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Natalia Vlasova

Die ukrainische Künstlerin, wurde 2019 von pro-russischen Separatisten festgenommen, im Geheimgefängnis „Izolyatsia“ („Isolation“) schwer gefoltert und Ende 2024 in Russland zu 18 Jahren Haft verurteilt.

Ukrainische Künstlerin unrechtmäßig zu 18 Jahren Haft verurteilt

Hören Sie sich meine Geschichte an.

Natalia Vlasova
Geburtsdatum: 1981

Verschleppt seit: 21. März 2019

Letzter Aufenthaltsort: Untersuchungsgefängnis Nr. 1 in Rostow am Don

Unrechtmäßiges Urteil: 18 Jahre Haft

Natalia Vlasova war als Künstlerin und Moderatorin tätig. Später reiste sie nach eigenen Angaben nach Donezk, um in einem Lampengeschäft am Kalininskyi-Markt zu arbeiten.

Festnahme
Am 21. März 2019 nahmen Vertreter der pro-russischen Separatisten („DPR“) Natalia Vlasova zusammen mit Viktor Shydlovskyi am Kontrollpunkt Olenivka fest. Ihr wurde vorgeworfen, gefälschte Dokumente auf den Namen „Petrenko“ genutzt zu haben und im Auftrag des ukrainischen Geheimdienstes (SSU) ein Attentat auf den berüchtigten Gefängnis- und Folterchef Vasyl Yevdokimov geplant zu haben. Vlasova bestritt diese Attentatspläne im späteren Prozess. Unmittelbar nach der Festnahme wurde sie mit einem Sack über dem Kopf in das Geheimgefängnis „Izolyatsia“ in Donezk gebracht und dort rund vier Monate festgehalten. Im Sommer 2019 folgte die Verlegung in das reguläre Untersuchungsgefängnis in Donezk, wo sie in einer allgemeinen Zelle mit Frauen untergebracht war, die wegen Mordes oder Drogenhandels angeklagt waren. Im Frühjahr 2023 wurde sie schließlich in das Untersuchungsgefängnis Nr. 1 in Rostow am Don verlegt, um sich dort vor dem Militärgericht zu verantworten.

Verurteilung und aktuelle Situation
Am 24. Dezember 2024 wurde Natalia Vlasova von dem Richter Oleg Cherepov nach russischem Recht wegen „Terrorismus“, „Spionage“, „illegalem Waffenbesitz“ und „illegalem Grenzübertritt“ zu 18 Jahren Haft in einer Strafkolonie mit mittlerem Sicherheitsregime verurteilt. Dies geschah, obwohl sie zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung 2019 das ukrainische Territorium (Donezk) nicht verlassen hatte und die Region von Russland damals selbst offiziell nicht als Staatsgebiet anerkannt war. Das Gericht stützte sich ausschließlich auf Geständnisse, die Vlasova unter schwerer Folter und durch das Unterzeichnen von Blanko-Papieren abgegeben hatte und die sie im Prozess vollumfänglich zurückzog. Der Richter ignorierte sämtliche Folterberichte und Verfahrensfehler.

Bis zum Abschluss des Berufungsverfahren verbleibt sie im Untersuchungsgefängnis in Rostow am Don. Danach droht ihr die Verlegung in eine russische Strafkolonie in Regionen wie Krasnojarsk, Uljanowsk, Saratow oder Jakutien. Ihre Familie und ihre Anwälte setzen die Hoffnung auf einen politischen Gefangenenaustausch durch die Ukraine, nachdem sie bei Austauschen im Jahr 2022 und September 2024 bereits unberücksichtigt blieb.

Gesundheit – (Triggerwarnung explizite sexuelle Gewalt)
Natalia Vlasova wurde während ihrer Haft, insbesondere im Gefängnis „Izolyatsia“ („Isolation“), systematisch schwerer physischer, psychischer und sexueller Gewalt ausgesetzt. Sie wurde nackt mit Klebeband gefesselt, mit Wasser übergossen und unter Strom gesetzt. Der Gefängnischef Vasyl Yevdokimov feilte ihr persönlich die Zähne mit einer Nagelfeile ab und misshandelte sie sexuell schwer. Zudem wurde sie von Gruppen alkoholisierter Männer massenvergewaltigt. Verlor sie das Bewusstsein, wurde sie von einem anwesenden Arzt mittels Ammoniak reanimiert, damit die Folter fortgesetzt werden konnte. Bei ihrer Überweisung in das reguläre Gefängnis im Sommer 2019 litt sie unter Nierenversagen, einer Gehirnerschütterung, einer gebrochenen Nase, geschwollenen Beinen und schweren Blutergüssen.

Die Haftbedingungen waren extrem erniedrigend; sie musste Nächte stehend in eiskalten Kellern verbringen und erhielt kaum Wasser oder sauberes Essen. Zudem wurde Psychoterror gegen ihre Familie ausgeübt, indem man drohte, Natalias Tochter ein mit Sprengstoff präpariertes Spielzeug in den Kindergarten zu schicken. Die anhaltenden Misshandlungen führten bei ihr zeitweise zu emotionaler Taubheit und tiefer Verzweiflung. Sie leidet psychisch stark unter der anhaltenden Situation.

Stand: Juni 2026

So können Sie Natalia helfen:

Briefe und Postkarten sind kleine, aber wirkungsvolle Gesten, die die Isolation der Gefangenschaft durchbrechen und die Menschen daran erinnern, dass sie nicht vergessen sind. Schreiben Sie aufmunternde Worte an die verschleppten Zivilisten.

