Politische Patenschaft

Der Bundestagsabgeordnete Bijan Djir-Sarai setzt sich künftig für die Kölnerin Nahid Taghavi ein. Die Doppelstaatlerin wurde am 16. Oktober 2020 unter dem Vorwand der „Gefährdung der Sicherheit“ in ihrer Wohnung in Teheran festgenommen und schließlich zu einer zehnjährigen Haftstraffe verurteilt.
Bijan Djir-Sarai übernimmt politische Patenschaft für inhaftierte Kölnerin
Der Bundestagsabgeordnete der FDP setzt sich für Nahid Taghavi ein
Frankfurt am Main / Teheran, 20. Dezember 2021 – Der Bundestagsabgeordnete Bijan Djir-Sarai wird politischer Pate für die Deutsch-Iranerin Nahid Taghavi, die seit Oktober 2020 in Teheran willkürlich gefangen gehalten wird und im August 2021 zu zehn Jahren acht Monaten Haft verurteilt wurde. Im Rahmen des Patenschaftsprogramms der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) für politische Gefangene setzt sich der FDP-Abgeordnete für Taghavis Freilassung ein.
Die Frauenrechtlerin Nahid Taghavi wurde am 16. Oktober 2020 in ihrer Wohnung in Teheran festgenommen und wegen „Mitgliedschaft in einer illegalen Gruppe“ zu zehn Jahren und acht Monaten Haft verurteilt. Seit ihrer Festnahme wird Taghavi im berüchtigten Evin-Gefängnis festgehalten, die ersten Monate davon in Isolationshaft. Die 67-Jährige ist im Iran geboren und besitzt seit 2003 die deutsche Staatsangehörigkeit. Taghavi setzt sich seit Jahren für Menschenrechte im Iran ein – insbesondere für Frauenrechte und Meinungsfreiheit. Im September 2021 sollte Taghavi für dringend benötigte medizinische Behandlungen in Hafturlaub entlassen werden. Trotz Zahlung einer Kaution von ca. 70‘000 € wurde ihr dieser Hafturlaub bisher nicht gewährt.
„Die Islamische Republik missbraucht Menschen mit doppelter Staatsbürgerschaft als Geiseln, um auf internationaler Ebene politische Ziele durchzusetzen. Gegen diese Praxis und für die Inhaftierte Taghavi einzustehen ist wichtig, daher freut sich die IGFM sehr, dass Bijan Djir-Sarai die Patenschaft für Taghavi übernimmt“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.
Zum Hintergrund:
Nahid Taghavi pendelt seit 15 Jahren zwischen Deutschland und dem Iran. Am 14. Oktober 2020 flog die Architektin von einem Besuch bei ihren Brüdern in Shiraz zurück nach Teheran. Dort wurde sie am 16. Oktober gegen 19 Uhr iranischer Zeit aus ihrer Wohnung in ein Gefängnis gebracht. Die Familie erfuhr von der Verhaftung erst, als die Brüder von Taghavi am 18. Oktober 2020 in ihrer Teheraner Wohnung eintrafen. Ihre privaten Gegenstände – unter anderem ihr deutscher Personalausweis und Reisepass, Laptop, Smartphone und Bargeld – wurden beschlagnahmt. Im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran wurde Taghavi in dem von den Revolutionsgarden kontrollierten Trakt 2-A in Isolationshaft festgehalten. Notwendige medizinische Versorgung wurde ihr lange verweigert. Auch der Kontakt zu ihrer Familie wird Taghavi nur sehr selten und unregelmässig gewährt. Am 4. August 2021 wurde Taghavi zu zehn Jahren und acht Monaten Gefängnis verurteilt.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Bijan Djir-Sarai hat eine Patenschaft für Nahid Taghavi übernommen.

Die deutsch-iranische Architektin ist seit Oktober 2020 zu Unrecht im Teheraner Evin-Gefängnis inhaftiert.