Denis Lynkov

Der ukrainische Koch und Installateur wurde am 20. März 2022 im Zuge des russischen Angriffskrieges aus dem Dorf Welyki Prohody (Region Charkiw) von russischen Soldaten verschleppt.

Ukrainischer Koch und Installateur verschleppt

Denis Lynkov (ru. Денис Лыньков)
Geburtsdatum: 25. November 1985

Verschleppt seit: 20. März 2022

Letzter Aufenthaltsort: Dorf Welyki Prohody, Region Charkiw

Denis Lynkov arbeitete 15 Jahre lang als Koch in verschiedenen Cafés in Charkiw. Später arbeitete er als Installateur von lokalen Netzwerken bei einem ukrainischen Internet-Provider. Er ist verheiratet und hat zwei Töchter.

Verschleppung
Gleich zu Beginn des Krieges befanden sich Denis und seine Familie in der Stadt Charkiw. Am 1. März 2022 jedoch fuhren sie zu Denis‘ Eltern in das Dorf Welyki Prohody (Region Charkiw) und gerieten so in die Okkupation. Am 16. März 2022 beschloss die Familie, in die Russische Föderation einzureisen, um in die Ukraine zurückzukehren, da es keine andere Möglichkeit gab, aus dem besetzten Dorf in die Ukraine zurückzukehren. Denis wurde an der russischen Grenze verschleppt und in eine Filtrationsanlage gebracht, wo er zehn Stunden lang mit dem Gesicht nach unten auf dem Boden lag und ständig geschlagen wurde. Er erhielt weder Wasser noch durfte er die Toilette benutzen. Anschließend wurde Denis zu seiner Familie gebracht, der mitgeteilt wurde, dass er nicht nach Russland einreisen dürfe, die Familie jedoch schon. Denis‘ Familie weigerte sich, ohne ihn zu gehen.

Nachdem sie die Nacht im Auto verbracht hatten, kehrten sie am Morgen gemeinsam in das Dorf Welyki Prohody zurück. Am 20. März 2022 kamen zwei russische Militäroffiziere in ihre Wohnung. Sie baten Denis, ihnen sein Auto in der Garage zu zeigen. Als sie herauskamen, wartete draußen ein schwarzes Auto ohne Nummernschilder. Denis wurde gewaltsam in das Auto gesetzt und an einen unbekannten Ort gebracht. Nach Angaben seiner Familie befand er sich Anfang 2024 im Untersuchungsgefängnis Nr. 2 in der Stadt Wjasma, Region Smolensk (Russische Föderation).

Gesundheitszustand
Denis leidet an Allergien und Krampfadern. In russischer Gefangenschaft entwickelte er Asthma. Außerdem bekam er Hautprobleme, weil er in Gefangenschaft seine Allergiemedikamente nicht einnehmen kann. Aufgrund der schrecklichen Haftbedingungen (nach Angaben von Personen, die mit ihm in einer Zelle waren, müssen die Gefangenen ständig stehen und haben tagsüber keine Möglichkeit zu sitzen) halten die Venen in Denis‘ Beinen diese Belastung nicht aus und platzen.

Stand: Mai 2025

So können Sie Denis helfen:

Briefe und Postkarten sind kleine, aber wirkungsvolle Gesten, die die Isolation der Gefangenschaft durchbrechen und die Menschen daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind. Schreiben Sie aufmunternde Worte an die verschleppten Zivilisten.

Wichtig: Der Inhalt darf nicht politisch sein oder sich auf den Krieg/die Verschleppung beziehen, sonst wird der Brief eingezogen.


Textvorschlag – der Text muss auf Russisch verfasst sein, damit er die Zensur passieren kann.

Дорогой …, (männliche Person)
Дорогая …, (weibliche Person)

Посылаю тебе лучи света и добра! Я горжусь твоей силой и стойкостью. Помни, что самая темная ночь – перед рассветом. Желаю тебе крепкого здоровья и душевных сил. Мы помним о тебе и с нетерпением ждем твоего возвращения.

Обнимаю тебя!

[Name], [Land aus dem man schreibt]

Deutsche Übersetzung
Lieber …,
Liebe …,
ich sende dir Strahlen des Lichts und der Güte. Ich bin stolz auf deine Stärke und Tapferkeit. Denke daran, dass die dunkelste Nacht immer vor der Morgendämmerung liegt. Ich wünsche dir gute Gesundheit und geistige Stärke. Wir denken an dich und freuen uns auf deine Rückkehr.
Ich umarme dich!


Für die Adresse wenden Sie sich bitte an patenschaften@igfm.de, da der genaue Aufenthaltsort der verschleppten Person nicht immer bekannt ist oder sich schnell ändern kann.

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte"). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen. 

Russische Botschaft in Deutschland
Botschafter: S. E. Herr Sergej J. Netschajew
Botschaft der Russischen Föderation
Unter den Linden 63-65
10117 Berlin
E-Mail:  info@russische-botschaft.de 

Ombudsfrau der Russischen Föderation
Tatjana H. Moskalkowa
Smolenskij, d. 19, str. 2
119121 Moskau
Russland

Anmerkung: Briefe an die russische Ombudsfrau sollten auf Russisch verfasst werden.  

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung des ukrainischen Zivilisten Denis Lynkov“

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Moskalkowa, 

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft des ukrainischen Zivilisten Denis Lynkov (geb. 25.11.1985) aufmerksam zu machen, der am 20. März 2022 in Welyki Prohody (Region Charkiw) unschuldig verschleppt und verhaftet wurde.

Am 20. März 2022 kamen zwei russische Militäroffiziere in seine Wohnung. Sie baten Denis, ihnen sein Auto in der Garage zu zeigen. Als sie herauskamen, wartete draußen ein schwarzes Auto ohne Nummernschilder. Denis wurde gewaltsam in das Auto gesetzt und an einen unbekannten Ort gebracht. Nach Angaben befand er sich Anfang 2024 im Untersuchungsgefängnis Nr. 2 in der Stadt Wjasma, Region Smolensk.

Besonders beunruhigend empfinde ich die Berichte über Folter und Misshandlungen von Gefangenen in russischen Straflagern und Untersuchungsgefängnissen. Denis Lynkov ist ein unschuldiger Zivilist, der ohne legitime rechtliche Grundlage gefangen gehalten wird. Die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen müssen in vollem Umfang respektiert und geschützt werden. 

 Ich appelliere an Sie, sich für eine rechtmäßige und humane Behandlung aller zivilen Gefangenen in Russland, insbesondere der verschleppten Ukrainer, einzusetzen. Bitte ermöglichen Sie ihm den Kontakt zu seiner Familie und stellen einen Rechtsbeistand für ihn bereit.  

Hochachtungsvoll 

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