Menschenrechtslage im Iran

Die Islamische Republik Iran ist ein Unrechtsstaat und missachtet systematisch die Rechte ihrer Bürger. Angehörige ethnischer, religiöser und politischer Minderheiten sind im Iran vielfacher Diskriminierungen ausgesetzt. Die IGFM veröffentlicht hier regelmäßig Berichte und informiert über die Menschenrechtssituation im Iran. 

Kein Ende der Menschenrechtsverletzungen in Sicht

93. Tag der Revolution

Berichtszeitraum: 23. März bis 30. März 2026

Überblick:

Im Zeitraum vom 23. März bis 30. März 2026 bleibt die Menschenrechtslage im Iran weiterhin äußerst schwierig und wird durch den anhaltenden militärischen Konflikt sowie durch verstärkte staatliche Repressionen im Inland geprägt.

Parallel dazu intensivieren die islamischen Behörden ihre Maßnahmen zur Kontrolle der Bevölkerung. Berichten zufolge kam es allein in den letzten Tagen zu hunderten weiteren Festnahmen, insbesondere im Zusammenhang mit Online-Aktivitäten oder dem Vorwurf der Zusammenarbeit mit „feindlichen Akteuren”. Diese Verhaftungen stehen im Kontext einer breiteren Repressionskampagne, die sich gegen Aktivisten, Studierende und Zivilpersonen richtet.

Zugleich bleibt der nahezu landesweite Internet-Blackout weitgehend bestehen oder wird gezielt aufrechterhalten. Der Zugang zu Kommunikationsmitteln ist stark eingeschränkt – beeits seit mehr als 720 Stunden am Stück.

Opfer der Islamischen Republik: Gewalt und Todesfälle

Nazanin Taghva, 34 Jahre alt und Angehörige der Gilak Bevölkerungsgruppe aus Rasht (Provinz Gilan), wurde am 9. Januar 2026 während der landesweiten Proteste erschossen.

Der 21-jährige Ringer Mahan Haghighiwurde am 8. Januar, in der Stadt Rasht (Provinz Gilan) durch Schüsse von Regimeschergen vor dem Haus seiner Familie getötet 

In einem aktuellen Bericht hat die „Teachers‘ Basiji Section“ die Tötung des 11-jährigen Alireza Jafari an einem Kontrollpunkt bestätigt. Der Junge wurde „im Dienst“ am Kontrollpunkt der IRGC (Die Islamische Revolutionsgarde bzw. das Korps der Islamischen Revolutionsgarde) an der Autobahn bei einem Drohnenangriff getötet. Die Mutter des Kindes sagte in einem Interview mit der Hamshahri-Zeitung, dass Alirezas Vater seinen Sohn in der Nacht des Vorfalls aufgrund von Personalmangel mitgenommen habe.

Willkürliche Festnahmen:

Die ehemaligen Studentinnen Tara Davoudi (Vermessung, Universität Isfahan) und Kimia Davoudi (Rechtswissenschaften, Razi-Universität Kermanshah) wurden am 14. Januar in Teheran nach einem gewaltsamen Übergriff festgenommen. Seitdem sind mehrere Tage vergangen, doch es liegen keine Informationen über die festnehmende Behörde, ihren Haftort oder die Haftbedingungen vor. Die Familien und Angehörigen der beiden Schwestern befinden sich weiterhin in völliger Ungewissheit.

Der 16-jährige Mohammad Hossein Shokri wurde am 7. Januar in Teheran von den Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) festgenommen, während er auf der Straße arbeitete, um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Nun droht ihm die Todesstrafe.

Zahra Hojjat, die Leiterin des Rehabilitationszentrums „Hamdam“ in Mashhad (Provinz Razavi Khorasan), wurde festgenommen und geschlagen, weil sie gegen die Forderung der Revolutionsgarden protestiert hatte, in ihrer Einrichtung stationiert zu werden. Bislang liegen keine Informationen über ihren Gesundheitszustand oder ihren Verbleib vor. Laut veröffentlichten Berichten forderten die Revolutionsgarden bei ihrer Ankunft im Rehabilitationsinstitut „Hamdam“ in Mashhad, das behinderte und verwaiste Mädchen betreut, die Unterbringung von etwa 50 Angehörigen der Revolutionsgarden in der Einrichtung. Daraufhin protestierte Zahra Hojjat, die Leiterin des Zentrums, gegen die Stationierung von Militärkräften in einer zivilen Einrichtung. Nach diesem Protest schlugen die Beamten sie und nahmen sie fest.

