Zum Inhalt springen

Menschenrechte verteidigen beginnt mit Hinsehen.

Aktuelle Fälle
IGFM Internationale Gesellschaft
für Menschenrechte
Jetzt Spenden

Schicksale der Berg-Karabach Vertreibung 

Zwangsvertreibung

Lebensgeschichten zwischen Krieg, Flucht und Neubeginn

.

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) / Frankfurt, Deutschland (2024)

Berg-Karabach (Arzach), 19. September 2023 – Aserbaidschan startete eine militärische Großoffensive gegen die überwiegend armenische Zivilbevölkerung der Region in Berg-Karabach (Arzach), die bereits Monate andauernde humanitäre Krise setzte sich auf dramatische Weise fort. Zu diesem Zeitpunkt lebten die Menschen bereits seit über zehn Monaten unter einer strengen Blockade – isoliert, von der Außenwelt abgeschnitten, ohne Zugang zu medizinischer Versorgung, Grundnahrungsmitteln oder Energieversorgung. Die Offensive führte nicht nur zu zahlreichen zivilen und militärischen Todesopfern, sondern auch zur gewaltsamen Vertreibung fast der gesamten armenischen Bevölkerung aus ihrer angestammten Heimat.

Die armenische Sektion der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) präsentiert ein tief bewegendes neues Heft, das einen unverstellten und wesentlichen Einblick in eines der tragischsten Kapitel der jüngeren armenischen Geschichte bietet: die erzwungene Vertreibung der armenischen Bevölkerung aus Arzach nach den Ereignissen vom 19. September 2023. Die Dokumentation/ Broschüre wurde im Rahmen eines internationalen Projekts mit dem Titel „Fortbildung der Medienakteurinnen“ erstellt, das vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland gefördert wird.

Die Dokumentation dokumentiert die Erlebnisse von Frauen, die gewaltsam aus ihrer angestammten Heimat – Arzach – vertrieben wurden, nachdem sie eine langanhaltende Blockade, einen Krieg und schließlich die Vertreibung überstanden hatten. Es handelt sich nicht um politische Erzählungen oder historische Analysen. Vielmehr sind es persönliche Berichte gewöhnlicher Menschen – Mütter, Lehrerinnen, Töchter, Großmütter –, die Arzach über Generationen hinweg ihr Zuhause nannten.

Ziel der Dokumentation

Im Zentrum steht der Mensch. Die Frauen, deren Stimmen in diesem Bericht dokumentiert sind, erzählen von Blockade, Hunger, Flucht und Verlust – aber auch von gegenseitiger Hilfe, von Mut, Würde und der Hoffnung auf Rückkehr. Es sind Geschichten, die nicht aus der Perspektive geopolitischer Machtinteressen, sondern aus dem Alltag des Überlebens erzählt werden.

Das Ziel des Projekts

Das Ziel des Projekts ist einfach, aber tiefgreifend: Die Folgen von Konflikten durch das Erzählen von Geschichten zu veranschaulichen und zu humanisieren. Jedes Interview fängt die Stimmen von Menschen ein, die mit dem plötzlichen Verlust ihrer Heimat, dem Trauma des Krieges und dem Überlebenskampf konfrontiert sind. Die Geschichten sind durchdrungen von Emotion, Widerstandskraft und einer stillen Stärke, die viel über die unerschütterliche Verbindung zwischen Identität und Heimat aussagt.

Aufgrund der sensiblen Natur der Ereignisse wurden einige Namen geändert und auf Wunsch der Interviewten auf Fotos verzichtet. An ihrer Stelle vermitteln Bilder von Städten, Dörfern und Häusern in Arzach eine visuelle Erinnerung an das, was zurückgelassen wurde. Die Dokumentation enthält zudem exklusive Fotografien aus den Tagen der Vertreibung – rohe und kraftvolle Momentaufnahmen von Leben im Übergang.

