Andrii Harrius

Andrii Harrius wurde 2018 in Donezk festgenommen und von einem russischen Gericht zu 23 Jahren strengem Kolonieregime verurteilt. Der zweifache Vater befindet sich im 8. Jahr der Gefangenschaft, sein Gesundheitszustand ist kritisch. 

23 Jahre Straflager: Der Überlebenskampf des Ukrainers Andrii Harrius

Andrii Harrius
Geburtsdatum: 5. Januar 1988

In Gefangenschaft seit: 11. Dezember 2018

Letzter Aufenthaltsort: Untersuchungsgefängnis (SISO) Nr. 1 in Nowosibirsk

Unrechtmäßiges Urteil: 23 Jahre Strafkolonie

Andrii Harrius stammt aus Makijiwka in der Region Donezk. Er hat eine Hochschulbildung mit einem Spezialisten-Diplom abgeschlossen und arbeitete als Polizeibeamter beim Staatlichen Sicherheitsdienst (ODSO) in der Funktion eines Fahrers. Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern im Alter von 9 und 7 Jahren. Seine jüngere Tochter wurde nur fünf Tage nach seiner Festnahme auf dem Weg zur Evakuierung geboren; Vater und Tochter haben sich während der gesamten Zeit noch nie gesehen. Andrii befindet sich bereits im achten Jahr in russischer Gefangenschaft. Er wurde von einem Gericht der Russischen Föderation zu 23 Jahren Haft in einer Kolonie mit strengem Regime sowie zu einer Geldstrafe von 300.000 Rubel verurteilt.

Verschleppung
Andrii Harrius wurde am 11. Dezember 2018 in der Stadt Donezk festgenommen. Die Festnahme erfolgte, als er im besetzten Gebiet einen Auftrag für den Sicherheitsdienst der Ukraine (SBU) als Teil einer Sabotage- und Aufklärungsgruppe ausführte.

Nach seiner Verurteilung zu der langjährigen Haftstrafe wird Andrii Harrius derzeit an den Ort verlegt, an dem er seine Strafe verbüßen soll. Mit Stand vom 29. April 2026 war sein letzter bekannter Aufenthaltsort das Untersuchungsgefängnis (SIZO) Nr. 1 in Nowosibirsk.

Gesundheit
Vor seiner Festnahme war der Gesundheitszustand von Andrii Harrius zufriedenstellend. Durch die jahrelange Haft hat sich dieser jedoch massiv verschlechtert: Aktuell leidet er an Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), Gastritis (Magenschleimhautentzündung), starken Zahnschmerzen, Bluthochdruck sowie an Blindheit auf dem rechten Auge.

So können Sie Andrii helfen:

Briefe und Postkarten sind kleine, aber wirkungsvolle Gesten, die die Isolation der Gefangenschaft durchbrechen und die Menschen daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind. Schreiben Sie aufmunternde Worte an die verschleppten Zivilisten.

Wichtig: Der Inhalt darf nicht politisch sein oder sich auf den Krieg/die Verschleppung beziehen, sonst wird der Brief eingezogen.


Textvorschlag – der Text muss auf Russisch verfasst sein, damit er die Zensur passieren kann.

Дорогой …, (männliche Person)
Дорогая …, (weibliche Person)

Посылаю тебе лучи света и добра! Я горжусь твоей силой и стойкостью. Помни, что самая темная ночь – перед рассветом. Желаю тебе крепкого здоровья и душевных сил. Мы помним о тебе и с нетерпением ждем твоего возвращения.

Обнимаю тебя!

[Name], [Land aus dem man schreibt]

Deutsche Übersetzung
Lieber …,
Liebe …,
ich sende dir Strahlen des Lichts und der Güte. Ich bin stolz auf deine Stärke und Tapferkeit. Denke daran, dass die dunkelste Nacht immer vor der Morgendämmerung liegt. Ich wünsche dir gute Gesundheit und geistige Stärke. Wir denken an dich und freuen uns auf deine Rückkehr.
Ich umarme dich!


Für die Adresse wenden Sie sich bitte an patenschaften@igfm.de, da der genaue Aufenthaltsort der verschleppten Person nicht immer bekannt ist oder sich schnell ändern kann.

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte"). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  info@russische-botschaft.de 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Jana Lantratowa / Yana Lantratova
Smolenskij bulvar, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland
 

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf Russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung des ukrainischen Zivilisten Andrii Harrius“ 

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Lantratowa, 

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft des ukrainischen Zivilisten Andrii Harrius (geb. 5. Januar 1988) aufmerksam zu machen, der am 11. Dezember 2018 in Donezk unschuldig festgenommen und verschleppt wurde. 

Besonders beunruhigend empfinde ich die Berichte über Folter und Misshandlungen von Gefangenen in russischen Straflagern und Untersuchungsgefängnissen. Andrii Harrius ist ein unschuldiger Zivilist, der ohne legitime rechtliche Grundlage gefangen gehalten wird. Nach seiner unrechtmäßigen Verurteilung zu 23 Jahren Haft befand er sich zuletzt im Untersuchungsgefängnis (SIZO) Nr. 1 in Novosibirsk. Die Rechte und Freiheiten von Andrii müssen in vollem Umfang respektiert und geschützt werden.

 Ich appelliere an Sie, sich für eine rechtmäßige und humane Behandlung aller zivilen Gefangenen in Russland, insbesondere der verschleppten Ukrainer, einzusetzen. Bitte ermöglichen Sie ihm den Kontakt zu seiner Familie und stellen einen Rechtsbeistand für ihn bereit.  

Hochachtungsvoll 

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