30 Ärzte verhaftet

Flagge der Demokratiebewegung in Belarus

Die weiß-rot-weiße Flagge wurde im März 1918 zur Staatsflagge, als die erste unabhängige belarusische Volksrepublik ausgerufen wurde. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 wurde die weiß-rot-weiße Flagge zur Nationalflagge Belarus‘ erwählt. In einem Referendum von Diktator Lukaschenko im Jahr 1995 wurde die Flagge ersetzt und durch die Farben Rot-Grün ersetzt. Die weiß-rot-weiße Flagge steht seit den manipulierten Präsidentschaftswahlen in 2020 für die belarusische Demokratiebewegung.

Belarus: Ärzte verhaftet, um russische Soldaten zu behandeln

IGFM kritisiert anhaltende Unterstützung des Ukraine-Krieges durch das Lukaschenko-Regime

Frankfurt am Main/ Minsk, 5. Mai 2022 – Russische Kämpfer haben Vorrang vor der belarusischen Bevölkerung: Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, ließ der belarusische Diktator Lukaschenko 30 Ärzte unter dem Vorwand der „Korruption und Bereicherung“ verhaften. Die Mediziner werden gezwungen, bei Kämpfen in der Ukraine verwundete russische Soldaten in Belarus zu behandeln. Die in Frankfurt ansässige IGFM kritisiert die Unterstützung des Ukraine-Krieges durch das Lukaschenko-Regime aufs Schärfste und fordert eine umgehende Freilassung der Ärzte.

„In Belarus herrscht ein katastrophaler Ärztemangel. Viele Mediziner wurden nach den Demonstrationen 2020 aus dem Land vertrieben. Einige Spezialisten sitzen immer noch hinter Gittern, weil sie an den Protesten teilgenommen haben. Nun verschlechtert sich die medizinische Situation im Land noch weiter“, erklärt Edgar Lamm, Vorsitzender der IGFM.

Krankenhäuser vom KGB bewacht, Ärzte zum Schweigen verpflichtet
Ärzte aus der Region Witebsk, zwei Leiter von traumatologischen Abteilungen aus der Region Homel, drei Orthopäden-Traumatologen aus Mazyr und Lukaschenkos Leibarzt wurden festgenommen. Offiziell heißt es, die Mediziner seien von Ausländern bestochen und aufgrund des Verdachts der Manipulation von Gelenkprothesen verhaftet worden. Die Orthopäden, die nun in Untersuchungshaft sitzen, werden gezwungen, russische Militärangehörige zu behandeln und im Anschluss wieder in ihre Zellen gebracht, berichtet die IGFM. Die Krankenhäuser in Mazyr, Homel und ein Feldlazarett in Narovlja werden durch Polizei und KGB-Offiziere bewacht. Ärzte werden zum Schweigen verpflichtet und ihnen wird mit Entlassung gedroht, wenn sie mit der Presse sprechen.

Nach Haftentlassung könnte Zwangsarbeit folgen
Lukaschenko erwägt offenbar eine Haftentlassung der Mediziner, um sie zur Zwangsarbeit ins Hinterland zu schicken – eine laut IGFM „typische Bestrafung des Regimes, die oft bei Beamten“ angewandt wird. Die für schuldig befundenen Ärzte könnten so zur Arbeit in ländlichen Geburtshilfestationen oder Bezirkskrankenhäusern verpflichtet werden. Dort erwarten sie erheblich schlechtere Arbeitsbedingungen und Gehälter. Oft werden sie so auch von ihren Familien getrennt. Die IGFM kritisiert die willkürlichen Verhaftungen der Mediziner und fordert deren sofortige Freilassung ohne anschließende Zwangsarbeit.

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