Die Beiträge stammen von Bela Shikaryan, Ani Sukiasyan, Sirak Yeghiazaryan, Kolya Mkrtchyan, Ani Margaryan und Sirusho Melkonyan, die diese Erzählungen mit Empathie und journalistischer Sorgfalt gesammelt und aufgezeichnet haben. Besondere Anerkennung gilt Nare Narimanyan, deren exklusive Bilder der Emigration den Geschichten eine visuelle Tiefe verleihen.

Diese Broschüre ist eine Hommage an jene, die durchgehalten haben, und ein Aufruf, sich nicht nur an das zu erinnern, was verloren ging – sondern auch an diejenigen, die verloren gingen. Sie ist eine Einladung, Zeugnis abzulegen.

Schlussgedanken:

Dieses Booklet dokumentiert nicht nur Flucht und Vertreibung, sondern auch die stille Stärke jener, die mit dem Verlust ihrer Heimat konfrontiert sind – und dennoch den Mut finden, weiterzumachen. Es macht das Unsichtbare sichtbar, gibt jenen eine Stimme, die gehört werden müssen. Die Geschichten sind mehr als persönliche Erlebnisse – sie sind Zeugnisse eines kollektiven Traumas, aber auch eines ungebrochenen Willens zum Leben.

Gefördert vom Bundesamt für Auswärtige Angelegenheiten

#Civilsocietycooperation

No feed found with the ID 2. Go to the All Feeds page and select an ID from an existing feed.

Aktuelle Pressemitteilungen der IGFM

110, 2026

Katrin Bornmüller erhält 30. Europäischen Sozialpreis zu Eschweiler

Der Europaverein GPB e.V. zeichnet am 3. Oktober die Ehrenvorsitzende der IGFM, Katrin Bornmüller aus Wittlich, mit dem Europäischen Sozialpreis aus. Unter dem Motto „Menschenrechte sind das Fundament Europas“ würdigt der Verein das jahrzehntelange ehrenamtliche Engagement der 86-Jährigen für die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und ihren Einsatz für Menschen in Not – in Europa und im Nahen Osten.

3009, 2026

Peruaner im Krieg: „Sklaven der Russen“

In einem Pressegespräch der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichteten Angehörige über internationale Netzwerke, die Peruaner für die russische Armee rekrutieren. Mit hohen Gehaltsversprechen gelockt, werde die Reise nach Russland organisiert, dort würden unter Druck oder in völliger Unkenntnis über den Inhalt, Verträge unterzeichnet, sich den russischen Streitkräften anzuschließen.

2809, 2026

Gemeinsame Erklärung von Menschenrechtsorganisationen und der Zivilgesellschaft

Die Auslieferung von Mansur Mowlajew und Julia Emelianova nach Russland wird zu politisch motivierter Strafverfolgung, langjähriger Haft und Misshandlung führen. Daher fordert die IGFM und 149 weitere Unterzeichner Kasachstan auf, die Auslieferung zu stoppen und seine völkerrechtlichen Verpflichtungen einzuhalten.

2409, 2026

Ukraine/Russland: 28 Jahre Haft für verschleppten ukrainischen Zivilisten

Der ukrainische Ingenieur Kostiantyn Zinovkin ist am 22. September 2026 von einem Militärgericht in Rostow am Don zu 28 Jahren Haft verurteilt worden. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) verurteilt das Urteil auf das Schärfste und fordert seine sofortige Freilassung.

2309, 2026

Peru/Russland: Tödlicher Stellen-Schwarzmarkt

Hunderte peruanische Staatsbürger sollen mit falschen Stellenangeboten nach Russland gelockt und dort zum Dienst in den russischen Streitkräften gedrängt oder gezwungen worden sein. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) fordert eine umfassende Aufklärung der mutmaßlichen Rekrutierungsnetzwerke und den Schutz der Betroffenen.

Teilen Sie diesen Beitrag!

Nach oben