Natalia Vlasova

Die ukrainische Künstlerin, wurde 2019 von pro-russischen Separatisten festgenommen, im Geheimgefängnis „Izolyatsia“ („Isolation“) schwer gefoltert und Ende 2024 in Russland zu 18 Jahren Haft verurteilt.
Ukrainische Künstlerin unrechtmäßig zu 18 Jahren Haft verurteilt
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Natalia Vlasova war als Künstlerin und Moderatorin tätig. Später reiste sie nach eigenen Angaben nach Donezk, um in einem Lampengeschäft am Kalininskyi-Markt zu arbeiten.
Festnahme
Am 21. März 2019 nahmen Vertreter der pro-russischen Separatisten („DPR“) Natalia Vlasova zusammen mit Viktor Shydlovskyi am Kontrollpunkt Olenivka fest. Ihr wurde vorgeworfen, gefälschte Dokumente auf den Namen „Petrenko“ genutzt zu haben und im Auftrag des ukrainischen Geheimdienstes (SSU) ein Attentat auf den berüchtigten Gefängnis- und Folterchef Vasyl Yevdokimov geplant zu haben. Vlasova bestritt diese Attentatspläne im späteren Prozess. Unmittelbar nach der Festnahme wurde sie mit einem Sack über dem Kopf in das Geheimgefängnis „Izolyatsia“ in Donezk gebracht und dort rund vier Monate festgehalten. Im Sommer 2019 folgte die Verlegung in das reguläre Untersuchungsgefängnis in Donezk, wo sie in einer allgemeinen Zelle mit Frauen untergebracht war, die wegen Mordes oder Drogenhandels angeklagt waren. Im Frühjahr 2023 wurde sie schließlich in das Untersuchungsgefängnis Nr. 1 in Rostow am Don verlegt, um sich dort vor dem Militärgericht zu verantworten.
Verurteilung und aktuelle Situation
Am 24. Dezember 2024 wurde Natalia Vlasova von dem Richter Oleg Cherepov nach russischem Recht wegen „Terrorismus“, „Spionage“, „illegalem Waffenbesitz“ und „illegalem Grenzübertritt“ zu 18 Jahren Haft in einer Strafkolonie mit mittlerem Sicherheitsregime verurteilt. Dies geschah, obwohl sie zum Zeitpunkt ihrer Verhaftung 2019 das ukrainische Territorium (Donezk) nicht verlassen hatte und die Region von Russland damals selbst offiziell nicht als Staatsgebiet anerkannt war. Das Gericht stützte sich ausschließlich auf Geständnisse, die Vlasova unter schwerer Folter und durch das Unterzeichnen von Blanko-Papieren abgegeben hatte und die sie im Prozess vollumfänglich zurückzog. Der Richter ignorierte sämtliche Folterberichte und Verfahrensfehler.
Bis zum Abschluss des Berufungsverfahren verbleibt sie im Untersuchungsgefängnis in Rostow am Don. Danach droht ihr die Verlegung in eine russische Strafkolonie in Regionen wie Krasnojarsk, Uljanowsk, Saratow oder Jakutien. Ihre Familie und ihre Anwälte setzen die Hoffnung auf einen politischen Gefangenenaustausch durch die Ukraine, nachdem sie bei Austauschen im Jahr 2022 und September 2024 bereits unberücksichtigt blieb.
Gesundheit – (Triggerwarnung explizite sexuelle Gewalt)
Natalia Vlasova wurde während ihrer Haft, insbesondere im Gefängnis „Izolyatsia“ („Isolation“), systematisch schwerer physischer, psychischer und sexueller Gewalt ausgesetzt. Sie wurde nackt mit Klebeband gefesselt, mit Wasser übergossen und unter Strom gesetzt. Der Gefängnischef Vasyl Yevdokimov feilte ihr persönlich die Zähne mit einer Nagelfeile ab und misshandelte sie sexuell schwer. Zudem wurde sie von Gruppen alkoholisierter Männer massenvergewaltigt. Verlor sie das Bewusstsein, wurde sie von einem anwesenden Arzt mittels Ammoniak reanimiert, damit die Folter fortgesetzt werden konnte. Bei ihrer Überweisung in das reguläre Gefängnis im Sommer 2019 litt sie unter Nierenversagen, einer Gehirnerschütterung, einer gebrochenen Nase, geschwollenen Beinen und schweren Blutergüssen.
Die Haftbedingungen waren extrem erniedrigend; sie musste Nächte stehend in eiskalten Kellern verbringen und erhielt kaum Wasser oder sauberes Essen. Zudem wurde Psychoterror gegen ihre Familie ausgeübt, indem man drohte, Natalias Tochter ein mit Sprengstoff präpariertes Spielzeug in den Kindergarten zu schicken. Die anhaltenden Misshandlungen führten bei ihr zeitweise zu emotionaler Taubheit und tiefer Verzweiflung. Sie leidet psychisch stark unter der anhaltenden Situation.
Stand: Juni 2026



