-19-Pandemie wurden zahlreiche Gefangene aus iranischen Gefängnissen entlassen – politische Gefangene waren von dieser Regelung aber größtenteils ausgeschlossen. «Die iranische Führung setzt die Gefangenen damit bewusst einer Ansteckung mit dem Virus aus und spielt mit den Leben ihrer Kritiker», wie Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM mit Verweis auf das jüngste Beispiel erklärt. «Trotz bekannter Ansteckung wird den Inhaftierten regelmäßig medizinische Versorgung untersagt.» Die IGFM hat in der Vergangenheit über Ansteckungen im Frauentrakt des Evin-Gefängnisses berichtet.

Die Grünenpolitikerin Mirjam Schmidt möchte sich deshalb gemeinsam mit der IGFM für die drei inhaftierten Schriftsteller einsetzen. «Baktash Abtins Tod ist erschütternd und darf sich nicht wiederholen! Darum setze ich mich mit der IGFM für die Freilassung der inhaftierten Künstler Keyvan Bajan, Reza Khandan Mahabadi und Arash Ganji ein. Ich unterstütze ihren mutigen Kampf für die Meinungsfreiheit. Es ist nicht hinnehmbar, dass die iranische Führung die Ansteckung politischer Gefangener mit dem Corona-Virus bewusst in Kauf nimmt.» Schmidt hatte erst im November 2021 eine politische Patenschaft bei der IGFM für Baktash Abtin übernommen.

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Iranian Writers Association

Die Iranian Writers Association ist eine Nichtregierungsorganisation, die aus Schriftstellern, Übersetzern und Herausgebern besteht und mit PEN International verbunden ist. Die 1968 gegründete Vereinigung engagiert sich gegen die Zensur und setzt sich für Meinungsfreiheit im Iran ein. 1981 wurde sie von den iranischen Behörden verboten. Seit ihrer Gründung wurden die iranische Schriftstellervereinigung und ihre Mitglieder systematisch verfolgt und schikaniert, von Zensur über Strafverfolgung bis hin zu Mord.

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