Wichtig: Der Inhalt darf nicht politisch sein oder sich auf den Krieg/die Verschleppung beziehen, sonst wird der Brief eingezogen. Name, Adresse und Inhalt müssen auf russisch verfasst werden, damit die Briefe die Zensur passieren.

Zum Infoblatt „Briefe an verschleppte Zivilisten schreiben“


Name: Наталья Власова (Natalia Vlasova) 

Für die Adresse wenden Sie sich bitte an [email protected], da der genaue Aufenthaltsort der verschleppten Person nicht immer bekannt ist oder sich schnell ändern kann.


Textvorschlag – der Text muss auf russisch verfasst sein, damit er die Zensur passieren kann.

Дорогой …, (männliche Person)
Дорогая …, (weibliche Person)

Посылаю тебе лучи света и добра! Я горжусь твоей силой и стойкостью. Помни, что самая темная ночь – перед рассветом. Желаю тебе крепкого здоровья и душевных сил. Мы помним о тебе и с нетерпением ждем твоего возвращения.

Обнимаю тебя!

[Name], [Land aus dem man schreibt]

Deutsche Übersetzung
Lieber …,
Liebe …,
ich sende dir Strahlen des Lichts und der Güte. Ich bin stolz auf deine Stärke und Tapferkeit. Denke daran, dass die dunkelste Nacht immer vor der Morgendämmerung liegt. Ich wünsche dir gute Gesundheit und geistige Stärke. Wir denken an dich und freuen uns auf deine Rückkehr.
Ich umarme dich!

Bitte schreiben Sie an die Botschaft der Russischen Föderation und die russische Ombudsfrau (sog. „Menschenrechtbeauftragte“). Fordern Sie die sofortige und bedingungslose Freilassung des Gefangenen. 

Hier geht es zu den aktuellen Adressen.

Betreff: „Bitte um die unverzügliche Freilassung der ukrainischen Zivilisten Natalia Vlasova“ 

Sehr geehrter Herr Botschafter Netschajew/ Sehr geehrte Ombudsfrau Lantratowa, 

ich schreibe Ihnen, um Sie auf die willkürliche Gefangenschaft der ukrainischen Zivilisten Natalia Vlasova (1981) aufmerksam zu machen, die am 21. März 2019 in Olenivka unschuldig festgenommen und verschleppt wurde. 

Natalia Vlasova ist eine ukrainische Künstlerin, die 2019 von pro-russischen Separatisten festgenommen und Ende 2024 unter erzwungenen Geständnissen zu 18 Jahren Haft verurteilt wurde. Während ihrer Haft, insbesondere im Geheimgefängnis „Izolyatsia“, wurde sie schwerster, systematischer Folter und sexueller Gewalt ausgesetzt. Sie befindet sich derzeit in Rostow am Don, wo sie und ihre Anwälte auf einen politischen Gefangenenaustausch hoffen. Die Bedingungen im Gefängnis setzen Frau Vlasova sowohl psychisch als auch physisch extrem zu.

Besonders beunruhigend empfinde ich die Berichte über Folter und Misshandlungen von Gefangenen in russischen Straflagern und Untersuchungsgefängnissen. Natalia Vlasova ist eine unschuldige Zivilistin, die ohne legitime rechtliche Grundlage gefangen gehalten wird. Die Rechte und Freiheiten der betroffenen Personen müssen in vollem Umfang respektiert und geschützt werden. 

 Ich appelliere an Sie, sich für eine rechtmäßige und humane Behandlung aller zivilen Gefangenen in Russland, insbesondere der verschleppten Ukrainer, einzusetzen. Bitte ermöglichen Sie ihr den Kontakt zu ihrer Familie und stellen eine umfassende medizinische Versorgung für sie bereit.  

Hochachtungsvoll,

Machen Sie in den Sozialen Medien auf Natalia aufmerksam und nutzen Sie diese Hashtags:

#NataliaVlasova 

#standwithukraine

#freeallukrainiancivilians

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Weitere verschleppte ukrainische Zivilisten

Natalia Vlasova

Die ukrainische Künstlerin wurde 2019 von Separatisten verschleppt, im Geheimgefängnis „Izolyatsia“ schwer gefoltert und Ende 2024 zu 18 Jahren Haft verurteilt. Die junge Mutter leidet extrem unter den unmenschlichen Haftbedingungen. Erfahren Sie alles über den Prozess, die erzwungenen Geständnisse und die Hoffnung auf Austausch.

Andrii Harrius

Andrii befindet sich seit 2018 in russischer Gefangenschaft, er wurde unrechtmäßig zu 23 Jahren Haft im Straflager verurteilt. Seine jüngste Tochter hat er noch nie gesehen und seine Gesundheit verschlechtert sich dramatisch. Seine jüngste Tochter hat er noch nie gesehen.

Oleh Platschkow

Oleh Platschkow wurde am 25. September 2023 zusammen mit seiner, in der Gefangenschaft verstorbenen, Frau in Melitopol von russischen Kräften verschleppt. Seitdem wird der Zivilist ohne offiziellen Rechtsstatus oder Kontakt zur Außenwelt festgehalten, wobei sein aktueller Aufenthaltsort im Untersuchungsgefängnis Nr. 8 auf der Krim vermutet wird.

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