Mikaeil Salehi, der als Friseur für Männer und Tätowierer arbeitet, wurde am 8. Januar in Ahwaz (Provinz Khuzestan) festgenommen. Seitdem gibt es keine Nachrichten mehr von ihm. Seine Familie und Freunde machen sich große Sorgen um seine Sicherheit und sein Wohlergehen.

Wenn Kinder zu Werkzeugen werden: Eine stille Krise im Krieg

Der seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen nahezu landesweite Internet-Blackout wird von den Islamischen Behörden weiterhin aufrechterhalten und hat gravierende Auswirkungen auf das tägliche Leben der Bevölkerung. Der Zugang zu Informationen ist stark eingeschränkt, sodass viele Menschen weder verlässliche Nachrichten über Angriffe noch Warnungen oder Hilfsangebote erhalten können.

Gleichzeitig wird berichtet, dass staatliche Stellen verstärkt versuchen, auch junge und teilweise minderjährige Personen für propagandistische Zwecke im Kontext des Krieges einzubinden, etwa zur Verbreitung regierungsnaher Inhalte oder zur Unterstützung mobilisierender Kampagnen. Beobachter sehen darin eine weitere Form der Instrumentalisierung der Bevölkerung in einer ohnehin angespannten Lage.

Die IGFM kritisiert die Praxis aufs Schärfste, Kinder und Jugendliche direkt in Gefahrensituationen zu bringen und sie zur Propaganda zu zwingen, die zu ernsthaften gesundheitlichen Schwierigkeiten und Sicherheitsproblemen für die Kinder führen kann.

Auf dem Foto sind ein erwachsener Mann und zwei Jungen im Alter von etwa 8 bis 12 Jahren zu sehen. Sie stehen nebeneinander und halten echte Kalaschnikow-Sturmgewehre (AK-47 oder iranische Varianten) in den Händen.

Im Hintergrund ist eine nächtliche Versammlung im Freien mit mehreren Flaggen der Islamischen Republik und weiteren Personen zu erkennen. Das Bild wirkt wie eine typische Propagandafotografie von einer Veranstaltung der Basidsch- oder Revolutionsgarde im Iran.

Die Waffen sehen schwer und real aus, insbesondere im Verhältnis zu den kleinen Händen und Körpern der Kinder. Es gibt keine sichtbaren Hinweise auf eine Bearbeitung oder Fälschung.

Bisherige Berichte, nach Datum sortiert

Politische Gefangene im Iran sind auf unsere Unterstützung angewiesen. Informieren Sie sich über ihre Schicksale und wie sich Abgeordnete für ihre Freilassung einsetzen.

Erfan Soltani

Erfan Soltani wurde am 10. Januar 2026 ohne richterlichen Haftbefehl festgenommen. Wegen der Teilnahme an Anti-Regime-Demonstrationen drohte ihm die Hinrichtung. Aktuell wurde Erfan nach einer Kautionszahlung freigelassen.

Reza Khandan

Reza Khandan ist der Ehemann der Menschenrechtsaktivistin Nasrin Sotoudeh. Auch er engagiert sich für Frauenrechte und protestiert öffentlich gegen die Verschleierungspflicht. Seit Dezember 2024 befindet er sich in Haft.

Bita Shafiei

Die junge Iranerin wurde bereits 2023 festgenommen, nachdem sie gegen einen Vergiftungsskandal an iranischen Schulen demonstriert hatte. Dabei wurde auch ihre Mutter Maryam willkürlich festgenommen. Im November 2025 verhaftete man sie erneut, ihr Aufenthaltsort ist derzeit unklar.

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