Volodymyr Kvasha

Volodymyr Kvasha, ein 36-jähriger ukrainischer Staatsbürger, der in Russland unter erfundenen Terrorismusvorwürfen willkürlich inhaftiert wurde, wurde zu 13 Jahren Haft verurteilt.

Willkürliche Inhaftierung und Verurteilung in der Russischen Föderation

Volodymyr Kvasha
Geburtsdatum: 03. Oktober 1989

Verschleppt seit: 18. März 2024

Letzter Aufenthaltsort: Stadt Werchneuralsk (Oblast Tscheljabinsk)

Unrechtmäßiges Urteil: 13 Jahre Strafkolonie

Der ukrainische Staatsbürger Volodymyr Kvasha (geboren am 03.10.1989) lebte und arbeitete seit dem Jahr 2017 in Moskau. Er hat eine Ausbildung am KTMTB absolviert und war zuletzt als Schicht-Markscheider (Bergvermesser) für das Unternehmen AO „STROY-TREST“ tätig. Ab dem Jahr 2023 war er im Rahmen von Schicht- und Turnusarbeiten in Chabarowsk im Einsatz. Er ist ledig; vor seiner Festnahme lagen keine gesundheitlichen Beschwerden vor.

Verschleppung
Am 18. März 2024 wurde Volodymyr Kvasha in Chabarowsk ohne Angabe von triftigen Gründen – mutmaßlich infolge einer Denunziation – willkürlich festgenommen. Im Anschluss wurde er unter dem Vorwurf des Terrorverdachts angeklagt. Weder wurden seine Angehörigen über die Festnahme benachrichtigt, noch wurde ihm ein Rechtsbeistand gewährt. Das gesamte Verfahren sowie die Beweislast wurden fälschlicherweise konstruiert.

Am 12. September 2025 wurde Herr Kvasha zu einer Haftstrafe von 13 Jahren verurteilt. Eine gegen dieses Urteil eingelegte Berufung wurde am 4. März 2026 ergebnislos abgewiesen, womit das Urteil rechtskräftig ist.

Nach seiner Festnahme verbrachte Herr Kvasha zwei Jahre (bis zum 20. April 2026) in der Untersuchungshaftanstalt SIZO-1 (Snamenschtschikowa Str. 6) in Chabarowsk. Auf eine offizielle Anfrage hin teilte der russische Strafvollzugsdienst (FSIN) am 14. August 2025 lediglich mit, dass seitens des Inhaftierten „keine Beschwerden“ vorlägen.

Am 20. April 2026 wurde Herr Kvasha für den Weitertransport in ein Gefängnis überführt. Nach einem Zwischenaufenthalt in der Stadt Tschita, die er am 23. April 2026 verließ, erreichte er laut einem Brief vom 18. Mai 2026 die Haftanstalt in der Stadt Werchneuralsk (Oblast Tscheljabinsk). Dort soll er die ersten Jahre seiner Haftstrafe verbüßen.

Der Status von Volodymyr Kvasha als ziviler Gefangener ist derzeit nicht vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) bestätigt, da den Vertretern des IKRK laut mündlicher Auskunft kein Zugang zu ihm gewährt wird. Eine offizielle Anfrage der Angehörigen an die russische Menschenrechtsbeauftragte Tatjana Moskalkowa blieb bislang vollkommen unbeantwortet.

Stand: Mai 2026

So können Sie Kvasha helfen:

Briefe und Postkarten sind kleine, aber wirkungsvolle Gesten, die die Isolation der Gefangenschaft durchbrechen und die Menschen daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind. Schreiben Sie aufmunternde Worte an die verschleppten Zivilisten.

Wichtig: Der Inhalt darf nicht politisch sein oder sich auf den Krieg/die Verschleppung beziehen, sonst wird der Brief eingezogen.


Textvorschlag – der Text muss auf Russisch verfasst sein, damit er die Zensur passieren kann.

Дорогой …, (männliche Person)
Дорогая …, (weibliche Person)

Посылаю тебе лучи света и добра! Я горжусь твоей силой и стойкостью. Помни, что самая темная ночь – перед рассветом. Желаю тебе крепкого здоровья и душевных сил. Мы помним о тебе и с нетерпением ждем твоего возвращения.

Обнимаю тебя!

[Name], [Land aus dem man schreibt]

Deutsche Übersetzung
Lieber …,
Liebe …,
ich sende dir Strahlen des Lichts und der Güte. Ich bin stolz auf deine Stärke und Tapferkeit. Denke daran, dass die dunkelste Nacht immer vor der Morgendämmerung liegt. Ich wünsche dir gute Gesundheit und geistige Stärke. Wir denken an dich und freuen uns auf deine Rückkehr.
Ich umarme dich!


Für die Adresse wenden Sie sich bitte an patenschaften@igfm.de, da der genaue Aufenthaltsort der verschleppten Person nicht immer bekannt ist oder sich schnell ändern kann.

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte"). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  info@russische-botschaft.de 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Jana Lantratowa / Yana Lantratova
Smolenskij, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland
 

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf Russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung des ukrainischen Zivilisten Volodymyr Kvasha“

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Lantratowa, 

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft des ukrainischen Zivilisten Volodymyr Kvasha (geb. 03. Oktober 1989) aufmerksam zu machen, der am 18. März 2024 in Chabarowsk unschuldig festgenommen und verschleppt wurde. 

Der ukrainische Staatsbürger Volodymyr Kvasha wurde im März 2024 in Russland unter fälschlicherweise konstruiertem Terrorverdacht willkürlich festgenommen und zu 13 Jahren Haft verurteilt. Nach zweijähriger Untersuchungshaft in Chabarowsk wurde er im April 2026 in den Gefängnistransport gesetzt. Laut Angaben seiner Familie befindet er sich seit Mai 2026 im Gefängnis der Stadt Werchneuralsk (Oblast Tscheljabinsk).

Besonders beunruhigend empfinde ich die Berichte über Folter und Misshandlungen von Gefangenen in russischen Straflagern und Untersuchungsgefängnissen. Die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen müssen in vollem Umfang respektiert und geschützt werden. 

 Ich appelliere an Sie, sich für eine rechtmäßige und humane Behandlung aller zivilen Gefangenen in Russland, insbesondere der verschleppten Ukrainer, einzusetzen. Bitte ermöglichen Sie ihm den Kontakt zu seiner Familie und stellen einen Rechtsbeistand für ihn bereit.  

Hochachtungsvoll 

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Der ukrainische Staatsbürger Volodymyr Kvasha wurde am 18. März 2024 in Russland unter fälschlicherweise konstruiertem Terrorverdacht willkürlich festgenommen. Nach einem rechtswidrigen Verfahren ohne Anwalt wurde er zu 13 Jahren Haft verurteilt, was im März 2026 rechtskräftig bestätigt wurde. Nach zweijähriger Untersuchungshaft in Chabarowsk wurde er im April 2026 auf den Gefängnistransport gesetzt. Laut Angaben der Familie ist sein letzter bekannter Aufenthaltsort seit Mai 2026 das Gefängnis in Werchneuralsk (Oblast Tscheljabinsk).

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