Menschenrechtslage im Iran

Die Islamische Republik Iran ist ein Unrechtsstaat und missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig Berichte und informiert über die Menschenrechtssituation im Iran.
Eskalierende Repression und tödliche Gewalt
103. Tag der Revolution
Berichtszeitraum: 31. März bis 7. April
Vom 31. März bis zum 7. April 2026 bleibt die Menschenrechtslage im Iran äußerst beunruhigend. Sie ist geprägt von einem militärischen Konflikt sowie verstärkter staatlicher Repression im Inland.
Laut Informationen der IGFM kam es im aktuellen Berichtszeitraum zu weiteren Hinrichtungen, darunter politische Gefangene und Personen, denen Verbindungen zu Protestbewegungen vorgeworfen wurden. Allein Anfang April wurden mehrere Personen hingerichtet. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) beobachtet in diesem Jahr insgesamt einen deutlichen Anstieg der Exekutionen.
Parallel dazu werden Massenverhaftungen weiterhin systematisch eingesetzt, um jegliche Form von Kritik oder Informationsweitergabe zu unterdrücken. Laut Angaben der Behörden der Islamischen Republik wurden seit Beginn des Krieges mehr als hunderte Personen wegen angeblicher Spionage oder Zusammenarbeit mit ausländischen Akteuren festgenommen.
Opfer der Islamischen Republik: Gewalt und Todesfälle
Rozita Rokhzadeh, Ingenieurin und eine der wenigen Frauen, die in Iran als Mechanikerin arbeitet, wurde am Mittwoch, dem 9. Januar, in Sadeghieh, Teheran, durch einen Schuss in die Brust getötet.
Der 17-jährige Ringermeister Yazdan Afrough wurde am Abend des 9. Januar 2026 während der landesweiten Proteste im Teheraner Stadtteil Shad-Abad von Regimeschergen der Islamischen Republik erschossen.
Hamid und Vahid Arzanloo waren Selfmade-Unternehmer, die ihr Geschäft in einer kleinen Werkstatt begannen und es innerhalb von zwei Jahrzehnten zu einer der bekanntesten Möbelmarken Teherans entwickelten. Sie standen an vorderster Front der Proteste am 8. Januar 2026: Hamid Arzanloo wurde in den Kopf geschossen und als sein Bruder Vahid ihm zu Hilfe eilte, wurde auch er von Schüssen getroffen. Beide starben, nachdem sie ins Krankenhaus gebracht worden waren.
Willkürliche Festnahmen und Hinrichtung:
Mohammadamin Biglari, Shahin Vahidparast Kholour und Amirhossein Hatami sind drei Häftlinge, die in den letzten Tagen hingerichtet wurden.
Eine Auswertung der vorliegenden Daten zeigt, dass seit Kriegsbeginn mindestens neun politische Gefangene hingerichtet worden sind. Der erste war der Doppelstaatsbürger (schwedisch-iranisch) Korush Keyvani, dem„Spionage“ vorgeworfen wurde. Einen Tag später wurden die drei Häftlinge Mahdi Qasemi, Saleh Mohammadi und Saeed Davoudi hingerichtet. Anschließend wurden in einem damit zusammenhängenden Verfahren zwei Angeklagte mit Verbindungen zu den Organisationen (Die Organisation der Volksmudschahedin) Akbar Daneshkar und Seyyed Mohammad Taghavi-Sangdehi sowie die zwei weiteren Häftlingen Babak Alipour und Pouya Qobadi ermordet.
Der junge Bahá’í und Hundetrainer Peyvand Naemi aus Kerman befindet sich seit dem 8. Januar 2026 in Gewahrsam der Regimeschergen. Er musste bereits zwei Scheinhinrichtungen, schwere Folter, Schläge, den Entzug von Wasser und Nahrung, langwierige Verhöre und Einzelhaft erdulden. Ihm droht nun die Hinrichtung.
Fariba Ghahremani, die Tante von Arsalan Ghahremani, der bei den landesweiten Protesten in Teheran getötet wurde, wurde am 19. Februar 2026 in der Stadt Divandareh in der Provinz Kurdistan von Agenten der Islamischen Revolutionsgarde festgenommen. Trotz wiederholter Nachfragen gibt es nach wie vor keine Informationen über ihren Verbleib.
Wie die IGFM berichtet, wurde auch der Lehrer Reza Amanifar am Samstag, dem 4. April, durch Agenten der Islamischen Republik in Bushehr festgenommen. Bislang liegen keine Informationen darüber vor, was ihm vorgeworfen wird oder wo er inhaftiert ist
Weitere Menschenrechtsverletzungen inmitten des Krieges
Der Chef der iranischen Justiz, Gholamhossein Mohseni Ejei, erklärte am Dienstag, 7. April, 2026, dass Gerichtsverfahren gegen Personen, denen vorgeworfen wird, den Gegnern des Landes geholfen zu haben, zügiger abgewickelt werden sollten. Außerdem sollen Urteile, die die Hinrichtung oder die Einziehung von Vermögen vorsehen, schneller gegen „feindliche Agenten” gefällt werden. „Der islamische Iran macht von seinem unbestreitbaren Recht auf legitime Selbstverteidigung Gebrauch, und wir werden diese Verteidigung auf die kraftvollste Weise fortsetzen, bis unsere nationale Sicherheit gewährleistet ist“, sagte er.
Durch diese Äußerung wird übermäßiger Druck auf Gefangene und ihre Familien ausgeübt, da es vermehrt zu sofortigen Hinrichtungen und durch Folter erzwungenen Geständnissen kommen wird.
Der Iran erlebt inzwischen den 39. Tag ohne Internet. Aktuell sind die meisten Iraner vom weltweiten Netz abgeschnitten. Inmitten des Krieges stehen die Bürger damit massiv unter Druck, da ihnen der Zugang zu Nachrichten und Kommunikationsmöglichkeiten verwehrt bleibt. Auch die enormen Schäden für den Handel und die Wirtschaft sind erheblich.











